Rechtsextreme Aktion in OstwestfalenIdentitäre Bewegung besetzt Hermannsdenkmal – Staatsschutz ermittelt
Das Hermannsdenkmal bei Detmold gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen Nordrhein-Westfalens. Am Sonntag (21.06.) haben Mitglieder der rechtsextremen Identitären Bewegung die höchste Statue Deutschlands stundenlang besetzt. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an. Jetzt ermittelt der Staatsschutz.
Vermummte Aktivisten auf dem Denkmal
Mindestens zehn vermummte Anhänger der Identitären Bewegung kletterten am Sonntagvormittag (21.06.) auf das Hermannsdenkmal. Nach Angaben der Polizei zündeten sie dabei auch Pyrotechnik. Als die Einsatzkräfte eintrafen, waren die meisten Beteiligten schon geflüchtet. Ein 21-jähriger Schweizer blieb jedoch auf dem Denkmal zurück. Mit Seilen gesichert harrte er dort mehrere Stunden aus. Gegen 17 Uhr kletterte er schließlich selbstständig herunter und wurde von der Polizei zur Wache gebracht. Nach seiner Vernehmung kam er wieder auf freien Fuß.
Windpark als Vorwand?
Nach Angaben der Gruppe richtete sich die Aktion gegen einen geplanten Windpark im Teutoburger Wald. Das Projekt liegt rund fünfeinhalb Kilometer vom Hermannsdenkmal entfernt. Gleichzeitig trugen die Beteiligten T-Shirts mit der Aufschrift „Remigration“ und entrollten Banner mit der Botschaft „Heimat verteidigen“. Für Jörg Düning-Gast vom Landesverband Lippe steht fest, dass das Denkmal mit dem geplanten Windpark nichts zu tun hat. Über solche Projekte würden in Deutschland Gesetze und Gerichte entscheiden.
Ermittlungen wegen Volksverhetzung
Die Identitäre Bewegung wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Ihr werden unter anderem menschenrechtsfeindliche Ideologien vorgeworfen. Nach Angaben der Sicherheitsbehörden hat die Gruppe in Deutschland rund 450 Mitglieder. Die Polizei ermittelt nun wegen Hausfriedensbruchs und des Verdachts der Volksverhetzung. Der Staatsschutz des Polizeipräsidiums Bielefeld hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Zudem prüfen die Behörden, welche weiteren Personen an der Aktion beteiligt waren. Für die Bevölkerung bestand laut Polizei zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr.

































