Stollen im StollenBäcker lagert Christstollen unter Tage im Sauerland

Lebkuchen und Spekulatius gibt es schon seit ein paar Wochen in den Supermarkt-Regalen. Ein Bäcker aus dem Sauerland ist Spezialist für Christstollen. Seine beliebteste Kreation ist der „Glück Auf Stollen“. Der Name ist Programm, denn das Gebäck reift tief unter Tage.

von Martin Breunig

Der Stollen aus dem Stollen

Jörg Liese ist mit seinem Stollen auf dem Weg in den Stollen. Mit der Bergwerksbahn geht es 1.500 Meter tief in den Dornberg im Sauerland: Grubenfahrt pünktlich zur Stollen-Saison. Darauf freut sich der 57-jährige Bäcker und Konditormeister das ganze Jahr. Ab November beginnt die Stollensaison. Gebacken wird im sauerländischen Ostwick. Neben Orangeade, Zitronade, Sternanis, Nelken, Koreander und Vanille kommt ein ordentlicher Schluck Rum in die Rosinen. So wird das Gebäck aus Hefeteig schön saftig.

Aus dem Ofen in das Bergwerk

Aus dem Ofen geht der Stollen direkt in das ehemalige Erzbergwerk in Ramsbeck. Zusammen mit Rainer Nölke fährt Bäckermeister Liese in den Berg ein. Rund zwölf Minuten dauert die Fahrt mit der Grubenbahn. Bis 1974 wurde dort noch unter der Tage gearbeitet. Jetzt ist das Ganze ein Besucherbergwerk – außerdem auch das Lager für die Christstollen von Bäcker Liese. Dort sind die Lagerbedingungen wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit perfekt. Vier Wochen lagern die Glückauf Stollen im ehemaligen Pferdestall des Bergwerks. Erst dann haben sie sich den Namen Glück auf Stollen verdient. Zu kaufen gibt es das Gebäck aus dem Bergwerk ab 18 Euro pro 700 Gramm.