Junge aus Güstrow getötetMordprozess im Fall Fabian (†8) – jetzt steht der Fundort-Zeuge im Fokus

Fabian aus Güstrow wurde mehrere Tage vermisst, bevor seine Leiche gefunden wurde.
Fabian aus Güstrow wurde mehrere Tage vermisst, bevor seine Leiche gefunden wurde (Archivbild)
Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern

Was kann er zur Aufklärung beitragen?
Seit Ende April läuft der Prozess um den Tod des kleinen Fabian aus Güstrow. Die Angeklagte Gina H. schweigt bislang zum Tatvorwurf. Darum befragt das Landgericht Rostock zahlreiche Zeugen, um das grausame Verbrechen aufzuklären. Am Freitag (12. Juni) sagt ab 9.30 Uhr der Mann aus, der zuerst mit der 30-Jährigen am Fundort der Kinderleiche gewesen sein soll.

Wichtige Zeugenaussage im Mordprozess um Fabian (†8)

Als der Achtjährige aus Güstrow im Oktober 2025 verschwand, suchten Polizei und Freiwillige tagelang nach dem Jungen. Schließlich wurde seine Leiche vier Tage später an einem Tümpel in der Nähe von Klein Uphal (Mecklenburg-Vorpommern) gefunden – von einer Spaziergängerin, die sich später als Freundin des Vaters des Jungen herausstellte. Bevor sie den Fund der Polizei meldete, soll Gina H. bereits mehrere Männer zum Fundort geführt haben.

Was einer dieser Männer dort gesehen hat und wie er die Angeklagte am Fundort wahrgenommen hat, könnte im Prozess um Fabians Tod immens wichtig werden. Denn seit Prozessbeginn Ende April 2026 schweigt Gina H. vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr Mord aus Heimtücke und niedrigen Beweggründen vor. Der Zeuge wird am Freitag (12. Juni) vom Richter befragt.

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Gina H. chattete zu Brandleiche

02.06.2026, Mecklenburg-Vorpommern, Rostock: Die Angeklagte (vorn l-r) und Thomas Löcker, Anwalt, sind im Saal des Landgerichts vor der Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian. Der Angeklagten wird vorgeworfen, am 10.10.2025 heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen den zur Tatzeit achtjährigen Fabian aus Güstrow getötet zu haben. Foto: Bernd Wüstneck/dpa - ACHTUNG: Person(en) wurde(n) aus rechtlichen Gründen gepixelt +++ dpa-Bildfunk +++
Gina H. verbirgt vor Gericht ihr Gesicht (Archivbild)
Bernd Wüstneck/dpa

Bereits am letzten Verhandlungstag stand der Kontakt zwischen Gina H. und anderen im Mittelpunkt des Verfahrens. Am Dienstag (9. Juni) wurden die Auswertungsergebnisse des Handys der Angeklagten vorgestellt. Die 30-Jährige habe das Smartphone intensivst genutzt und binnen viereinhalb Tagen unter anderem 1.100 Sprachnachrichten geschickt, 207 Telefonate geführt und über 3.100-mal Messengerdienste genutzt, sagte der für die Auswertung verantwortliche Polizeibeamte und Digitalforensiker am Landgericht Rostock. 

Lese-Tipp: Mordprozess im Fall Fabian (†8) – hat die Angeklagte Gina H. Täterwissen?

Anhand der Auswertung von WhatsApp-Nachrichten und Fotos konnte unter anderem belegt werden, dass die Angeklagte am 10. Oktober 2025, dem Tag des Leichenfunds, ihr Auto reinigte. Vier Tage später, als die Leiche des Jungen gefunden wurde, habe die Angeklagte der Polizei gegenüber gesagt, dass sie das Auto seit Langem nicht gereinigt habe.

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Am 13. Oktober, also einen Tag vor dem Auffinden des Leichnams, chattete die Angeklagte dann unter anderem mit einem Bekannten, der heute als Zeuge vor Gericht aussagte. Beide tauschten sich über eine Suchaktion der Polizei am Inselsee aus, wo Spürhunde angeschlagen hatten. Dabei wies die Angeklagte von sich aus darauf hin, dass Wasserleichen keine DNA-Spuren aufwiesen, und auch Brandleichen wenig DNA-Spuren hätten. Diese Angabe zur Brandleiche sei aus dem Nichts gekommen, bemerkte der Richter. Auch der Digitalforensiker der Polizei sagte, das Wort Brandleiche sei damals erstmalig von der Angeklagten eingeführt worden.

Eine weitere Spur zu Lasten von Gina H.: Anhand der Kameraaufnahme ihres Pkw wurde festgestellt, dass sich das Auto am 10. Oktober vor der Wohnung Fabians in Güstrow aufhielt. Bis zur Verurteilung gilt für Gina H. die Unschuldsvermutung. Wann das Urteil fällt, ist noch nicht bekannt.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, dpa