Krankentransportwagen für BündnisverteidigungJohanniter und Bundeswehr üben Zusammenarbeit im Ernstfall

von Jens Diestelkamp und Niklas Bönsch

Auf dem Gelände des Bundesverteidigungsministeriums in Bonn präsentierten die Johanniter ihre Bereitschaft für den Verteidigungsfall: Insgesamt bis zu einhundert Krankentransportwagen sollten im Ernstfall zur Verfügung stehen – ein Signal der Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft und Bundeswehr.

Zusätzliche Kapazitäten für verwundete Soldaten

Im Kriegs- oder Bündnisfall ist der Sanitätsdienst der Bundeswehr vor allem im Einsatzgebiet selbst gebunden. Für den Transport von verwundeten Soldaten, die nach Deutschland ausgeflogen oder gebracht werden, fehlen zusätzliche Kapazitäten. Dort setzen die Johanniter an: Zwölf Fahrzeuge waren am Freitag (23.01.) auf dem Ministeriumsgelände zu sehen. Die Fahrzeuge stammen aus den Beständen der Johanniter-Regionalverbände, das Personal ist ebenfalls eingeplant. Nach Angaben der Hilfsorganisation handelt es sich um zusätzliche Ressourcen, die die reguläre Versorgung der Bevölkerung nicht beeinträchtigen.

Reaktion auf veränderte Sicherheitslage

Die Johanniter begründeten ihr Engagement mit einer veränderten geopolitischen Lage und zunehmenden Krisenszenarien. Sie wollen vorbereitet sein und frühzeitig Verantwortung übernehmen. Die Krankentransportwagen sollen nicht nur im Rahmen der Landesverteidigung zum Einsatz kommen, sondern auch bei Katastrophen oder anderen größeren Krisenlagen. Die Bundeswehr bewertete das Projekt als wichtiges Zeichen. Die Zusammenarbeit mit zivilen Hilfsorganisationen sei ein zentraler Baustein einer gesamtstaatlichen Gesundheitsvorsorge und ein sichtbarer Schulterschluss zwischen Militär und Zivilgesellschaft.

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Einsätze auch im Bündnisgebiet möglich

Die Fahrzeuge sind primär für Einsätze im Bundesgebiet vorgesehen, können bei entsprechender Beauftragung aber auch im Bündnisgebiet genutzt werden. Eine gemeinsame Übung von Bundeswehr und Johannitern ist in Planung und soll Anfang März im Raum Berlin stattfinden. Mit der Präsentation in Bonn wollen beide Seiten deutlich machen: Die Vorbereitung auf den Ernstfall beginnen nicht erst, wenn er eintritt.