Großer Wahlsonntag am 20. September Prognose oder Hochrechnung – was ist eigentlich der Unterschied?

Noch drei Tage bis zu den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.
Prognose und Hochrechnung: Was ist der Unterschied? (Symbolbild)
Sebastian Gollnow/dpa

Prognose, Hochrechnung, Ergebnis: Was gilt wann?
Am Sonntag ist es wieder so weit: In Berlin und Mecklenburg-Vorpommern wird gewählt. Um Punkt 18 Uhr werden dann die Wahllokale schließen – und plötzlich hagelt es Zahlen. Doch Prognose, Hochrechnung und vorläufiges Ergebnis sind keineswegs dasselbe. Wir erklären, wann die Zahlen entstehen und wie aussagekräftig sie sind.

Berlin und Mecklenburg-Vorpommern wählen am Sonntag

Am 20. September wird gleich in zwei Bundesländern gewählt. In Berlin geht es um das 20. Abgeordnetenhaus, gleichzeitig werden die Bezirksverordnetenversammlungen der zwölf Bezirke neu bestimmt. Rund 2,4 Millionen Wahlbenachrichtigungen wurden im Vorfeld verschickt.

In Mecklenburg-Vorpommern stimmen die Wahlberechtigten über die Zusammensetzung des 9. Landtags ab. Die Wahllokale sind in beiden Bundesländern von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Danach beginnt der wohl spannende Teil des Wahlabends: Die ersten Zahlen erscheinen. Doch die sind noch kein Wahlergebnis!

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Für den Wahlabend selbst gilt vereinfacht:

  • Prognose bedeutet erste Schätzung

  • Hochrechnung bedeutet Schätzung mit bereits ausgezählten Ergebnissen

  • Und das vorläufige Ergebnis basiert auf der abgeschlossenen Auszählung

  • Das endgültige Wahlergebnis steht erst fest, wenn die Wahlausschüsse die Ergebnisse geprüft und festgestellt haben

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Was bedeutet die Prognose um 18 Uhr?

Die erste Zahl, die Zuschauer am Wahlabend sehen, ist in der Regel die Prognose der Wahlforschungsinstitute. Grundlage dafür sind unter anderem sogenannte Exit Polls. Dabei werden ausgewählte Wählerinnen und Wähler direkt nach ihrer Stimmabgabe vor den Wahllokalen befragt, wie die Bundeswahlleiterin erklärt.

Die Prognose ist damit eine Schätzung und noch kein ausgezähltes Ergebnis. Sie gibt unmittelbar nach Schließung der Wahllokale eine erste Tendenz darüber, wie die Wahl ausgegangen sein könnte.

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Prognose und Hochrechnung: Das ist der Unterschied

Schon kurze Zeit später folgen am Wahlabend die ersten Hochrechnungen. Und die haben gegenüber der Prognose einen entscheidenden Vorteil: In sie fließen bereits tatsächlich ausgezählte Stimmen ein.
Dafür verwenden die Wahlforschungsinstitute amtlich ermittelte Ergebnisse aus ausgewählten Wahlbezirken und rechnen diese hoch. Je mehr Wahlbezirke ihre Zahlen melden, desto größer wird die Datengrundlage – und desto genauer können die Hochrechnungen werden.

Deshalb können sich die Werte im Laufe des Abends immer wieder verändern. Gerade bei knappen Abständen kann es also dauern, bis sich ein klareres Bild ergibt.

Wann gibt es das vorläufige Wahlergebnis?

Wer das vorläufige Wahlergebnis sehen möchte, muss länger warten. Dafür müssen die abgegebenen Stimmen ausgezählt und die Ergebnisse aus den Wahlbezirken zusammengetragen werden.

Das vorläufige Ergebnis basiert also auf der tatsächlichen Auszählung – im Gegensatz zu Prognose und Hochrechnung der Wahlforschungsinstitute.

Und wann ist das Wahlergebnis endgültig?

Auch nach der Wahlnacht ist das Verfahren noch nicht komplett abgeschlossen. Die zuständigen Wahlausschüsse prüfen und stellen die Ergebnisse anschließend offiziell fest. Erst dann steht das endgültige Wahlergebnis fest. Das kann vom vorläufigen Ergebnis grundsätzlich noch abweichen.

Verwendete Quellen: Die Bundeswahlleiterin