Großeinsatz auf St. PauliZwei Männer auf Fabrikgelände in Hamburg erschossen – drittes Opfer taucht im Krankenhaus auf

Es gibt ein drittes Opfer.
Auf einem Gewerbehof im Hamburger Stadtteil St. Pauli sind am späten Dienstagabend (1. September) zwei Männer erschossen worden. Zeugen hören Schüsse und alarmieren die Polizei. Als die ersten Beamten eintreffen, finden sie zwei Schwerverletzte – für beide kommt jede Hilfe zu spät. Zudem verlässt - wie jetzt klar ist - ein Dritter den Tatort vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte und begibt sich selbstständig in ein Krankenhaus.
Zeugen hören Schüsse – zwei Männer sterben am Tatort
Gegen 22 Uhr gehen bei der Polizei Notrufe ein. Zeugen berichten von mehreren Schussgeräuschen aus dem Bereich eines Gewerbehofes nahe der S-Bahn-Station Sternschanze. Mehrere Polizeistreifen eilen daraufhin in die Lagerstraße.
Auf einem Parkplatz finden die Einsatzkräfte einen leblosen Mann mit einer mutmaßlichen Schussverletzung. Die Rettungskräfte versuchen noch, den 47-Jährigen zu reanimieren, wenig später erliegt er jedoch seinen schweren Verletzungen. Bei der anschließenden Durchsuchung von Räumlichkeiten eines Gebäudes machen die Einsatzkräfte einen weiteren schrecklichen Fund: Dort liegt ein ebenfalls durch einen Schuss tödlich verletzter Mann. Seine Identität ist nach Angaben der Polizei noch nicht abschließend geklärt.
Lese-Tipp: Sieben Verletzte nach heftiger Auseinandersetzung
Und es gibt ein drittes Opfer: Ein 48-Jähriger wird durch einen Schuss verletzt. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei entfernt er sich vermutlich noch vor dem Eintreffen von Polizei und Rettungskräften vom Tatort und begibt sich selbstständig in ein Krankenhaus. Lebensgefahr besteht nicht. Welche Art von Verletzung der Mann erlitten hat, erklärte die Polizei auf RTL-Nachfrage nicht. Wer geschossen hat und warum, ist bislang nicht bekannt.
Polizei fahndet mit mehr als zwei Dutzend Streifenwagen
Noch in der Nacht beginnt eine großangelegte Fahndung. Nach Angaben eines Sprechers des Polizei-Lagezentrums sind daran „mehr als zwei Dutzend Funkstreifenwagenbesatzungen“ beteiligt. Auch Einsatzkräfte der Bundespolizei, Diensthundeführer und eine Drohne kommen bei der Suche zum Einsatz. Die Lagerstraße wird weiträumig abgesperrt. Der Kriminaldauerdienst übernimmt zunächst die Ermittlungen. Noch am Abend werden diese von Ermittlern des Landeskriminalamts für Organisierte Kriminalität und der Mordkommission in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft fortgeführt.
Zunächst ist offenbar unklar, ob sich der oder die Täter noch auf dem Gelände befinden. Deshalb gehen die Einsatzkräfte mit großer Vorsicht vor. Für Anwohner bestehe jedoch keine Gefahr, sagt ein Sprecher des Lagezentrums in der Nacht.

Kannten sich die Beteiligten? Polizei prüft mögliche Vorbeziehung
Was steckt hinter den tödlichen Schüssen? Diese Frage beschäftigt nun die Mordermittler. Nach Angaben der Polizei gehen die Ermittler davon aus, dass zwischen den Tatbeteiligten möglicherweise eine Vorbeziehung bestanden haben könnte. Was genau dahintersteckt, ist bislang nicht bekannt. Auch zu einem möglichen Täter oder mehreren Tätern macht die Polizei bislang keine näheren Angaben. Die Ermittlungen und die Suche nach Zeugen laufen.
Auf dem Gelände befinden sich mehrere Unternehmen, unter anderem ein Boxclub, ein Restaurant und ein Fleischgroßhändler. Das Hamburger Abendblatt berichtet, Gäste des Restaurants werden während des Einsatzes gruppenweise aus dem Gebäude gebracht. Sie hätten von den tödlichen Schüssen offenbar nichts mitbekommen.

Bereits Ende Juni war genau dieses Betriebsgelände Schauplatz eines Polizeieinsatzes. Unbekannte warfen damals eine Handgranate über eine Mauer in den Hof. Der Sprengsatz explodierte und verursachte Sachschaden, verletzt wurde niemand. Seitdem sucht die Polizei nach dem Täter oder den Tätern – bislang wohl ohne Erfolg.
Jetzt bittet die Mordkommission um Hinweise aus der Bevölkerung. Wer im Zusammenhang mit der Tat verdächtige Beobachtungen gemacht hat oder andere Hinweise geben kann, soll sich unter 040/4286-56789 beim Hinweistelefon der Polizei Hamburg oder bei einer Polizeidienststelle melden.
Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche, dpa, Hamburger Abendblatt


