Nach Zugunglück in Spanien„Wir wissen nichts“! Javier verzweifelt – wo ist mein Schwager?

Javier sucht nach dem spanischen Zugunglück verzweifelt nach seinem Schwager.
Javier sucht nach dem spanischen Zugunglück verzweifelt nach seinem Schwager.
RTL
von Yannick Seeber und Johanna Werning

Die Ungewissheit ist zermürbend!
Zwei Tage nach dem schweren Zugunglück in Spanien sind 41 Tote geborgen worden – doch noch nicht alle konnten identifiziert werden. Zudem werden weitere Menschen vermisst. Darunter auch der Zugbegleiter Augustin Fadón, wie dessen Schwager Javier im RTL-Interview erzählt.

Familie sucht verzweifelt nach Augustin: „Wir haben die Krankenhäuser angerufen”

Mindestens 43 Personen werden nach dem Unglück in Andalusien laut Innenminister Fernando Grande-Marlaska weiterhin vermisst. Einer von ihnen ist Augustin Fadón. Er arbeitete in der Cafeteria des verunglückten Zugs. Doch nun fehlt von ihm jede Spur! „Wir wissen nichts, man informiert uns über nichts. Wir sind wirklich verzweifelt“, beklagt sein Schwager Javier im RTL-Interview.

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Dass der Zugbegleiter trotz Uniform nicht identifiziert werden konnte, ist für Javier und seine Frau – Augustins Schwester – nur schwer zu glauben. „Es kann doch nicht so schwer sein, etwas über ihn zu erfahren.“ Die Familie befindet sich in einem Horror aus „Traurigkeit, Trostlosigkeit und Verzweiflung“.

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„Wir haben die Krankenhäuser angerufen, aber sie haben keine Aufzeichnungen über ihn. Meiner Schwiegermutter wurde gestern um 8 Uhr eine DNA-Probe entnommen. Gestern, am Montag. Und wir wissen immer noch nichts. Und verdammt, er ist eines der Besatzungsmitglieder.“ In dem eingerichteten Notfallzentrum hofft er verzweifelt auf neue Erkenntnisse. „Wir brauchen dringend Informationen“, so Javier weiter. „Es sind bereits mehr als 24 Stunden vergangen. Wir nähern uns den 48 Stunden, und dass man nichts weiß, ist unglaublich.“

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Nach Zugunglück in Spanien: „Das Schwierigste ist es, mit der Ungewissheit umzugehen“

Neben Augustin Fadóns Familie haben sich mittlerweile zahlreiche weitere Familien von Vermissten im Bürgerzentrum eingefunden, wie Ricardo Jiménez, Direktor des Roten Kreuzes in der Region, im Interview mit RTL erklärt. Die Rede ist von rund 300 Angehörigen. „Wir versuchen, sie zu unterstützen.“ Ob mit psychosozialer Hilfe oder alltäglichen Dingen wie Lebensmitteln „und anderen Dingen, die sie brauchen könnten“.

„Man muss sich die Situation der Familien vorstellen, die nicht wissen, was sie tun sollen, denn das Schwierigste ist es, mit der Ungewissheit umzugehen“, so Jiménez weiter. Die spanischen Behörden befürchten, dass die Zahl der Toten von 41 noch steigen könnte. Unter anderem könnten sich laut Innenminister Grande-Marlaska noch zwei weitere Leichen in besonders stark zerstörten Waggons befinden. Die Polizei setzte Suchhunde ein, um die verunglückten Waggons auf mögliche weitere Opfer zu überprüfen.

Zur möglichen Ursache eines der schwersten Zugunglücke in der Geschichte des Landes sagte der Minister, es würden ein Gleisschaden oder ein Fehler an einem der Züge nicht ausgeschlossen. Aber es seien noch „alle Hypothesen offen“.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, dpa