Hoffnung in der OstseeDie Timmy-Sensation! Experten strahlen: „Es geht ihm viel besser”

Timmy, halte durch!
Für den vor der Insel Poel (Mecklenburg-Vorpommern) gestrandeten Wal gibt es endlich einen richtigen Hoffnungsschimmer. Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies erklärte am Montagnachmittag bei RTL: „Mir kamen gerade freudig die Experten entgegen. Sie sagen: Timmy geht es viel besser. Er sieht gut aus. Er bewegt sich gut. Er sieht viel besser aus. Die sind gerade richtig happy.”
Tierärztin über Drama um Timmy: „Dschungelcamp ist gar nichts dagegen”

Man merkt Dr. Tönnies die Erleichterung an. Die neue Einschätzung verschafft nach dem permanenten Auf und Ab und Drama gerade Hoffnung. Die Tierärztin trocken: „Das Dschungelcamp ist gar nichts dagegen.” Und weiter: „Timmy ist in einem doch deutlich besseren, lebhafteren, vitaleren und interessierteren Zustand, als wir die letzten Stunden geglaubt haben.” Beweglichkeit und Atmung hätten sich aktuell stark verbessert.
Bemerkenswert: Kurz vorher hatte die Ärztin ein gegensätzliches Bild gezeichnet. Offensichtlich waren die Retter untereinander nicht abgestimmt.
Fakt ist: Timmys Rettung mit dem Lastschiff (mehr dazu unten) muss so oder so jetzt schnell gehen. Kirsten Tönnies: „Da hinten ist dieser permanente Druck. Zeit, Zeit, schneller, schneller!” Der entscheidende Rettungsschritt für Timmy ist schon geplant.
Lastschiff soll Wal Timmy in die Freiheit bringen: So soll er verladen werden

Ein Lastkahn ist auf dem Weg zum gestrandeten Wal. Ein Schiff schiebt eine Art riesiges Schwimmbecken vor sich her. Dort soll Timmy rein und in die Freiheit gefahren werden. Der Lastkahn soll am Montagnachmittag in Wismar eintreffen.
Nach bisherigen Angaben soll der Wal am Dienstag in die Barge (also das Schwimmbecken) aufgenommen und dann samt Wasser lebend Richtung Nordsee transportiert werden.
Der technische Leiter der privaten Initiative für den Transport des Tiers, Felix Bohnsack, hatte kürzlich das Konzept für den Transport erklärt: Eine solche Barge werde sonst etwa zum Abtransport von Schiffen verwendet. „Die Barge misst insgesamt 50 Meter in Länge, 13 Meter in Breite.” Sie habe eine Ladekapazität von 400 Tonnen. Durch Wassertanks in den Seiten könne man die Barge absenken und anheben. Im Innenraum biete sie in der Länge etwa 47 Meter und in der Breite etwa elf Meter Platz. „Die Barge hat insgesamt einen Ladetiefgang von vier Metern.”
Sie soll durch eine zuvor geschaffene Rinne mit der Ladeöffnung an den Wal herangeführt werden. Unter den Wal soll demnach eine durch ein Netz gehaltene Plane geführt werden. „Es bildet sich erst ein U um den Wal herum, so dass er quasi erstmal nach rechts und links sich nicht wirklich mehr drehen kann. Und dann ziehen wir die Front einmal hoch, damit sich so eine Art Lippe bildet.” Das solle den Wal daran hindern, nach vorne wegzuschwimmen.
Dreieinhalb Tage bis nach Nord-Dänemark

Timmy soll dann rückwärts in die Barge eingeladen oder „reingefloatet” werden, wie Bohnsack sagte – „und das kontrolliert mit der Netzplane.” Er solle dann später wieder vorwärts herausschwimmen können. Die Ladeöffnung soll offenbleiben und nur mit einem speziellen Netz gesichert werden. Dieses sei sehr engmaschig, damit sich das Tier nicht verletze, so Bohnsack. Zum einen müsse gewährleistet sein, dass das Tier im Notfall schnell freigelassen werden kann. „Und es ist dahingehend auch wichtig, dass immer ein konstanter, gesunder Wasseraustausch für das Tier da ist, dass es nicht im selben Wasser schwebt, mit dem wir es hier eingeladen haben”, erklärte Bohnsack.
Von einem Schiff gezogen soll die Barge samt Wal Fehmarn passieren und bis nach Skagen zum Eingang der Nordsee gebracht werden. Dafür seien dreieinhalb Tage geplant. „Dann werden wir schlussendlich den Zustand des Tieres nochmal bewerten, schauen, wie die Reise überstanden wurde.” Bohnsack selbst werde das Tier auf der Reise begleiten. Laut Plan sollten aber auch Veterinäre beziehungsweise Wal-Experten mitfahren.
Verwendete Quellen: RTL, dpa


