Tierarzt braucht eine starke NaseDicke Luft in Kleve! Stinktier-Nachwuchs sorgt bei Erstuntersuchung für Geruchswolke

Klein, niedlich und ganz schön stinkig: Im Tiergarten Kleve sind im Mai sechs Streifenskunks zur Welt gekommen. Jetzt stand für den Nachwuchs die erste große Untersuchung an. Die Tiere wurden gewogen, ihr Geschlecht bestimmt und sie bekamen einen Mikrochip. Für Tierarzt und Tierpfleger wurde der Termin zu einer echten Geruchsprobe.

Mikrochip als „Personalausweis“ für die Stinktiere

Einige der sechs Jungtiere hatten die Untersuchung schon hinter sich, nun war der Rest an der Reihe. Bevor es ins Gehege ging, packte Tierarzt und Tiergarten-Geschäftsführer Martin Polotzek zunächst alles zusammen, was er für den Einsatz brauchte. Bei den jungen Stinktieren sollte unter anderem das Geschlecht bestimmt werden. Das ist wichtig, damit später geeignete Plätze für die Tiere in anderen Zoos gefunden werden können. Zusätzlich bekam jedes Jungtier einen Mikrochip unter die Haut. „Damit wir nicht durcheinanderkommen, ist es wichtig, dass jedes Tier den Personalausweis, also diesen Identifikator, diesen Mikrochip unter die Haut bekommt“, erklärt Polotzek.

Schutzanzug gegen die stinkende Abwehr

Gemeinsam mit Tierpfleger Arne Schiemann ging es ins Gehege. Beide waren bestens vorbereitet: Schutzanzug, Handschuhe, Atemmaske und Brille sollten sie vor dem berüchtigten Sekret der Stinktiere schützen. Diese Vorsichtsmaßnahmen haben ihren Grund: Fühlen sich Stinktiere bedroht, können sie ihr stark riechendes Sekret mehrere Meter weit versprühen. Nach und nach werden die sechs Jungtiere und ihre beiden Mütter eingefangen. Die Tiere werden gewogen und untersucht. Außerdem kontrolliert Polotzek, welche Skunks schon einen Mikrochip haben. Bei den Jungtieren wird zusätzlich das Geschlecht bestimmt. Dabei zeigen die kleinen Stinktiere, dass sie ihre besondere Verteidigung schon beherrschen. Der Geruch: Eine Mischung aus Knoblauch, altem Schweiß und verbranntem Gummi. Damit es nur halb so schlimm stinkt, hält Martin Polotzek einen Tupfer an die Analdrüsen. Für Tierpfleger Arne Schiemann ist die Untersuchung der Stinktiere eine Premiere, die Eindruck hinterlässt. Zwischendurch muss er sogar eine Pause einlegen. „Irgendwann musste ich einfach husten“, erzählt er. Auch seine Augen haben durch den intensiven Geruch angefangen zu tränen. Besonders unangenehm: Der Gestank kann nach Angaben des Tierarztes bis zu einer Woche an Kleidung und Körper haften bleiben.

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Fünf Weibchen und ein Männchen

Nach rund anderthalb Stunden ist die Untersuchung geschafft. Das Ergebnis: Unter den sechs Jungtieren befinden sich fünf Weibchen und ein Männchen. Gemeinsam mit ihren beiden Müttern durften die kleinen Skunks anschließend zurück ins Außengehege. Dort bleiben sie zunächst noch einige Wochen. Wenn sie alt genug sind, sollen die meisten Jungtiere an andere zoologische Einrichtungen abgegeben werden. Einige Weibchen könnten allerdings in Kleve bleiben. Der Tiergarten möchte nach Angaben von Polotzek langfristig eine Weibchengruppe aufbauen.

Nach dem Stinktier-Termin lieber ins Büro

Die kleinen Skunks schien die Aufregung schnell nicht mehr zu interessieren. Zurück im Gehege erkundeten sie wieder ihre Umgebung. Wer ihnen dabei allerdings zu nahe kommt, könnte schnell feststellen: Auch wenige Monate alte Stinktiere wissen schon ziemlich genau, wie sie sich verteidigen. Für Martin Polotzek war der Arbeitstag nach der geruchsintensiven Untersuchung dagegen weitestgehend gelaufen. Mit einem Augenzwinkern erklärt der Tierarzt: „Termine sind heute alle abgesagt. Ich bin jetzt nur noch im Büro eingesperrt.“