Kontrolle im Duisburger ProblemhochhausGroßeinsatz am „Weißen Riesen“ – Stadt prüft Sozialleistungsbetrug und Verstöße gegen das Melderecht

Großeinsatz im Duisburger Stadtteil Hochheide: Mitarbeiter der Stadt, des Ordnungsamtes und rund 60 Polizeibeamte haben den sogenannten „Weißen Riesen“ kontrolliert. Im Fokus standen mögliche Verstöße gegen das Melderecht und der Verdacht auf unrechtmäßig bezogene Sozialleistungen.

Behörden kontrollieren Wohnungen

Der Einsatz begann am frühen Dienstagmorgen (30.06.) gegen kurz nach sieben Uhr. Die Einsatzkräfte gingen im Hochhaus von Tür zu Tür und überprüften, wer tatsächlich in den Wohnungen lebt. Kontrolliert wurden vor allem Wohnungen, die bei früheren Einsätzen nicht betreten werden konnten – entweder weil niemand öffnete oder weil die vier Wände unbewohnt waren. Ziel der Stadt ist es, das Melderegister zu bereinigen und möglichen Sozialleistungsbetrug aufzudecken.

Problemhochhaus sorgt seit Jahren für Schlagzeilen

Der „Weiße Riese“ mit seinen rund 320 Wohnungen gilt seit Langem als sozialer Brennpunkt. Immer wieder berichten Anwohner über Kriminalität, Vermüllung und bauliche Mängel. Auch Umer Shazad lebt seit drei Jahren mit seiner Familie im Hochhaus. Der selbstständige Handyreparatur-Unternehmer stammt aus Pakistan, seine Frau ist Deutsche. Er beschreibt die Situation als belastend. Seine Kinder lasse er aus Sicherheitsgründen nicht allein vor dem Haus spielen. Nach seinen Schilderungen seien viele Wohnungen überbelegt. Teilweise würden zahlreiche Menschen auf engstem Raum leben, während ständig neue Bewohner ein- und ausgingen. Außerdem kritisiert er, dass offensichtliche Mängel im Gebäude häufig nicht beseitigt würden.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Bereits 2024 wurden hunderte Personen abgemeldet

Schon bei einer ähnlichen Kontrolle im vergangenen Jahr hatte die Stadt zahlreiche Unregelmäßigkeiten festgestellt. Damals wurden rund 500 Personen von Amts wegen abgemeldet. Außerdem deckten die Behörden Sozialleistungsbetrug auf. Nach Angaben der Stadt mussten unter anderem zu Unrecht gezahlte Kindergeldleistungen in Höhe von rund 200.000 Euro zurückgefordert werden.

Bilanz der Kontrolle

Am Dienstagnachmittag (30.06.) ist der Einsatz im „Weißen Riesen” beendet. Die Bilanz der Kontrolle: 50 Menschen leben im Hochhaus, obwohl sie dort nicht gemeldet sind. 130 registrierte Bewohner konnten nicht angetroffen werden. Bei ihnen wird jetzt geprüft, ob der Wohnsitz abgemeldet werden kann.