Keine Hoffnung mehrExperten sicher: Wal wird vor Ort sterben

Die Rettungsversuche für den vor Wismar erneut gestrandeten Buckelwal werden eingestellt.
Die Rettungsversuche für den vor Wismar erneut gestrandeten Buckelwal werden eingestellt.
Florian Manz / Greenpeace
von Camilla Koziol, Lynn Michel und Carsten Kulawik

Er ringt bereits seit Tagen um jeden Atemzug, während die Hoffnung schwindet!
Auf einer Pressekonferenz haben Experten nun die bittere Gewissheit ausgesprochen: Der junge Wal, der sich vor Wismar festgesetzt hat, wird hier sterben. Alle Rettungsversuche werden eingestellt.

„Ich wünsche dem Wal, dass er zur Ruhe kommt”

„Wir gehen fest davon aus, dass das Tier dort verstirbt”, sagte der an der Rettung beteiligte Experte Burkard Baschek am Mittwoch (1. April) in Wismar bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD). Es ist mittlerweile klar, dass der Moment gekommen ist, „ihn gehen zu lassen”. Hoffnung bestehe praktisch nicht mehr.

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„Für uns ist das heute ein sehr emotionaler Tag”, sagt Backhaus. Seit dem 23. März hat sich der Wal insgesamt viermal festgesetzt – jedes Mal verbunden mit der Hoffnung, ihm irgendwie helfen zu können. Wissenschaftlich wurde die Rettung sehr fundiert begleitet. Es wurden Experten, sogar aus Island, hinzugezogen – doch ohne Erfolg. Alle Beteiligten sind zu der Überzeugung gelangt, dass der Wal an seiner jetzigen Stelle „seinen Platz gefunden” habe. „Ich wünsche dem Wal, dass er zur Ruhe kommt”, so der Minister.

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Zustand des Wals verschlechtert sich

Die Lage hat sich dramatisch zugespitzt. Die Atemfrequenz des Tieres ist unregelmäßig geworden, teilweise verstreichen bis zu vier Minuten zwischen zwei Atemzügen. Auf die Helfer reagiert er nicht mehr. Nur ein kurzes Zucken am frühen Morgen, gegen sechs Uhr, erinnerte noch kurz an Leben – vielleicht sein letztes Aufbäumen.

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Wie lange das Tier noch durchhält, bleibt völlig unklar – vielleicht fünf Tage, vielleicht länger. Für die Einsatzkräfte ist die Lage eindeutig: „Der Wal hat nicht mehr genug Energie. Weitere Rettungsversuche wären nicht nur schwierig, sondern wohl auch sinnlos.”

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherchen, AFP