„Irgendwann ist die Grenze erreicht”Ryanair verabschiedet sich vom Bremer Flughafen

Schluss mit Billigflügen?
Für günstiges Geld mit Ryanair in den Urlaub fliegen – eine Möglichkeit, die auch am Bremer Flughafen viele Urlauber gerne nutzen. Doch bald ist damit Schluss, denn Ryanair verabschiedet sich im nächsten Jahr komplett vom Bremer Flughafen. Aber wie kommt es zu diesem Bruch?
Ende der Zusammenarbeit könnte Millionenverlust bedeuten
Für den Bremer Flughafen ist der Abzug von Ryanair wirtschaftlich ein großes Problem. Das Bremer Wirtschaftsressort rechnet mit rund 400.000 Fluggästen pro Jahr, die dann in Zukunft wegfallen könnten und das in einer ohnehin schon schwierigen Zeit: „Der Verlust bedeutet für uns circa 3 Millionen weniger Einnahmen. Das ist für den Flughafen ein Riesenthema, weil wir tatsächlich finanziell in einer sehr angespannten Lage sind. Und wir müssen jetzt unsere Sanierungsbestrebungen, die wir angesetzt haben, noch weiter verstärken“, erklärt der Staatsrat im Wirtschaftsressort, Kai Stührenberg, im Gespräch mit RTL.
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Letztendlich sollen nicht erfüllbare Forderungen von Ryanair zum Ende der Zusammenarbeit am Bremer Flughafen geführt haben. „Ryanair wollte die Leistungen des Flughafens und die Nutzung seiner Infrastruktur nahezu kostenfrei erhalten. Dadurch würde der Airport mit jedem Passagier von Ryanair Verluste erwirtschaften“, heißt es in einer Mitteilung des Wirtschaftsressorts.

Das Land Bremen hatte die Airline noch einmal um Gespräche gebeten, die hat Ryanair allerdings abgelehnt und stattdessen bekannt gegeben, sich ab April 2027 komplett vom Bremer Flughafen zurückzuziehen. „Wir sind Ryanair weit entgegengekommen, aber irgendwann ist die Grenze erreicht. Der Verlust tut weh. Aber auf einen Preis, der den Flughafen dauerhaft belastet und gegen das Beihilferecht verstößt, lassen wir uns nicht ein“, erklärt Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) in einer Mitteilung. Das Beihilferecht regelt das grundsätzliche Verbot staatlicher Subventionen, um unfaire Wettbewerbsverzerrungen zu verhindern. Die Airline selbst hat sich auf unsere Anfrage nicht zurück gemeldet.
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Knapp jeder vierte Fluggast könnte wegfallen
Das Land Bremen sucht jetzt händeringend nach alternativen Airlines, um zumindest einen Teil der Flüge auffangen zu können. Etwa jeder fünfte Fluggast von rund zwei Millionen Gästen im Jahr ist von Bremen aus mit Ryanair geflogen. Vor allem, weil Ryanair vergleichsweise besonders günstige Flüge anbietet. „Ich verstehe es auch nicht ganz, weil wir eine sehr hohe Auslastung von 90 Prozent haben. Und noch im März hat Ryanair gesagt, dass Bremen absolut ein guter Standort ist, der sehr viel für die Airlines und auch für Ryanair tut”, sagt Kai Stührenberg. Ob damit in Zukunft auch ganze Flugrouten wegfallen könnten, soll jetzt geklärt werden.
Verwendete Quellen: eigene RTL‑Recherche



