Kupfer-KabelklauKupferdiebe schlagen an E-Ladesäulen im Rhein-Sieg-Kreis zu

von Patricia Brinkmann

Ärger für Elektroautofahrer im Rhein-Sieg-Kreis. Unbekannte haben in Niederkassel und Umgebung Kabel von Ladesäulen gestohlen. Offenbar wegen des Kupfers. Die Folge: Viele Säulen sind außer Betrieb.

Kupferdiebe legen Ladeinfrastruktur lahm

Die Kupferdiebe schlagen wieder zu. In der Nacht auf Freitag (26.06.) kamen sie nach Niederkassel und schnitten alle Kabel an den E-Ladesäulen ab. Autofahrer erlebten eine böse Überraschung, sie konnten keinen Strom tanken. Die Kriminellen sind in mehreren Städten unterwegs. Auch in Troisdorf trieben sie ihr Unwesen. Gezielt auf der Suche nach Kupfer. Für ein Schnellladekabel bekommen sie beim Schrotthändler zwischen 15 und 30 Euro. Entscheidend ist die Qualität. Diesen Monat haben im Rhein-Sieg-Kreis drei Betreiber Diebstähle bei der Polizei angezeigt. Der Beamte Stefan Birk vom Rhein-Sieg-Kreis erklärt: „Wir werden natürlich gucken, ob es da entsprechende Spuren gibt. Gibt es da Sicherungen? Gibt es Zeugenhinweise? Und dann ermitteln die Kollegen von der Kriminalpolizei natürlich auch. Wie sind die Wege von dem Altmetall? Gibt es irgendwo Hinweise, dass bei einem Schrotthändler größere Mengen Kupferkabel veräußert werden? So sind die Ermittlungsansätze.“

NRW ist Kupfer-Klau-Hotspot

Beim Betreiber EnBW sind durch die Diebstähle mehrere seiner Gleichstromladesäulen defekt. Bedeutet: Reparaturkosten und aktuell keine Einnahmen. Insgesamt zählt der Energieversorger inzwischen rund 1.600 entwendete Kabel an mehr als 200 Standorten. Schriftlich teilte das Energieunternehmen mit: „Der Gesamtschaden für die EnBW beläuft sich somit bereits auf einen mittleren einstelligen Millionenbetrag. NRW ist eine der Hotspot-Regionen des Kabeldiebstahls. Über 40% der gestohlenen Kabel wurden in NRW entwendet.“