Tödliche Falle!Polizistenmord von Holzminden: „Hinterhalte sind nicht trainierbar”

Die Polizisten Andreas Wilkending und Jörg Lorkowski werden bei einem Einsatz ermordert.
Die Polizisten Andreas Wilkending und Jörg Lorkowski werden 1991 bei einem Einsatz ermordet.
Polizei

Es ist ein Fall, der Entsetzen auslöst.
Am 12. Oktober 1991 meldet ein Mann in Holzminden einen Wildunfall. Zwei Polizisten übernehmen den Einsatz, wollen helfen. Doch es gibt gar keinen Unfall. Die Beamten Andreas Wilkending und Jörg Lorkowski werden in eine perfide Falle gelockt und getötet.
Können sich Einsatzkräfte auf solche Situationen überhaupt vorbereiten?

Nachwuchsbeamte trainieren Gefahrensituationen

Frank Peter trainiert mit Nachwuchsbeamten Einsätze realitätsnah.
Frank Peter trainiert mit Nachwuchsbeamten Einsätze realitätsnah.
RTL

Um in Niedersachsen Polizistin oder Polizist zu werden, absolvieren junge Menschen ein dreijähriges Studium. Mit den Anwärtern werden unterschiedliche Szenarien trainiert und das so realitätsnah wie möglich, zum Beispiel Einsätze unter Stress oder unklare Lagen. In den Übungen müssen schnelle Entscheidungen getroffen werden, auch wenn die Situation eskaliert.

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Frank Peter ist Einsatztrainer bei der Polizeiakademie Niedersachsen und trainiert mit dem Nachwuchs. „Das ist eines unserer großen Ziele, dass wir die Trainings möglichst realistisch darstellen. Wir schminken die Leute, wir versuchen, die Räumlichkeiten in geeigneter Manier auszustatten, dass die jungen Leute sich tatsächlich in dem Szenario, auch wie in einem echten Szenario, fühlen, um eben auch echte Reaktionen hervorzurufen, mit denen man dann im Feedback und auch in den Folgetrainings gut arbeiten kann”, sagt Frank Peter.

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Ein vermeintlicher Routineeinsatz endet tödlich

Wenn es jemanden gibt, der der Polizei wirklich schaden möchte, dann werde er es vermutlich auch schaffen, denkt Frank Peter: „Hinterhalte, wie wir in Holzminden erleben mussten, lassen wir ganz bewusst auf, weil es am Ende nicht trainierbar ist.”

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Rückblick:
Die Polizisten Andreas Wilkending und Jörg Lorkowski fahren am 12. Oktober 1991 mitten in der Nacht zu einem vermeintlichen Wildunfall am Parkplatz Rottmündetal in der Nähe von Holzminden. Als dann plötzlich der Funkkontakt abbricht, trifft eine Stunde später ein weiterer Streifenwagen am angeblichen Unfallort ein. Dort finden sie kein verletztes Wild und auch keinen hilfesuchenden Autofahrer. Die Polizisten sehen Blut, Glassplitter und Patronenhülsen. Von Andreas Wilkending und Jörg Lorkowski fehlt jede Spur. Einen Tag später wird das Einsatzfahrzeug gefunden, ausgebrannt und mit Einschusslöchern in der Karosserie. Am 16. Oktober 1991 werden die Täter gefasst. Einer von ihnen führt die Beamten zu den vergrabenen Leichen der Polizisten. Die Täter werden 1995 verurteilt. Bis heute erinnert ein Gedenkstein auf dem Waldparkplatz an die zwei Polizisten, die im Dienst ihr Leben verloren haben.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche