Vorschule soll 2028/2029 startenABC-Klassen noch vor der Grundschule – Wüst und Feller stellen Pläne vor

von Antonia Schütter und Martin Breunig

Die Landesregierung präsentierte in Düsseldorf ihren Plan, wie sie Kinder schon vor der Grundschule fit machen will - vor allem, was Sprache anbetrifft.

Sprachtest überprüft Deutschkenntnisse bei Kita-Kids

NRW-Schulministerin Dorothee Feller und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (beide CDU) haben am Dienstag (13.01.) ihre Vision für unsere Klassenräume vorgestellt. Die Pläne der Landesregierung: Kindergartenkinder sollen im Jahr vor der Einschulung in sogenannten ABC-Klassen auf die Schule vorbereitet werden. Wie gut die Kinder Deutsch sprechen, wird vorher in einem Sprachtest geprüft. Fällt der zu schlecht aus, kommen sie in sogenannte ABC-Klassen. Dort geht es laut NRW-Schulministerin Feller vor allem darum den Wortschatz erweitern. Die Kurse sollen an zwei Tagen in der Woche zu jeweils zwei Stunden stattfinden.

Lehrerverband begrüßt den Plan

Laut aktuellen Zahlen spricht rund ein Drittel der Grundschulkinder kaum oder nur schlechtes Deutsch. Vernünftiger Unterricht ist so kaum möglich. Die geplanten ABC-Klassen kommen beim Lehrerverband gut an. So sei die Sprachkompetenz die Voraussetzung für Teilnahme am Unterricht. Wenn die Schüler nicht verstehen, was vorne gesprochen wird, könnten sie im Unterricht nicht teilnehmen.

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Pflicht zum Sprachtest

Die Teilnahme an den Sprachtests ist Pflicht. Der mögliche Besuch der ABC-Klassen auch. Rund 1.600 neue Grundschullehrer und sozialpädagogische Fachkräfte sollen die schulischen Vorkurse leiten. Kaum zu leisten, fürchtet die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Es fehle an Fachkräften.

Sprachförderung soll in Schulen oder Kitas stattfinden

Ab 2028 soll der Test entscheiden, wer schon vor dem ersten Schultag Sprachförderung bekommt. Die spezielle Sprachförderung soll dann in Schulen oder den Kitas stattfinden. Das findet die NRW-SPD falsch. Für die Sozialdemokraten sollen die Kinder da lernen, wo sie sowieso sind, nämlich in den Kintertagesstätten. Fahrtkosten, zusätzliches Personal, mehr Räume, Lernmaterial- die geplanten ABC-Klassen werden Geld kosten. Das will die Landesregierung in einem sogenannten Belastungsausgleichsgesetz regeln. An dem wird aktuell gearbeitet.