Tödlicher Badeunfall in HöxterRTL-Hitze-Ticker: 18-Jähriger geht in Badesee unter – kurz bevor er eine Schwimmplattform erreichen kann

Tödliche Badeunfälle
ARCHIV - 03.07.2021, Niedersachsen, Moormerland: Eine Notrufsäule der DLRG steht an einem Badesee im Ortsteil Veenhusen. In Seen, Flüssen und anderen Gewässern in Baden-Württemberg sind in den ersten sechs Monaten des Jahres 27 Menschen ertrunken.An solchen Notruf-Säulen kann man Hilfe rufen. (zu dpa: «18-Jähriger stirbt bei Badeunfall in Höxter») Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
hcd sb kde, Hauke-Christian Dittrich/dpa, Hauke-Christian Dittrich

Die Hitze hat Deutschland fest im Griff!
Seit Tagen halten sich die Temperaturen schon im mittleren bis oberen 30er-Bereich, täglich erreichen uns Wetterwarnungen. Und es soll auch weiter heiß bleiben. Alles, was ihr rund um die aktuelle Hitzewelle wissen müsst, lest ihr im Hitze-Ticker auf RTL.de.

Alles zur aktuellen Hitzewelle im Hitze-Ticker auf RTL.de

Johanna Kroke

18-Jähriger stirbt bei Badeunfall in Höxter 

Wieder ein Badeunfall mit tödlichem Ausgang in NRW. In Höxter in Ostwestfalen-Lippe kommt ein junger Mann in einem Badesee ums Leben. 
In Nordrhein-Westfalen ist erneut ein Mensch bei einem Badeunfall ums Leben gekommen: Ein 18-Jähriger starb in Höxter in Ostwestfalen-Lippe im Freizeitsee Godelheim, wie die Polizei im Kreis Höxter mitteilte. Der junge Mann sei in Richtung einer Schwimmplattform geschwommen, als er aus noch unbekannten Gründen im Wasser versank, teilte die Polizei mit.

Badegäste alarmierten die Rettungskräfte. Feuerwehr, DLRG und Polizei rückten mit vielen Einsatzkräften an und leiteten Suchmaßnahmen ein. Schwimmer der Feuerwehr entdeckten den Körper des vermissten Mannes dann wenige Meter von der Schwimmplattform entfernt und brachten ihn an Land. Reanimationsversuche blieben erfolglos, der 18-Jährige starb noch vor Ort. Auch ein Rettungshubschrauber war eingesetzt worden. 

Zunächst hatte die Polizei berichtet, der 18-Jährige sei von der Schwimmplattform - etwa 50 Meter vom Ufer entfernt - in den Badesee gesprungen und nicht wieder aufgetaucht. Ermittlungen hätten unterdessen ergeben, dass er die Plattform nicht erreicht habe, hieß es später. 
Svenja Hoffmann

Wettervorhersage bis Donnerstag, 25. Juni

Im Video ⬇️
Svenja Hoffmann

Nordrhein-Westfalen steuert auf neuen Juni-Hitzerekord zu 

Tagsüber bis zu 40 Grad und nachts kaum Abkühlung. In den Städten sinken die Temperaturen teils nur auf 25 Grad. Am Freitag drohen zudem örtliche Hitzegewitter und Unwetter.
Die Menschen in Nordrhein-Westfalen müssen sich in den kommenden Tagen weiter auf Temperaturen deutlich über 30 Grad einstellen. Am Mittwoch werden Höchstwerte zwischen 34 Grad im Osten und 38 Grad im Westen erreicht, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Damit nähern sich die Temperaturen in Nordrhein-Westfalen einem Hitzerekord für Juni. Nach Angaben der Meteorologen des DWD wurde der bisherige Rekord am 18. Juni 2002 in Herten gemessen und liegt bei 38,3 Grad. (dpa) 
Svenja Hoffmann

Hitzewelle ist schuld! 68.000 Haushalte in der Bretagne ohne Strom 

Die Hitzewelle in Frankreich hat in der Bretagne zu massiven Stromausfällen geführt. Wie die Behörden des Départements Finistère mitteilten, waren dort am Mittwochmorgen rund 68.000 Haushalte ohne Strom. Der Grund war demnach ein überhitzter Transformator in Ergué-Gabéric in der Nähe von Quimper. Der Störfall am Dienstagabend sei auf die "derzeit herrschende große Hitze" zurückzuführen, erklärte die Präfektur. (afp)
Svenja Hoffmann

Das Wetter am Mittwoch, den 24. Juni – frisch aus der RTL-Wetterredaktion

Heute ist es oft sonnig, hier und da mit ein paar Wolkenfeldern oder Quellwolken, aus denen sich vor allem am Nachmittag zwischen der Schwäbischen Alb, den Alpen und dem Bayerischen Wald einzelne Schauer oder Gewitter entwickeln können. Sonst bleibt es trocken. Die Temperaturen steigen auf 29 Grad in Ostvorpommern bis 38 Grad am Oberrhein, auf den Inseln auf rund 25 Grad an und teilweise ist es schwül-heiß. Der Wind weht größtenteils schwach. 
Johanna Kroke

Weiter extreme Hitze und hohe Sonnenbrandgefahr 

Sonnencreme nicht vergessen: Der Tag wird nicht nur heiß, auch mit sehr hohen UV-Strahlungswerten ist zu rechnen. Besonders Kinder sollten gut geschützt werden.

Das Wetter bleibt schweißtreibend in Deutschland. Extreme Hitze im Westen und Südwesten, die sich nach Norden hin ausbreitet, sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) nicht nur für heute voraus. Im Norden liegen die Höchstwerte demnach bei 27 bis 34 Grad, im Rest des Landes werden 32 bis 39 Grad erwartet. Einzig über dem südlichen Bergland seien vereinzelt kräftige Gewitter möglich, hieß es – ansonsten bleibe es heiter und teils sonnig.

Tückisch ist dabei die nicht direkt spürbare UV-Strahlung. Am Mittwoch und Donnerstag werden die bislang höchsten Indexwerte des Jahres erwartet, wie das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) mitteilte. In Norddeutschland werde ein UV-Index bis 8 erwartet, in Mitteldeutschland bis 9, in Süddeutschland seien stellenweise 10 möglich, im Hochgebirge gar 11 ("extrem"). Der UV-Index-Wert gibt an, welche Tagesspitzenwerte der sonnenbrandwirksamen Strahlung am Boden erwartet werden. 

Besonders Kinder müssen geschützt werden

Aktuell hätten die Sonnenstrahlen einen kurzen Weg durch die Atmosphäre, erklärte das BfS. Zudem sei mit wenig schützendem Ozon in der Atmosphäre über Deutschland zu rechnen. Ab einem Indexwert von 3 sei UV-Schutz angebracht – besonders Kinder müssten geschützt werden: „Sonnenbrände im Kinder- und Jugendalter erhöhen das Risiko für UV-bedingte Erkrankungen von Haut und Augen im späteren Leben.“

Weil aufgrund der Hitze vielerorts der Wasserverbrauch in die Höhe geschnellt ist, rufen Versorger und Städte zu sparsamer Nutzung auf. In mehreren Regionen wird davon abgeraten, den Pool zu befüllen oder den Rasen zu bewässern. Kommunale Aufrufe zum Wassersparen gibt es unter anderem in Brandenburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen. 
Eigenes „Hydrieren“ sei aber angebracht, heißt es von den Stadtwerken in München: "Bei diesem Wetter ist viel Trinken ratsam, vor allem Trinkwasser als kalorienfreier Durstlöscher.“
Camilla Koziol

Hitzewelle hat weite Teile Westeuropas im Griff - Neue Temperaturrekorde in Frankreich

Eine Hitzewelle von großem Ausmaß hat Teile Westeuropas fest im Griff: In Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien gab es am Dienstag Hitze-Warnungen und -Rekorde; in zahlreichen Regionen galt die höchste Warnstufe, die mit extremen und potenziell gesundheitsschädlichen Temperaturen verbunden ist. Frankreich meldete am Dienstag die heißeste Nacht sowie den heißesten Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Für Belgien und Großbritannien wurden weitere Hitze-Rekorde vorhergesagt.

Es ist bereits die zweite Hitzewelle in Westeuropa in nur knapp einem Monat. Der Deutsche Wetterdienst veröffentlichte am Dienstag Warnungen vor extremer Hitze für weite Teile Nordrhein-Westfalens sowie für Teile von Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Eine einfache Hitze-Warnung galt fast im gesamten Rest des Landes, nur nicht im Norden von Brandenburg, im Großteil von Mecklenburg-Vorpommern und dem Norden von Schleswig-Holstein. Das Wasser des Rheins und der Mosel erwärmte sich stellenweise auf mehr als 25 Grad, was das ökologische Gleichgewicht der Gewässer stört.

In Frankreich waren mehr als die Hälfte des Landes von der höchsten Hitzewarnstufe Rot betroffen, in zahlreichen weiteren Départements galt die zweithöchste Warnstufe. Damit waren etwa 90 Prozent der Bevölkerung betroffen. Wegen der extremen Hitze wurde das südfranzösische Atomkraftwerk Golfech heruntergefahren. Der Eiffelturm und das Louvre-Museum schlossen bereits am Nachmittag.
Camilla Koziol

Traumstart für Kieler Woche – Stadt warnt vor Hitze

Laut Gesundheitsdezernent von Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt Gerwin Stöcken hat die 132. Kieler Woche einen "Traumstart" hingelegt. "Mein Dank gilt allen Standbetreiberinnen und -betreibern, Veranstalterinnen und Veranstaltern und Hilfsdiensten, die dazu beitragen, dass alle bei jedem Wetter auf der Kieler Woche sicher und entspannt feiern können", sagte er. Angesichts hochsommerlicher Temperaturen appelliert die Stadt allerdings an die Besucherinnen und Besucher der Kieler Woche, auf sich und andere zu achten.

"Vermeidet Hitze und Sonne im Übermaß, macht ausreichend Pausen, trinkt genug, nutzt Sonnencreme und verwendet Kopfbedeckungen", betonte Stöcken. "Lasst uns gemeinsam feiern – aber auch gut aufeinander aufpassen."

So sorgen der Stadt zufolge öffentliche Trinkwasserspender auf der Krusenkoppel und in Schilksee für Abkühlung. Ebenfalls gibt es an zahlreichen Flächen die Möglichkeit, Wasserbehälter aufzufüllen - die Stände sind durch Plakate gekennzeichnet und sind etwa auf dem internationalen Markt, auf dem Asmus-Bremer-Platz, beim Woderkant Festival, im Schlossgarten und an der Kiellinie zu finden.

Weitere Abkühlungsmöglichkeiten

Das Kieler-Woche-Büro berät laut Angaben der Veranstalter, wie weitere Schatten- und Abkühlungsbereiche entstehen können. Besucher könnten sich bis Sonntag etwa am "Ocean Fun Park" am Bootshafen erfrischen. Im Ratsdienergarten biete der Playground eine Trinkwasserstation, zusätzliche Schattenplätze und ein Planschbecken.

Auf dem Muddi Markt sorgen ein Gartenschlauch und Sonnenschirme laut Stadt für Erholung. Auch an der Jungen Bühne und auf vielen anderen Flächen spenden zusätzliche Schattenspender oder Wassersprinkler Abkühlung. Fragen zur Hitze beantwortet das Amt für Gesundheit.
Roger Saha

Zwei Arbeiter sterben bei Unfall auf Autobahn 31: Mega-Stau in Gluthitze


Zwei Arbeiter sind bei einem Unfall an einer Baustelle auf der A31 im Emsland ums Leben gekommen. Bei einem der Männer habe es noch Reanimationsversuche gegeben, sagte Daniel Wester von der Freiwilligen Feuerwehr Groß Hesepe. Doch für die 34 und 60 Jahre alten Arbeiter kam jede Hilfe zu spät. Zwei weitere Menschen kamen leicht verletzt mit einem Krankenwagen in eine Klinik, darunter ein 36 Jahre alter Lkw-Fahrer, der als Unfallverursacher gilt.
Nach Angaben der Polizei handelte es sich bei den tödlich Verletzten um Arbeiter, die an der Baustelle im Einsatz waren. Einer der Männer wurde bei dem Unfall unter einem Fahrzeug eingeklemmt. 

Was bisher über den Unfall bekannt ist

Der Unfall ereignete sich am Mittag zwischen Meppen und Lingen. Ein in Richtung Süden fahrender Lastwagen fuhr laut Polizei in ein Fahrzeug, mit dem die Baustelle abgesichert wurde. Durch die Wucht des Aufpralls erfasste das Absicherungsfahrzeug dann zwei Bauarbeiter. Wie genau es zu dem Unglück kam, wird noch ermittelt.
Die Fahrzeuge wurden stark beschädigt, eines blockierte quer die Autobahn. Auf der Fahrbahn lagen Scherben, Trümmer sowie Werkzeuge wie ein Handbesen und eine Schaufel. Einsatzkräfte versuchten mit rotem Sand, Flüssigkeiten unter den Fahrzeugen zu binden. 

Kilometerlanger Stau bei Hitze

Ein Rettungshubschrauber landete auf der Fahrbahn, mehrere Krankenwagen waren im Einsatz. Zahlreiche Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr sicherten die Unfallstelle. 
Die Autobahn in Fahrrichtung Süden ist bis in den Abend gesperrt, die Bergungsarbeiten gestalteten sich schwierig. Es bildete sich ein kilometerlanger Stau - bei extremer Hitze. Einsatzkräfte leiteten die Autos um. "Die Autobahn bleibt noch länger gesperrt", sagte Wester am Nachmittag.


Camilla Koziol

Hitzewelle in Frankreich: Eiffelturm schließt am Nachmittag vorzeitig

Wegen der massiven Hitzewelle in Frankreich schließt der Eiffelturm am Dienstag früher als üblich. Das berühmte Wahrzeichen bleibe nur bis 16.00 Uhr geöffnet anstatt wie üblich bis 00.45 Uhr, teilte die Betriebsgesellschaft mit. "Wir sehen uns gezwungen, uns an die große Hitze anzupassen: Die Sicherheit unserer Mitarbeiter und unserer Besucher hat Priorität", betonte das Unternehmen. Voraussichtlich werde der Eiffelturm auch am Mittwoch vorzeitig geschlossen werden.

Frankreich ist derzeit fest im Griff einer Hitzewelle von bislang unbekanntem Ausmaß. Seit Montag gilt in mehr als der Hälfte des Landes die höchste Hitzewarnstufe Rot, in zahlreichen weiteren Départements gilt die zweithöchste Warnstufe. Damit sind etwa 90 Prozent der Bevölkerung von potenziell gesundheitsschädlichen Extremtemperaturen betroffen.
Für Dienstag rechnete der Wetterdienst mit Temperaturen von bis zu 44 Grad im Südwesten des Landes. In den vergangenen Tagen waren mehrere historische Höchstwerte übertroffen worden: Am Montag wurde der bislang heißeste Nachmittag seit Beginn der Aufzeichnungen registriert, die landesweite durchschnittliche Höchsttemperatur erreichte 37,8 Grad. Der vorherige Höchstwert von 37,7 Grad stammte von 2003, allerdings von Anfang August.
Svenja Hoffmann

Trinkwasser wird knapp! Strenge Regeln in vier OWL-Kommunen – sonst Bußgeld

Weil bei der tagelangen Hitze zu viel Trinkwasser verbraucht wird, verbieten vier Kommunen in Ostwestfalen jegliche nicht notwendige Nutzung. Ab Mittwoch (24. Juni) gilt in Hille, Hüllhorst, Bad Oeynhausen und Löhne eine Verordnung, die etwa die Trinkwassernutzung zum Rasensprengen, Autowaschen oder Poolbefüllen untersagt, wie der Wasserbeschaffungsverband (WBV) „Am Wiehen“ mitteilt. Die entsprechenden Verordnungen wurden nun in den Amtsblättern veröffentlicht. 
Es dürfe nur noch zum Kochen, Trinken und für die persönliche Hygiene genutzt werden. Die Verordnung untersagt dagegen Ziergärten, Rasen oder Hofflächen zu bewässern, Autos zu waschen oder private Schwimmbecken oder Zisternen zu füllen. Verstöße könnten von den Ordnungsämtern mit einem Bußgeld von bis zu 1.000 Euro geahndet werden. 

Regeln können noch über Hitzeperiode hinaus andauern
Hintergrund sei ein anhaltend hoher Trinkwasserverbrauch, der trotz vorangegangener Sparappelle nur wenig reduziert worden sei. Dies habe dazu geführt, dass die Hochbehälterstände des Wasserversorgers kontinuierlich sinken, weil mehr Wasser entnommen werde als durch eigene Förderung und Zulieferung nachfließen könne, so der Wasserversorger. Sinke die Füllmenge unter einen kritischen Wert, könne die Wasserversorgung zusammenbrechen, heißt es im Amtsblatt.
Wie lange der Ausnahmezustand gelten soll, ist offen. Die Lage werde täglich neu bewertet. Weil die Gesamtsituation aufgrund dauerhaft geringerer Trinkwassermengen einzelner Zulieferer auch ohne die aktuellen Spitzenverbräuche angespannt sei, könne die Verordnung auch „weit über die akute Hitzeperiode bestehen bleiben“, heißt es beim WBV „Am Wiehen“. 

Trinkwassersituation in vielen OWL-Gemeinden angespannt
In Ost-Westfalen setzen mehrere Wasserversorger auf sogenannte Trinkwasserampeln, um die Bürgerinnen und Bürger bei drohender Knappheit zum richtigen Verhalten anzuhalten. In Bielefeld, Minden, Rheda-Wiedenbrück, Geseke oder Rietberg zeigt beispielsweise eine auf Gelb geschaltete Ampel aktuell eine angespannte Trinkwasserversorgung an.
Es wird zum Sparen aufgerufen. In den vier Gemeinden Hille, Hüllhorst, Löhne und Bad Oeynhausen im Nordosten NRWs stand die Ampel bereits seit mehreren Tagen auf Rot.
Doch der damit verbundene Appell auf nicht notwendige Nutzung zu verzichten, habe nicht ausreichend gewirkt. „Die Verbrauchsmengen haben ein Niveau erreicht, das sich allein über Freiwilligkeit nicht mehr beherrschen lässt“, so Michael Kasche, Bürgermeister in Hüllhorst und Vorsteher im Wasserbeschaffungsverband. „Wir müssen die Versorgung für alle schützen  – und das geht jetzt nur noch mit verbindlichen Regeln für alle.“ (dpa)
 
Svenja Hoffmann

Aktuelle Temperaturen sind „rekordverdächtig“ – wie lange noch?

Tagsüber Hitze und nachts kaum Abkühlung: Deutschland schwitzt in der aktuellen Hitzewelle rund um die Uhr. Und in den kommenden Nächten wird es laut Deutschem Wetterdienst noch wärmer. Es sei durchaus denkbar, dass die Temperaturen in größeren Ballungsgebieten im Westen nachts nicht unter 24 oder 25 Grad sinken  –  „also volltropische und wohl auch rekordverdächtige Verhältnisse und ohne Klimaanlage eigentlich auch schon unerträglich“, sagt Felix Dietzsch von der Wettervorhersagezentrale. 
Am Mittwoch werden es laut Vorhersage im Westen und Südwesten entlang von Rhein, Main und Mosel bis zu 38 Grad, auch im Osten und Norden gibt es verbreitet mehr als 30 Grad.

„Donnerstag und Freitag steigert sich das Ganze weiter“
„Donnerstag und Freitag steigert sich das Ganze weiter“, erklärt Dietzsch. Am Donnerstag werden es demnach bis zu 39 Grad, am Freitag steigt der Wert weiter: Einzelne Prognosen sagen laut Wetterdienst lokal 41 Grad voraus, „aber eine gewisse Unsicherheit besteht trotz allem noch“.
Am Freitag greife die Hitze dann auch auf das restliche Land über. Weniger als 35 Grad gebe es dann nur noch nördlich der Elbe und gebietsweise südlich der Donau, hieß es. Ansonsten werde es zwischen 36 und 38 Grad warm, in der Südwesthälfte teils zwischen 39 und 40 Grad.

Wann wird es wieder kühler?
Die bislang in Deutschland höchste Temperatur wurde am 25. Juli 2019 in Tönisvorst und Duisburg-Baerl mit 41,2 Grad gemessen. Der heißeste Tag im Juni wurde am 30. Juni 2019 in Bernburg (Sachsen-Anhalt) mit 39,6 Grad registriert.
„Echte Linderung ist bezüglich der Hitze auch nicht absehbar in Sicht“, schreibt Dietzsch. „Erst zu Beginn der kommenden Woche deutet sich eine leichte Abkühlung an, die aber nach den aktuellen Prognosen auch nur den Nordwesten erreicht.“ Sonst liegen die Temperaturen demnach auch weiterhin bei über 30 Grad. „Diese bereits jetzt rekordverdächtige und zunehmend extreme Hitzewelle dauert also noch mindestens die ganze Woche an!“ (dpa)
 
Svenja Hoffmann

14-Jähriger nach Badeunfall in Gelsenkirchen tot

Wieder ein Todesfall am Rhein-Herne-Kanal: Erst ein 16-Jähriger, jetzt ein 14-Jähriger. Warum häufen sich die Unglücke? Die Polizei zieht Konsequenzen.
Zwei Tage nach einem schweren Badeunfall im Rhein-Herne-Kanal bei Gelsenkirchen ist ein 14-jähriger Junge seinen Verletzungen erlegen. Sein 19 Jahre alter Bruder, der mit ihm im Wasser war, schwebt weiter in Lebensgefahr. Das teilte die Gelsenkirchener Polizei auf Anfrage mit.
Die beiden waren der Polizei am Sonntagabend gegen 22.10 Uhr als vermisst gemeldet worden. Taucher hatten die Jugendlichen nach etwa 20 Minuten aus dem Wasser geborgen. Sie kamen in Krankenhäuser.
Die genauen Umstände des Unfalls seien noch Gegenstand der Ermittlungen, so die Polizei. Sie kündigte an, in dem Park am Kanal ihre Streifen zu verstärken. 
Erst einen Tag zuvor – am Samstag – hatte es ganz in der Nähe der Unfallstelle einen tödlichen Badeunfall eines 16-Jährigen gegeben. Der Jugendliche war beim Schwimmen im Rhein-Herne-Kanal plötzlich in Not geraten und untergegangen. Er konnte nur noch bewusstlos aus dem Wasser geborgen werden und starb in der Nacht im Krankenhaus. (dpa)
Svenja Hoffmann

Nicht nur Deutschland schwitzt! In Teilen Spaniens herrschen nachts bis zu 30 Grad

Wegen extrem hoher Temperaturen gilt für fast ganz Spanien eine Hitzewarnung. Die spanische Wetterbehörde Aemet rief am Dienstag die höchste Alarmstufe Rot, die vor „ungewöhnlicher Gefahr“ wegen hoher Temperaturen warnt, für Gebiete rund um das südspanische Córdoba sowie im Norden des Landes für Bilbao und Teile der Region Kantabrien aus. Für das ebenfalls im Norden gelegene Baskenland wurden Temperaturen von bis zu 40 Grad im Schatten vorhergesagt.
 
Lese-Tipp: Kann ich meinen Urlaub wegen extremer Hitze stornieren?

Für weite Teile von Zentral- und Nordspanien wurde am Dienstag die zweithöchste Alarmstufe Orange ausgerufen. Für fast den gesamten Rest des Landes galt die Hitze-Warnstufe gelb. Nur für einige Küstengebiete wurde keine Warnung herausgegeben.
Die spanischen Behörden riefen Einwohner und Touristen auf, regelmäßig Wasser zu trinken, sich in kühlen Räumen aufzuhalten und körperliche Aktivitäten im Freien während der heißesten Stunden des Tages zu vermeiden. Außerdem wurden die Menschen aufgerufen, sich um besonders anfällige Menschen wie Senioren zu kümmern.
Die Hitzewelle hatte in Spanien am Sonntag begonnen und wird voraussichtlich bis mindestens Donnerstag andauern. Am Montag registrierten 101 der 828 Aemet-Wetterstationen im Land Temperaturen von mindestens 40 Grad. Bei etwa 30 Messstationen sanken die Temperaturen in der Nacht zu Dienstag nicht unter 25 Grad. An der Küste von Almeira in der südlichen Region Andalusien lagen die Temperaturen die dritte Nacht in Folge auch nach Sonnenuntergang bei über 30 Grad.
Spanien gehört Klimawissenschaftlern zufolge zu den Ländern, die am stärksten unter der fortschreitenden Erderwärmung leiden. In den vergangenen Jahren nahmen die Häufigkeit und Intensität der dortigen Hitzewellen zu. Vergangenes Jahr erlebte das Urlaubsland mit einer Durchschnittstemperatur von 24,2 Grad seinen heißesten Sommer seit Aufzeichnungsbeginn. (afp)
Svenja Hoffmann

Hitze treibt Kieler Trinkwasserverbrauch auf Jahreshoch 

Fast 63 Millionen Liter an einem Tag! Die Hitzewelle treibt die Kieler ans Limit. Warum ein bewusster Umgang mit Wasser jetzt wichtiger wird.
Das Sommerwetter treibt den Trinkwasserverbrauch in Kiel in die Höhe. Am Montag (22. Juni) wurde mit 62,88 Millionen Litern (oder 62.880 Kubikmetern) der diesjährige Tageshöchstwert erreicht, wie die Stadtwerke Kiel mitteilten. Das war zugleich der höchste Wert seit knapp sechs Jahren. „Im August 2020 lieferten wir an einem Tag rund 65 Millionen Liter durch unser über 1.780 Kilometer langes Versorgungsnetz“, sagte Stadtwerke-Sprecher Sönke Schuster.
„Auch wenn uns jederzeit ausreichend Trinkwasser zur Verfügung steht, appellieren wir stets auf einen bewussten Umgang mit Trinkwasser“, sagte Schuster. Der Energieversorger warnt, dass es bei Verbrauchsspitzen zu Engpässen kommen kann. „So können bei starker Trockenheit und Hitze die Aufbereitungsanlagen und Pumpen an ihre Grenzen gelangen. Dies liegt dann jedoch nicht an der Menge des zur Verfügung stehenden Wassers in der Tiefe, sondern am gleichzeitigen Verbrauch im Netz.“
„Sollten an Netzenden viele Verbraucherinnen und Verbraucher zeitgleich Wasser zapfen, beispielsweise für das Sprengen des Rasens oder das Füllen von Swimmingpools, können Druckschwankungen auftreten“, sagte Schuster.
Die Stadtwerke versorgen nach eigenen Angaben rund 330.000 Menschen in Kiel und im Umland mit Trinkwasser. Sie betreiben vier Wasserwerke, in denen Wasser aus einer Tiefe von bis zu 230 Metern gefördert wird. Daneben gibt es sechs Trinkwasserspeicher. Mit den unterirdischen Behältern gleicht das Unternehmen Differenzen zwischen der geförderten und benötigten Wassermenge während der Verbrauchsspitzen im Netz aus. (dpa)

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