Sicherheit im Wasser wird für Kinder zum Problem! Herausforderungen im Schwimmunterricht: Bonn weitet Möglichkeiten aus - Aber weniger Schwimmbusse in Köln

von Anne Tafferner

Im neuen mobilen Schwimmcontainer soll keiner baden gehen, sondern schwimmen lernen: Mehr als 800 Kinder feiern auf dem Münsterplatz in Bonn „Mobi“. Der Container ermöglicht kostenlose Schwimmkurse für Kinder. Während Bonn damit neue Möglichkeiten schafft, gibt es in Köln Ärger: Dort hat die Stadt für 40 Schulen Anträge auf Busse zum Schwimmbad abgelehnt.

In Bonn kommt das Schwimmbad zu den Kindern

„Mobi“ heißt der mobile Schwimmcontainer, der Kindern kostenlose Kurse ermöglichen soll. Finanziert wird das Projekt vom Förderverein der Sparkasse KölnBonn. Die Idee dahinter ist einfach: Wenn die Kinder nicht zum Schwimmbad kommen können, soll das Schwimmbad zu ihnen kommen. Für Gero Wiesenhöfer vom Förderverein ist der Handlungsbedarf groß. Er verweist auf die vielen Kinder, die nicht schwimmen können und auf die Gefahr von Badeunfällen. Ab Mitte Oktober steht der mobile Schwimmcontainer vor einer Grundschule in Bonn. Insgesamt soll er fünf Jahre in der Stadt bleiben.

60 Prozent können nicht sicher schwimmen

Auch die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) schlägt Alarm. Nach deren Zahlen können 60 Prozent der Kinder am Ende der Grundschule nicht sicher schwimmen. Im vergangenen Jahr haben in Nordrhein-Westfalen rund 9.900 Schüler ihr Seepferdchen-Abzeichen gemacht. Das waren mehr als 800 weniger als im Vorjahr. Als Gründe werden lange Wartelisten für Schwimmkurse, fehlendes Personal, Sanierungsstau und geschlossene Bäder genannt.

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Köln lehnt Busse für 40 Schulen ab

Während in Bonn ein zusätzlicher Ort zum Schwimmenlernen geschaffen wird, sorgt in Köln eine andere Entscheidung für Kritik. Dort gibt es zwar noch offene Schwimmhallen, die Stadt hat aber für 40 Schulen Anträge auf Busse zum Schwimmbad abgelehnt. Die Kinder könnten stattdessen zu Fuß gehen oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen, heißt es. Michaela Krützen hält das für die falsche Entscheidung. Ihre Tochter besucht die dritte Klasse der Katholischen Grundschule Zugweg. Nach ihren Angaben kann rund ein Drittel der Kinder in der Klasse ihrer Tochter nicht schwimmen.

Nur rund 35 Minuten im Wasser

Auch Lehrer Andreas Scheit sieht ein Problem. Er berichtet, dass die Schüler beispielsweise am Mittwoch (23.09.) nur etwa 35 Minuten tatsächlich im Wasser verbringen konnten. Die restliche Zeit ging für den Weg und das Umziehen drauf. Auch eine sogenannte Lernzeit am Nachmittag musste ausfallen. Die Stadt Köln verweist auf die Schülerfahrkostenverordnung NRW. Die Anträge seien auf dieser Grundlage geprüft worden. Gleichzeitig stehe die Verwaltung im engen Austausch mit den Schulen. Sollten berechtigte Einwände bestehen, wolle die Stadt Anpassungen vornehmen.

Zweiter Schwimmcontainer soll nach Köln kommen

In Bonn geht „Mobi“ ab Mitte Oktober an den Start. Bei nur einem Container soll es nicht bleiben: Der Förderverein möchte schon bald einen zweiten anschaffen. Dieser soll dann in Köln zum Einsatz kommen – und könnte damit künftig auch Kindern das Schwimmenlernen ermöglichen, die sonst zum Schwimmbad laufen müssten.