Bis zu 50 Millionen Barrel Öl aus VenezuelaÖl-Machtkampf spitzt sich zu! Trump zieht Kontrolle an sich

Trump
Trump stellte auch mögliche Subventionen für Ölkonzerne in Aussicht , die den Wiederaufbau der Energieinfrastruktur Venezuelas unterstützen.
AP

Bedeutender Energie-Konflikt!
Der US-Präsident greift direkt auf Venezuelas Ölindustrie zu. Für das südamerikanische Land geht es um viel Geld. Die neue Führung in Caracas will sich aber nicht als von den USA kontrolliert sehen.

Zwischen 30 und 50 Barrel sanktioniertes Öl sollen in die USA geliefert werden

Nur wenige Tage nach dem US-Militäreinsatz in Caracas greift Präsident Donald Trump direkt in die Ölindustrie Venezuelas ein und sichert sich die Kontrolle über Einnahmen aus dem Verkauf des Rohstoffs. Das südamerikanische Land werde zwischen 30 und 50 Millionen Barrel (je 159 Liter) an sanktioniertem Öl an die USA liefern, kündigte der Republikaner auf der Plattform Truth Social an. Er selbst werde die Einnahmen aus dem Verkauf des Öls kontrollieren, schrieb Trump weiter.

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Ölgeschäft ist für das südamerikanische Land bedeutungsvoll

In welchem Zeitraum die von Trump genannte Menge Rohöl von Venezuela zur Verfügung gestellt werden soll, war zunächst unklar. Bei dem Volumen handelt es sich ungefähr um die gesamte Produktion der venezolanischen Ölindustrie von ein bis zwei Monaten. Das Ölgeschäft ist für Venezuelas Regierung die wichtigste Einnahme- und Devisenquelle. Die neue Führung in Caracas äußerte sich nicht unmittelbar zu Trumps Ankündigung.

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Öl soll zum Marktpreis verkauft werden

Das Öl werde mit Schiffen direkt in US-Häfen gebracht, schrieb Trump. Energieminister Chris Wright sei angewiesen, diesen Plan „sofort“ umzusetzen. „Dieses Öl wird zu seinem Marktpreis verkauft, und das Geld wird von mir als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika kontrolliert, um sicherzustellen, dass es zum Wohl des venezolanischen Volkes und der Vereinigten Staaten verwendet wird“, schrieb Trump weiter.

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Für Venezuela wäre das Wegbrechen der Einnahmen sehr schmerzhaft. Für die USA wären die absehbaren Einnahmen eine geringe Summe. Auch die Ölmenge ist für die USA bestenfalls von begrenzter Bedeutung: Das Land produziert Regierungsangaben zufolge selbst knapp 14 Millionen Barrel pro Tag.

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US-Konzerne sollen nach der Vorstellung des Republikaners Trump nun kräftig investieren und die marode Ölindustrie in Venezuela wieder aufbauen. Viele Demokraten werfen dem Präsidenten vor, Venezuela nur wegen seiner Ölreserven angegriffen zu haben. Die Festnahme von Staatschef Nicolás Maduro wegen angeblicher Drogendelikte sei nur ein Vorwand gewesen.

Venezuela: Kein fremder Akteur regiert uns

Die geschäftsführende Präsidentin Venezuelas, Delcy Rodríguez, wies unterdessen den Anspruch der US-Regierung zurück, die Geschicke des südamerikanischen Landes zu führen. „Die Regierung Venezuelas regiert unser Land. Niemand sonst”, sagte sie. „Es gibt keinen externen Akteur, der Venezuela regiert.“ Wie sich ihre behauptete Unabhängigkeit mit Trumps Ansage zur Abgabe des Rohöls vertragen würde, blieb zunächst unklar. (anr)

Verwendete Quellen: dpa