Musiker schwurbelt offenbar wiederXavier Naidoo irritiert auf Demo gegen Kindesmissbrauch mit Kannibalen-Aussagen
Es sollte eigentlich um Kindesmissbrauch und die Epstein-Akten gehen!
Am Dienstag (17. Februar) versammeln sich vor dem Kanzleramt in Berlin Demonstranten. Unter ihnen ist auch Xavier Naidoo, der die Veranstaltung offenbar nutzt, um über eine angebliche Kannibalen-Verschwörung zu sprechen. Meint er das ernst?
Naidoo will bei der Demo offenbar über Kannibalismus sprechen
In mehreren Videos, die bei der Veranstaltung entstanden sind, ist zu sehen, wie Naidoo mit Sonnenbrille zwischen den Demonstranten steht und bereitwillig in die Mikrofone spricht, die ihm hingehalten werden. „Epstein interessiert mich nicht so, ich habe andere Themen“, sagt der Mannheimer Musiker. Und über diese Themen will er offenbar sprechen.
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Für ihn seien die Prominenten, die in den Akten vorkommen, alles „Kinderfresser“. „Die haben alle schon Menschen gefressen“, behauptet er. „Denen ist das Aller-, Allerwichtigste, dass wir alle Kannibalen werden.“ Worauf er diesen Verschwörungsmythos stützt, ist unklar. In den Epstein-Akten geht es um den jahrelangen, systematischen Missbrauch von Minderjährigen, nicht um Kannibalismus.
„Ich weiß nicht, wie viele Männer in Deutschland mit der Kinderfresser-Thematik OK sind, ich bin es nicht“, erklärt Naidoo bei der Demo. „In einer normalen Gesellschaft müssen Männer sowas verhindern“, meint er. „Ich würde lieber selber sterben, als weiter mit Kinderfressern zu leben.“

Demo von Betroffenen wird von rechten Streamern gekapert
Zu der Demonstration hatten nach RTL-Recherchen Frauen aufgerufen, die selbst von Missbrauch betroffen sind. Unter ihnen auch die Influencerin Lena Jensen, die als Kind sexuell missbraucht wurde. Die Stimmung vor dem Kanzleramt ist emotional, für viele Betroffene ist es nicht leicht, dort zu sein. Gegen Ende der Demo sind plötzlich immer mehr rechte Blogger vor Ort. Lena Jensen bestätigt auf RTL-Anfrage, dass auch Naidoo vor dem Kanzleramt gewesen sei, „als wir die Demo längst beendet hatten”. „Ich weiß selber nicht, was die da gemacht haben”, berichtet sie weiter.
Die Missbrauchs-Überlebende ist entsetzt, dass ihre Demo plötzlich so gekapert wurde. „So viele rechte Medien haben das für ihre Zwecke instrumentalisiert und wir können einfach nichts dagegen tun”, erklärt sie in einer Nachricht an RTL. Jensen berichtet, die Demo-Organisatoren seien vor den rechten Streamern gewarnt worden. Sie hätten das auch der Polizei gemeldet, die aber nichts hätte tun können. Die Missbrauchs-Betroffenen hätten darum einfach versucht, die anderen Demoteilnehmer zu ignorieren. Traurig sei es trotzdem gewesen: „Die haben das ein bisschen kaputt gemacht, fand ich.”
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Naidoo ist in der Vergangenheit schon mehrfach mit umstrittenen Äußerungen, Antisemitismus und Verschwörungsmythen aufgefallen. 2022 hatte sich der Musiker in einem Video auf seinem Youtube-Kanal dafür entschuldigt. Dass er geläutert und ganz von seinem Schwurbel-Weltbild abgekommen ist, wird ihm nach dem Auftritt bei der Demo vor dem Kanzleramt wohl niemand mehr abnehmen.
Verwendete Quellen: X, eigene RTL-Recherchen





