Spritpreise sind exorbitant hochMineralölkonzerne wehren sich - Bundeskartellamt will Auskunftspflicht wegen hoher Spritpreise

von Vanessa Brodka

Beim Tanken müssen gerade Pendler wieder tief in die Tasche greifen. Die Spritpreise sind extrem hoch. Woran das liegt, das will das Bundeskartellamt mit Sitz in Bonn klären. Deshalb sollen die Betreiber ihre Kosten offenlegen. Doch zwei Konzerne wehren sich dagegen.

Tank voll, Geldbeutel leer

Viele Autofahrer in NRW sind wütend. Die Spritpreise sind wieder in die Höhe geschossen. Seit Anfang Juli 2026 ist der Tankrabatt weg. Den hat die Mineralölindustrie aber auch nicht vollständig an Verbraucher weitergegeben, so das Institut für Wirtschaftsforschung. Jetzt stehen die Konzerne wieder in der Kritik. Shell hat seinen Gewinn im zweiten Quartal mehr als verdoppelt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Es geht um fast zehn Milliarden Dollar. Der Branchenriese will sich dazu gegenüber RTL WEST nicht äußern. Herbert Rabl vom Tankstellen Interessenverband meint: „Alle, alle großen Mineralölkonzerne steuern auf das beste Jahr ihrer Geschichte zu, weil die haben einen großen Schluck aus der Pulle genommen durch den Tankrabatt. Dann nehmen sie einen großen Schluck aus der Pulle durch diese Krise.“

Bundeskartellamt will gegen Mineralölkonzerne vorgehen

Aber wie kommen die hohen Spritpreise zustande? Als Grund wird oft nur der Iran Krieg genannt. Doch auch die Energiesteuer und die hohen CO2 Abgaben sind verantwortlich. Machen sich dann auch noch die Mineralölkonzerne die Taschen voll? Das will das Bundeskartellamt jetzt wissen. „Im Rahmen unserer Verfahren haben wir gegen die 12 Unternehmen, die hinter den deutschen Raffinerien stehen Auskunftsbeschlüsse erlassen“, heißt es schriftlich. Bedeutet: Die Konzerne müssen detailliert auflisten, wie der Preis für einen Liter Kraftstoff zustande kommt. Doch Zwei Unternehmen wehren sich dagegen. Eines davon hat sogar einen Eilantrag gestellt. Das bestätigt das Oberlandesgericht Düsseldorf auf RTL WEST Anfrage. Die Namen verrät der Pressesprecher nicht. Kritiker werfen den Behörden und Politikern vor, sie seien zahnlose Tiger. Weil sie machtlos gegenüber den Mineralöl-Riesen wirken. Die Bundeswirtschaftsministerin gibt dazu heute kein Interview.