Vor ihm liegen 1.000 HöhenmeterMit einem Kühlschrank auf dem Rücken! Sportler will Tour de France-Etappe laufen

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Tilo Koch bezeichnet sich selbst als Sportabenteurer.
von Lotti Schulze und Maxim Kupermann

Eine Wanderung der etwas anderen Art.
Tilo Koch aus Stuhr bei Bremen ist bekannt für ungewöhnliche Herausforderungen: Der 47-Jährige hat das Matterhorn bestiegen, sein eigenes Körpergewicht in Suppe gegessen und ist 24 Stunden lang mit einer Schubkarre den Nord-Ostsee-Kanal entlang gejoggt. Jetzt plant er sein wohl verrücktestes Projekt: Mit einem 32 Kilogramm schweren Kühlschrank auf dem Rücken will er eine Tour de France-Bergankunft hinauflaufen!

Ein Mann, ein Kühlschrank, ein Symbol

Für Tilo ist der Kühlschrank nicht einfach nur ein außergewöhnliches Sportgerät. „Mir geht es tatsächlich darum, die Leute so ein bisschen zum Nachdenken zu bringen. Es geht um Nachhaltigkeit. (...) Der Kühlschrank ist für mich ein Symbol für Sachen, die ich bewahren möchte. Wenn ich etwas frisch halten möchte, wenn ich etwas bewahren möchte, dann tue ich es in den Kühlschrank“, erzählt er im Interview mit RTL. Gemeint sind Erinnerungen, Werte, Begegnungen – Tilo Koch will Abenteuersport mit Bedeutung statt bloßes Spektakel. Seine Aktionen sollen auffallen, aber sie sollen auch etwas erzählen.

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Kindheitstraum Tour de France – aber zu Fuß

Sein aktuelles Projekt führt ihn von Norddeutschland in die Alpen. Schon früh hat der gebürtige Osnabrücker die Tour de France im Fernsehen verfolgt: „Mir war von Kindesbeinen an klar: Da will ich mal hoch nach Alpe d’Huez“. Jahrzehnte lang bleibt dieser Satz hängen – und wird zur Idee.

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Die 19. Etappe der Tour de France ist insgesamt 128 Kilometer lang. Tilo nimmt sich einen Teil davon vor: den berühmten Schlussanstieg von Le Bourg‑d’Oisans nach Alpe d’Huez, rund 14 Kilometer mit etwa 1.000 Höhenmetern. Wo andere im Radsattel sitzen, will er laufen. Und zwar mit Kühlschrank auf dem Rücken – 32 Kilo, fest verzurrt, das Symbol für all das, was er „bewahren“ möchte.

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Training auf dem „Müllberg“

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Der Bassumer Utkiek kommt den französischen Alpenpässen laut Koch am nächsten.

In Bremen und Niedersachsen gibt es jedoch keine langen Alpenpässe. „Leider Gottes gibt es im Umfeld von Bremen eigentlich kaum Steigungen“. Also sucht er nach dem Maximum, das die Umgebung hergibt: den Bassumer Utkiek, eine ehemalige Deponie, heute ein künstlicher Hügel.  „Das hier ist die härteste Steigung, die ich finden konnte in meiner Nähe. Deswegen trainiere ich regelmäßig hier am Bassumer Utkiek. Es ist kurz, aber es ist schön steil.“

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Am Freitag (24. Juli) wird es dann ernst. Bevor die Tour‑de‑France‑Fahrer auf der Rampe erscheinen, ist die Strecke für Hobbyfahrer und Zuschauer geöffnet – und für Tilo. Mit Kühlschrank auf dem Rücken will er den Berg hoch. Er hofft auf viele Menschen am Rand, die ihn anfeuern, vielleicht auch einmal eine Flasche Wasser reichen.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherchen