Sie kommen bis ins Schlafzimmer!Waschbären werden in Lübeck zur echten Plage

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Die kleinen Racker besuchen auch gerne mal das Treppenhaus
Privat

Kleiner Bär, großes Chaos!
Sie wühlen in Gärten, klettern in Treppenhäusern, bedrohen einheimische Arten. Und sie überraschen uns Menschen auch noch an ganz anderen Orten. Laut Landesamt für Umwelt (LfU) gibt es in Schleswig-Holstein immer mehr Waschbären. Besonders wohl fühlen sie sich in Lübeck und dem Herzogtum Lauenburg.

Er jagt die Waschbären Tag und Nacht

Christoph Benett ist seit 15 Jahren Stadtjäger in Lübeck. Im Moment ist er oft mehrmals am Tag im Einsatz, um die Tiere in Schach zu halten. Und das neben seinem Beruf als Vertriebsleiter. Sobald ein Anruf kommt, versucht der Jäger, innerhalb von 15 Minuten da zu sein, wo die Waschbären ihr Unheil treiben. Auch nachts!

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Den Stress nimmt Christoph Benett aber in Kauf: „Ich mache das aus Überzeugung, um aktiv Naturschutz und Tierschutz zu betreiben. Und deshalb mache ich das eben so intensiv, um auch ein Stück weit für unsere Artenvielfalt mich einzusetzen.“

Wenn sie auftauchen, kann es teuer werden

Der Garten sieht aus, als hätte dort ein Wildschwein gewütet, Dachziegel sind hochgehoben oder Fenster aufgedrückt. Christoph Benett hat schon alles erlebt. So süß die Waschbären auch aussehen, sie können richtig viel anrichten. „Und da reden wir über fünfstellige Beträge, die dann an Schäden entstehen können. So ein Waschbär kann unfassbar viel kaputt machen“, sagt Christoph Benett.

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Besonders für Amphibien und Vögel sei der rasante Anstieg der Waschbärenpopulation ein Riesenproblem. Und auch die Artenvielfalt sei durch die Tiere bedroht, so der Landesjagdverband Schleswig-Holstein. Denn die Tiere, die ursprünglich aus Nordamerika kommen, hätten in Schleswig-Holstein keine natürlichen Feinde und könnten sich so munter vermehren. Im vergangenen Jagdjahr wurden 2.935 Waschbären in Schleswig-Holstein gefangen oder erlegt. Allein 1.850 davon im Herzogtum Lauenburg und 327 in Lübeck. Deswegen ruft der Verband dazu auf, die kleinen gestreiften Tiere aktiv zu bejagen.

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Sie kommen dem Menschen ganz nah

Menschenscheu sind Waschbären überhaupt nicht. Das merkt auch Christoph Benett bei seiner Arbeit immer wieder. „Der nächtliche Anruf, dass der Waschbär in der Badewanne sitzt und auch eine ältere Dame, die mich anrief und sagte Mensch: sie hätte sich letzte Nacht gewundert, dass ihre Katze neuerdings Tuc-Kekse von ihrem Nachtschrank frisst. Das war aber nicht Ihre Katze, sondern das war ein Waschbär, der neben ihr im Bett saß und ganz genüsslich diese Kekse aufaß.”

Die Jagd fällt dem Stadtjäger nicht immer leicht

Nachdem er die Tiere in Lebendfallen gefangen hat, muss Christoph Benett sie abschießen. Das bewegt selbst ihn. „Das ist für mich als Jäger auch kein einfacher Job. Das ist keine gleichgültige Sache, sondern das ist eigentlich dann wirklich leider Gottes das letzte Mittel, was wir haben, um diese Art einzudämmen.“

Doch auch wir alle können etwas dafür tun, dass Waschbären nicht in die nächste Nachbarschaft kommen, sagt Christoph Benett: „Dass man keinen Unrat in seinem Garten hat, dass man keine Nahrungsgrundlage bietet, mit Vogelfutter beispielsweise oder mit Obst, was man auf dem Komposthaufen hat.” Denn so süß, wie Waschbären auch aussehen, sie richten in Schleswig-Holstein immer mehr Schäden für Mensch und Natur an.

Verwendete Quellen: eigene RTL‑Recherche, dpa