Als Baby geklaut und 35 Jahre später mit Mutter vereint„Ich bin nicht nur der Sohn, der dir gestohlen wurde, sondern auch der, den du gefunden hast”
Es waren Tränen der Erleichterung.
Kyle Adler ist 36 Jahre alt, als er erstmals nach 35 Jahren seine leibliche Mutter in seine Arme schließt. Der US-Amerikaner wurde als Baby in Chile gestohlen und an ein Ehepaar aus Chicago adoptiert. Der 36-Jährige ist eines von etwa 20.000 Kindern, die ihren Eltern systematisch entführt und an ahnungslose Familien aus den USA vermittelt wurden. „Ich bin nicht nur der Sohn, der dir gestohlen wurde, sondern auch der, den du gefunden hast”, waren Kyles Worte, als er seine Mutter wiedersah.
Familien in Chile Opfer illegalen Netzwerks
Etwa 20.000 Babys wurden in den Jahren 1970 bis 1990 in Chile einfach gestohlen, ihren Familien entrissen. Vor allem aus armen Familien, die sich eine Suche nach ihrem Kind nicht leisten konnten. Kyles Mutter war alleinerziehend und erst 19 Jahre alt, als das Drama geschah. Sie arbeitete nachts in einem Fischrestaurant, als ihre Babysitterin ihr am Morgen berichtete, dass der Priester des Ortes entschied, dass ihr Sohn eine richtige Familie bräuchte. Eine Frau sei gekommen und habe Marcos Antonio Navarrete, wie er damals hieß, einfach mitgenommen.
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Marcos Antonio Navarrete hieß plötzlich Kyle Adler
Auch Ana Maria Navarrete wurde somit Opfer organisierter Kriminalität während der Militärdiktatur von Augusto Pinochet. Es waren unter anderem korrupte Sozialarbeiter, Priester, Richter und Adoptionsagenturen, die an dem Netzwerk beteiligt waren. Kylies Adoptiveltern haben offenbar geglaubt, eine völlig legale Auslandsadoption zu machen. Und so kam der Chilene Marcos Antonio Navarrete 1990 nach Chicago.

Kyle Adler lebte ein glückliches Leben in Chicago
Er hieß ab sofort Kyle Adler und lebte bei Mike and Connie Adler. „Meine Eltern haben mich nicht gestohlen”, sagt Adler der Nachrichtenagentur AP News. Sie hätten geglaubt, alles sei mit rechten Dingen zugegangen. Und er wurde geliebt, stellt er im Interview klar. An elterlicher Fürsorge hätte es ihm niemals gemangelt.
Dennoch entwickelte er eines Tages den Wunsch, mehr über seine leiblichen Eltern zu erfahren. 2017 stieß er auf eine Facebook-Gruppe, in der sich andere Menschen mit Adoptionshintergrund in ähnlicher Situation befanden. Und es gab auch Kontakt zu einer gemeinnützigen Organisation, die sich für die Wiedervereinigung getrennter Familien einsetzt. Welche Wendung Kyles Leben plötzlich nahm, seht ihr oben im Video.
Verwendete Quelle: AP News, Daily Mail


