Mit Europäischem Haftbefehl festgenommen25 Jahre später: Prozess um Autoradio-Diebstahl und Messerstecherei

von Rogatus Skanta

Fast ein Vierteljahrhundert liegt der Fall jetzt zurück. Aber erst seit Mittwoch (01.04.) steht ein 53-Jähriger aus Litauen unter anderem wegen versuchten Mordes vor Gericht. 2001 soll er in Titz bei Jülich ein Radio aus einem Wagen geklaut haben. Dann wird der Autobesitzer bei einer Auseinandersetzung schwer verletzt.

Der Fall in Titz

In der Nacht auf den 14. Oktober 2001 sollen der Angeklagte und ein Komplize in Titz bei Jülich ein Autoradio aus einem parkenden Auto gestohlen haben. Sie wurden von einem Zeugen entdeckt, der mit weiteren Personen die Täter verfolgte, stellte und in eine Prügelei verwickelte. Dabei bekam einer der Verfolger einen Messerstich in den Bauch, die laut Staatsanwaltschaft vom Angeklagten ausgeführt wurde. Das Opfer überlebte dank einer Notoperation. Die Täter flohen.

Versuchter Mord verjährt nicht

Erst 2021 führte eine bislang unentdeckte DNA-Spur zu dem Verdächtigen in Litauen, der jedoch nicht ausgeliefert wurde, da die Tat nach litauischem Recht verjährt ist. Bei einer Reise nach Norwegen griff ein Europäischer Haftbefehl. Nun wird ihm in Deutschland der Prozess gemacht, wo versuchter Mord unverjährbar ist. Über seinen Anwalt gibt der Angeklagte die Beteiligung an der Schlägerei zu, bestreitet aber, das Messer geführt zu haben. Der andere Täter soll mittlerweile verstorben sein - kann also nicht mehr befragt werden. Im Falle einer Verurteilung muss der Angeklagte mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe rechnen. Ein Urteil soll noch im April fallen.