Hoffnung auf neue BeweiseWird der Cold Case jetzt gelöst? Polizei sucht nach Hinweisen in 30 Jahre altem Au-pair-Mord

Grausamer geht’s kaum!
Ein halber Körper in einer Mülltonne, ein junges Au-pair aus Schweden – und bis heute kein Täter: 30 Jahre nach dem grausamen Mord an der „Swedish Nanny“ Karina Holmer rollen die Behörden in Boston den alten Fall neu auf und bitten die Öffentlichkeit dringend um Hinweise.
Boston-Polizei sucht neue Hinweise im Cold Case der schwedischen Nanny Karina Holmer von 1996
Am 23. Juni 1996 macht ein Obdachloser in Boston eine Entdeckung, die bis heute Albträume macht: In einem Müllcontainer nahe Fenway Park reißt er einen Müllsack auf – und sieht einen Frauenarm. Die Polizei findet im Inneren den oberen Teil eines weiblichen Körpers, sauber in der Mitte zerteilt, die untere Hälfte bleibt bis heute verschwunden.
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Schnell steht die Identität fest: Es handelt sich um Karina Holmer, 19 Jahre alt, aus Skillingaryd in Schweden. Die junge Frau arbeitet als Au-pair bei einer Familie im noblen Vorort Dover und wohnt zusätzlich in einer Wohnung in South Boston. Laut Ermittlern war sie zuletzt in der Nacht zuvor in einem angesagten Club im Theater District unterwegs – dem „Zanzibar“, einem Treffpunkt für Au-pairs und Partygänger.
Die Gerichtsmediziner stellen fest: Karina starb durch Gewalt am Hals, vermutlich Strangulation, danach wurde ihr Körper professionell in zwei Hälften zersägt. Am Fundort gibt es kaum Blut – ein Hinweis darauf, dass sie an einem anderen Ort getötet und zerlegt wurde.
„Der kälteste aller Cold Cases“
Seit jener Nacht hat die Polizei unzählige Spuren verfolgt – doch der Täter wurde nie gefasst. Lokale Medien nennen den Fall „Boston’s most famous cold case“. Ermittler berichten, dass Hinweise sie bis nach Florida geführt hätten, wo eine ähnlich brutale Tat passiert war, und in diverse Lofts und Wohnungen in Boston. Keiner der Verdächtigen konnte bisher eindeutig überführt werden, berichtet unter anderem der Boston Herald.
Ein früherer Ermittler sagt über die Tat: „Ich bin so ratlos wie vor 20 Jahren.“ Der Leiter der Cold-Case-Einheit der Polizei erklärt, man bekomme zwar immer wieder kleine Informationsfetzen, „aber nichts, worauf wir unseren Hut hängen können“.
Dass der Fall jetzt wieder so offensiv in die Öffentlichkeit getragen wird, zeigt, wie groß die Hoffnung ist, dass nach Jahrzehnten jemand doch noch redet – oder sich an ein entscheidendes Detail erinnert.
Polizei-Appell: „Kein Hinweis ist zu klein“
In einer aktuellen Kampagne bitten die Bostoner Behörden erneut um Mithilfe. In Beiträgen, auf Webseiten und in Medienberichten wird der Fall wieder ganz nach vorne geholt. Die Botschaft: Auch winzige Hinweise können nach so langer Zeit den Unterschied machen.
„Jede Information, egal wie klein oder scheinbar unbedeutend, kann in einer jahrzehntelangen Ermittlung einen gewaltigen Unterschied machen“, heißt es in einem Aufruf der Polizei. Wer etwas über Karinas letzte Nacht im Juni 1996 weiß – etwa aus dem Club „Zanzibar“, von der Umgebung der Boylston Street oder aus ihrem Au-pair-Umfeld – soll sich bei der Unsolved-Homicide-Unit melden oder anonym bei Crime Stoppers anrufen.
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Für Karinas Angehörige in Schweden wäre eine Antwort auf die Frage „Wer hat sie getötet?“ nach 30 Jahren brutalster Ungewissheit das, was sie am meisten brauchen: endlich Klarheit – und ein bisschen Gerechtigkeit.
Verwendete Quellen: bostenherald.com, upi.com, wgbh.org






