Revolution auf dem Acker?Laser gegen Unkraut: Landwirt aus Datteln setzt auf neue Technologie

von Julian Schlauch

Auf dem Möhrenacker von Landwirt Carsten Abenhardt in Datteln (Kreis Recklinghausen) soll Unkraut keine Chance haben. Seit einigen Monaten wird es nicht mehr gerupft, sondern gelasert.

Kameras und KI

Acht hochauflösende Kameras erfassen die Pflanzen. Dann entscheidet die KI, ob Nutzpflanze oder nicht. Alles, was auf dem Feld nicht wachsen soll, kommt dann weg. Echte Hightech, aber ohne High Speed. Die KI-Roboter schaffen gerade mal 700 Meter in einer Stunde und werden von Traktoren gezogen. Wildkräuter wie Melde oder Hirse werden millimetergenau erhitzt und zerstört. Von bis zu 1.000 Grad heißen Lasern. Nach ein paar Tagen gehen sie dann ein. Laut dem Landwirt schafft die Maschine in 14 Stunden das, wofür 20 Mitarbeiter sonst eine ganze Woche bräuchten. Trotzdem hat Carsten Abenhardt niemanden entlassen.

Es gibt genug zu tun

Das Personal, das vorher für das Unkraut zuständig war, wird inzwischen in anderen Bereichen des Betriebes eingesetzt. Am Personal spart Carsten Abenhardt also nicht. Auch sonst wird mit dem „Laser Weeder“ nicht geknausert. Das Mega-Gerät wurde von einem Unternehmen aus den USA entwickelt und hat 1,3 Millionen Euro gekostet. Aber das lohnt sich, sagt der Gemüselandwirt.

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Qualität macht sich bezahlt

Durch die Laser-Technik kann Unkraut schon im frühen Stadium entfernt werden. So stehen mehr Nährstoffe, Licht und Ressourcen für die Möhren zur Verfügung. Es gibt dem Gemüse mehr Geschmack. Außerdem soll die sechs Meter breite Laser Apparatur einen geringeren Verschleiß als andere Maschinen haben und sie braucht keine Chemie. Für den Landwirt sieht so die Zukunft aus. Für den eigenen Garten gibt es den „Laser Weeder“ noch nicht. Dafür rollt er aber auf anderen deutschen Feldern. Damit das Beikraut keine Chance hat.