Nach „Bad Boyfriends“ stellte er sich seiner VergangenheitTrotz schwieriger Beziehung – wie ausgerechnet ER Josh bei der Familienplanung Mut machte

„Du bist anders als ich.”
Lange zweifelte Josh daran, ob er bereit dafür ist, selbst Vater zu werden. Die Ursache dafür lag auch in seiner eigenen Kindheit und dem schwierigen Verhältnis zu seinem Vater. Nach den Dreharbeiten zu „Bad Boyfriends“ suchte Josh dennoch das Gespräch mit ihm – und bekam ausgerechnet von ihm die Worte, die er in diesem Moment brauchte.

Nach „Bad Boyfriends“ kontaktierte Josh seinen Vater

Heute freuen sich Josh Strodel und Nasrin Rapp auf ihren ersten gemeinsamen Sohn. Doch der Weg bis zu diesem Punkt war für das Paar alles andere als selbstverständlich. Vor allem Josh musste sich zunächst seinen tief sitzenden Ängsten vor dem Vaterwerden stellen.

Im RTL.de-Interview erzählt er offen, dass hinter seinen Zweifeln nicht etwa mangelnde Liebe zu Nasrin steckte. Vielmehr habe er lange befürchtet, selbst kein guter Vater sein zu können. „Diese Hemmungen, irgendwie Daddy zu werden, kommen eben nicht daher, weil Nasrin die falsche Frau ist oder so“, erklärt Josh. Dahinter hätten vielmehr „ganz, ganz viele Ängste“ gesteckt, die sich über Jahre in seinem Unterbewusstsein angesammelt hätten.

Auch seine eigenen Kindheitserfahrungen hätten dabei eine wichtige Rolle gespielt. Josh beschreibt das Gefühl, „nicht gut genug zu sein“ und die Sorge, die Aufgabe als Vater nicht bewältigen zu können. „Es sind halt einfach viele, viele Unsicherheiten gewesen, vor denen ich die Augen verschlossen habe“, sagt er. Teilweise sei er „zu faul“ gewesen, sich damit auseinanderzusetzen – oder habe schlicht „zu viel Schiss“ davor gehabt.

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Während seiner Zeit bei „Bad Boyfriends“ (hier auf RTL+ streamen) bekam Josh schließlich den entscheidenden Anstoß, seine Ängste nicht länger zu verdrängen. Das Format habe ihm und Nasrin die seltene Möglichkeit gegeben, ohne Ablenkung auf ihre Beziehung und die eigenen Baustellen zu schauen: „Man findet selten diese Ruhe, wo man wirklich ein paar Tage hintereinander komplett offline überhaupt mal reflektieren kann.“ Auch Nasrin blickt dankbar auf die gemeinsame Reise zurück. „,Bad Boyfriends’ war für uns echt ein Format, was einfach so viel bewirkt hat“, erklärt sie. „Es war nicht nur einfach ein stupides Realityformat, sondern es hat wirklich etwas in unserer Beziehung ausgelöst.“

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Gemeinsam mit Nasrin stellte sich Josh seinem lange verdrängten Schmerz

Nach den Dreharbeiten nahm Josh schließlich Kontakt zu seinem Vater auf. Dabei habe er ihm sehr direkt von seiner Angst berichtet: „Ich habe irgendwie extrem Schiss davor, weil du mir nicht gezeigt hast, was es heißt, ein guter Vater zu sein.“ Ausgerechnet sein Vater half ihn dann dabei, jeglichen Restzweifel zu besiegen: „Mein Dad hat mir ein paar ganz coole Worte mit auf den Weg gegeben“, erzählt Josh. Was genau sein Vater ihm sagte, möchte er für sich behalten. Doch das Gespräch sei für ihn „auf jeden Fall ein wichtiger Schritt“ gewesen: „Es klingt paradox, weil ich mich ja darüber beschwert habe, dass er ein schlechter Vater war. Und ausgerechnet er hat mir dann einen Rat gegeben.“

Joshs Vater habe im Gespräch zudem zu seinen Fehlern gestanden. „Allein das hat mir einfach sehr gutgetan“, erklärt Josh. Nasrin glaubt, dass genau dieses Eingeständnis für ihren Partner besonders wichtig war. „Es war für dich als Sohn auch einfach mal schön zu hören: ‚Hey, ich habe da und da Fehler gemacht‘“, erklärt sie. Josh fasst die entscheidende Botschaft seines Vaters so zusammen: „Du schaffst es trotzdem, weil du bist anders als ich.“

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Das Gespräch mit seinem Vater war allerdings nur ein Teil der Entwicklung. Josh begann auch, sich intensiver mit seinen eigenen Gefühlen und Kindheitserfahrungen auseinanderzusetzen. „Ich war halt ganz lange Meister im Verdrängen“, sagt er rückblickend. Irgendwann habe er sich jedoch getraut, „in den Schmerz reinzugehen“. „Ich habe dann auch geflennt“, erzählt Josh offen. Für Nasrin war deutlich zu spüren, dass Josh sich erstmals wirklich geöffnet hatte. „Da war echt ein Moment, wo er einfach alles rausgelassen hat – die ganzen Emotionen von früher“, erinnert sie sich.

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„Ich will die Frau, aber ich weiß nicht, ob ich das Kind will“

Auch heute ist der Kontakt zwischen Josh und seinem Vater nicht besonders eng oder regelmäßig. Dennoch habe sich seit dem Gespräch etwas verändert. Sein Vater, der in Südafrika lebt, habe einer Freundin sogar ein Paket mit Babykleidung für das ungeborene Kind mitgegeben. „Das letzte Mal, dass ich irgendwie von ihm etwas bekommen habe, ist halt schon sehr lange her“, erzählt Josh: „Es ist sowieso auch wichtig, zu vergeben und zu verzeihen – allein für den eigenen Seelenfrieden.”

Obwohl Josh seine Ängste zunehmend verstand, war die Entscheidung für ein Kind zunächst weiterhin mit großer Unsicherheit verbunden. „Ich habe wirklich zu Gott gebetet“, erzählt Josh. Dabei habe er ganz offen ausgesprochen, wie verloren er sich fühle: „Hey, ich bin gerade echt lost. Ich bin überfordert. Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll. Ich will die Frau, aber ich weiß nicht, ob ich das Kind will.“ Josh bat darum, dass ihm die Entscheidung abgenommen werde – eine Entscheidung, „die für mich langfristig gut ist und in unser Leben passt“. Zwei Wochen später war Nasrin schwanger...

Verwendete Quellen: RTL