Gegen Deepfakes und Cybergrooming!Schleswig-Holstein will 1,8 Millionen Euro in den Schutz von Frauen im Netz investieren

Schleswig-Holstein legt einen 10-Punkte-Plan vor, um digitale sexualisierte Gewalt gezielt zu bekämpfen.
Die Landesregierung legt einen Zehn-Punkte-Plan vor, um digitale sexualisierte Gewalt gezielt zu bekämpfen.
RTL

Zehn konkrete Maßnahmen sollen Frauen besser schützen.
Fälle von digitaler sexualisierter Gewalt, wie sie unter anderem Collien Fernandes erfahren haben soll, zeigen auf erschreckende Weise, wie technologischer Fortschritt gezielt gegen Frauen eingesetzt wird. Schleswig-Holstein möchte jetzt handeln und hat heute zehn Maßnahmen vorgestellt, um Betroffene besser zu schützen.

Zehn-Punkte-Plan gegen digitale Gewalt

Jede fünfte Frau in Deutschland hat in den vergangenen fünf Jahren digitale Gewalt erlebt. Eine Studie aus dem Februar zeigt: Es gibt ein großes Dunkelfeld partnerschaftlicher, sexualisierter Gewalt. „Die Formen sind so schlimm wie vielfältig: Überwachung, Kontrolle, Einschüchterung, Erniedrigung, Missbrauch, Cybergrooming, Cybermobbing, Cyberdoxing”, beschreibt Gleichstellungsministerin Aminata Touré am Montag (27. April) bei einer Pressekonferenz in Kiel die unterschiedlichen Formen von digitaler Gewalt.

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So vielfältig die digitalen Gewaltformen sind, so vielfältig ist auch das Maßnahmenpaket der schleswig-holsteinischen Landesregierung. Der Zehn-Punkte-Plan beinhaltet zum Beispiel eine Aufklärungskampagne: „Für uns geht es vor allem darum, dass man darauf aufmerksam macht: Was für Formen von digitaler Gewalt gibt es, wie kann man sich davor schützen? Das ist im Bereich der Prävention total wichtig”, erklärt Touré im Gespräch mit RTL.

Im Video: DAS sind die offenen Fragen im Fall Collien Fernandes

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Auch die Landespolizei wird personell aufgestockt

Darüber hinaus sollen Frauen- und Beratungsstellen mehr unterstützt werden, um Betroffenen zur Seite zu stehen und zum Beispiel in akuten Situationen Accounts und Geräte abzusichern oder Kommunikation zu steuern. Neben Aufklärungskampagne und Unterstützung in den Beratungsstellen soll auch die Landespolizei gestärkt werden.

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So werden beispielsweise 18 weitere Stellen in der Abteilung der Cyberanalytik geschaffen: „Im Bereich der sexualisierten digitalen Gewalt sind sehr viele Daten auszuwerten. Das bedeutet: Smartphones, Laptops, das sind eine unfassbare Menge. Und deswegen braucht die Landespolizei noch mehr Cyber-Analystinnen und -Analysten, die schneller die Smartphones, die schneller die Laptops auswerten können”, erklärt Innenministerin Magdalena Finke.

Maßnahmenpaket kostet rund 1,8 Millionen Euro

Außerdem plant die Landesregierung, Fachkräfte in Kitas und Schulen zu stärken, sodass sie bei Gewaltpräventionsthemen gut geschult sind. Ein Schwerpunkt dabei: Der Umgang mit KI-generierten Formaten.

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Die Landesregierung will in der Landtagssitzung Anfang Mai einen Antrag zum Zehn-Punkte-Plan einbringen und dafür 1,8 Millionen Euro bereitstellen. Um sexualisierte Gewalt im digitalen Raum zu bekämpfen und den Schutz von Frauen zu verbessern.

Verwendete Quellen: RTL-Recherche