Große Hunde, große VerantwortungDie Welpen kommen: Kangal-Nachwuchs stellt Tierheim vor Herausforderungen

Neun Welpen, eine große Aufgabe
Welpen im Tierheim bringen immer besondere Herausforderungen mit sich. Das zeigt sich aktuell auch in Bremen, wo gleich neun Kangalwelpen gemeinsam mit ihrer Mutter untergebracht sind. Die Herdenschutzhunde können später bis zu 65 Kilo wiegen – eine Verantwortung, der zukünftige Halter unbedingt gewachsen sein müssen. Gleichzeitig sind Zeit und Kapazitäten für die wichtige Sozialisierung begrenzt. Tierpfleger Jonas Heigl braucht heute sogar Unterstützung aus dem Team, damit alle Welpen nach draußen können. Erste Interessenten gibt es bereits – doch erfüllen sie auch die Anforderungen?

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Die Welpen kommen: Hundetrainer Martin Rütter inmitten von Welpen
Hundeprofi Martin Rütter
RTL / Arya Shirazi

In Isernhagen wartet Henry Valentin gespannt auf seine Mutter Nicole. Sie ist auf dem Rückweg vom Züchter und bringt die kleine Katalanische Schäferhündin Nika mit nach Hause. Nach der langen Fahrt sind beide erschöpft – entsprechend turbulent verläuft auch das erste Aufeinandertreffen. Die kommenden Tage werden zeigen, wie gut sich Mensch und Tier aneinander gewöhnen.

Im Tierheim Mechernich wurden sechs Retriever-Mischlinge aus einer Privatzucht abgegeben – angeblich als Fundtiere. Auffällig: Alle Welpen haben deformierte Pfoten, was vermutlich der Grund für ihre Abgabe ist. Die Ehrenamtlichen Andrea und Jakob Sistig möchten einem der Hunde, der kleinen Lilly, ein Zuhause geben. Dabei nehmen sie bewusst zusätzliche Kosten und Aufwand in Kauf, denn aufgrund ihres Handicaps wird Lilly dauerhaft behandelt werden müssen.

In Isernhagen hat sich Schäferhündin Nika inzwischen gut eingelebt. Doch mit wachsender Sicherheit zeigt sie auch problematisches Verhalten: Im Spiel mit Henry setzt sie gelegentlich ihre Zähne ein. Damit daraus kein ernstes Problem wird, unterstützt Hundetrainerin Heike Kleinhans die Familie. Ziel ist es, das Verhalten in die richtigen Bahnen zu lenken – was allerdings nur mit konsequentem Training funktioniert.

Bei Familie Sistig in Mechernich lebt Retriever-Mix Lilly nun seit zwei Wochen im neuen Zuhause. Gemeinsam mit Althund Rusty versteht sie sich bestens und hat sich gut eingelebt. Dennoch bleibt ihre gesundheitliche Situation herausfordernd: Aufgrund der Fehlstellung ihrer Pfoten ist regelmäßige Physiotherapie notwendig. Die Behandlungen sind anstrengend – aber unverzichtbar, damit Lilly langfristig mobil bleibt.

Im Bremer Tierheim hilft heute auch der Tierschutznachwuchs bei der Sozialisierung der neun Kangalwelpen. Die jungen Hunde sollen früh lernen, Menschen – auch Kinder – positiv wahrzunehmen. Dafür werden sie spielerisch an verschiedene Umweltreize herangeführt. Für Welpe Luna steht zudem ein wichtiger Termin an: Sie lernt heute ihre potenzielle neue Familie kennen. Wenn die Zusammenführung mit den drei Hunden von Ivonne Sommer gelingt, könnte sie schon bald in ein neues Zuhause ziehen.