25 Jahre nach dem SatanistenmordMord im Auftrag des Teufels: Der Fall, der Witten erschütterte

von Patricia Brinkmann

Ein bestialischer Mord, eine Todesliste und ein Ehepaar auf der Flucht: Der sogenannte Satanistenmord von Witten sorgte bundesweit für Entsetzen. Daniel und Manuela R. töteten einen Arbeitskollegen mit einem Hammer und 66 Messerstichen. Am 6. Juli 2026 ist die Tat genau 25 Jahre her.

Verstümmelte Leiche und eine Todesliste

Am 6. Juli 2001 kommen Ermittler zu einer Wohnung in Witten. Die Mutter der Bewohnerin hat einen Abschiedsbrief erhalten und befürchtet, dass ihre Tochter und deren Ehemann sich das Leben genommen haben. Doch statt des Paares finden die Beamten die verstümmelte Leiche eines Mannes. In der Wohnung entdecken sie rituelle Gegenstände, Tier-Totenschädel und ein umgedrehtes Kreuz. An einer Wand steht eine Todesliste mit 16 Namen, einer davon ist abgehakt. Für die Ermittler beginnt die Suche nach Daniel und Manuela R. Die damals 26 und 23 Jahre alten Eheleute gelten als Anhänger eines Satanisten-Kults und befinden sich mit einem Auto auf der Flucht. „Wenn Sie so eine Todesliste haben und Sie rücksichtslos Menschen umbringen wollen, dann weiß man nicht, was der nächste Schritt der beiden war“, erinnert sich der damalige Ermittler Axel Pütter. Während ihrer Flucht überfällt das Ehepaar unter anderem eine Apotheke. Nach einer Woche werden die beiden schließlich in Jena gefasst.

Mord nach angeblichem Befehl des Teufels

Daniel R. hatte seine spätere Ehefrau über eine Kontaktanzeige in einem Metal-Magazin kennengelernt. „Pechschwarzer Vampir sucht Prinzessin der Finsternis, die alles und jeden verachtet und mit dem Leben abgeschlossen hat“, hieß es darin. Das Paar trifft sich auf Friedhöfen und Burgruinen und trinkt nach Angaben des späteren Strafverteidigers sogar Tierblut aus einer Metzgerei. Daniel R. erklärt den Ermittlern später, Satan habe ihm zwei Befehle gegeben und die Zahlen 6677 genannt. Für ihn steht demnach fest: Am 06. Juni müssen die beiden heiraten, am 06. Juli ein Opfer bringen und sich anschließend selbst töten. Als Opfer sucht er einen Arbeitskollegen aus. Er lädt den Mann zu einer vermeintlichen Abschiedsparty ein und schlägt von hinten mit einem Hammer auf ihn ein. Anschließend befiehlt er seiner Ehefrau zuzustechen. Insgesamt 66 Mal sticht sie auf das Opfer ein. Zum geplanten Selbstmord kommt es danach nicht.

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Leben unter neuen Namen

Rund ein halbes Jahr später beginnt der Prozess. Daniel und Manuela R. genießen das Blitzlichtgewitter und zeigen den Satansgruß. Beide sehen sich selbst nicht als Mörder. Daniel R. ist überzeugt, Satan habe seinen Körper für die Tat benutzt. Daniel R. wird wegen Mordes zu 15 Jahren Haft verurteilt, Manuela R. zu 13 Jahren. Außerdem werden beide in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Noch im Gefängnis lässt sich das Ehepaar scheiden. Manuela R. kommt nach einer Therapie schon nach neun Jahren wieder frei, ihr Ex-Mann hat seine Haftstrafe vollständig verbüßt. Inzwischen leben beide unter neuen Namen und nicht mehr in Nordrhein-Westfalen. Ihrer dunklen Vergangenheit haben sie offenbar den Rücken gekehrt.