80% der Körperoberfläche verbranntÄrzte kämpfen weiter um das Leben des Trainsurfers (14)

Es ist ein verzweifelter Kampf um das Leben eines jungen Menschen!
Nach einem schweren Stromunfall auf einem Zugdach in Köln ringt der 14-Jährige in der Klinik-Köln Merheim weiter mit dem Tod. Das hat die Bundespolizei RTL.de am Dienstag bestätigt.

Trainsurfing-Unfall in Köln: 14-Jähriger erleidet schwerste Verbrennungen

Am Sonntagabend (11. Oktober) war es auf einem Regionalexpress der Linie RE5 zu dem dramatischen Unfall gekommen. Um 20.44 Uhr waren Notrufe bei der Kölner Feuerwehr eingegangen. Fahrgäste hatten zwei Lichtblitze gesehen und plötzlich Hilferufe gehört. Der Lokführer hatte seinen Zug daraufhin gestoppt und den Jugendlichen zwischen zwei Wageneinheiten gefunden.

Offenbar war der 14-Jährige auf dem Dach des Zuges mitgefahren, als es zu einem gefährlichen Stromüberschlag zwischen der Oberleitung und ihm gekommen war. Der Junge erlitt schwerste Verbrennungen an rund 80 Prozent seines Körpers. Doch auf seine Rettung musste er lange warten. RTL.de hatte darüber berichtet.

Feuerwehr Köln muss mehr als eine Stunde warten – trotz Hilferufen

Zwar war sofort ein Großaufgebot der Kölner Feuerwehr zur Unglücksstelle gerast. Die Bahn hatte die Streck selbst sehr schnell gesperrt. Doch trotzdem durften die Helfer längere Zeit nicht zu dem Jungen.

Der Grund ist die Hochspannung von bis zu 15.000 Volt in der Oberleitung. Erst wenn die Stromzufuhr abgeschaltet, die Spannungsfreiheit festgestellt und die Leitung geerdet ist, können sich die Rettungskräfte dem Verletzten nähern.

Rettungskräfte können erst nach langer Wartezeit zum lebensgefährlich Verletzten (14).
Rettungskräfte können erst nach langer Wartezeit zum lebensgefährlich Verletzten (14).
aba, Jan Ohmen/dpa

Das Problem: Dieser Vorgang zieht sich offenbar über mehr als eine Stunde. Erst gegen 22 Uhr können die Feuerwehrleute nach eigenen Angaben zum Verletzten – rund 76 Minuten nach dem Notruf. Sie beginnen dann sofort mit der medizinischen Versorgung des Jugendlichen und bringen ihn mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus.

Doch es bleibt vor allem eine Frage: Warum hat es so lange gedauert, bis die Retter zu dem lebensgefährlich verletzten Jungen durften? RTL.de hat bei der Deutschen Bahn nachgefragt. Ein Sprecher sagt: „Im aktuellen Fall sind uns keine Verzögerungen bei der Sicherung der Einsatzstelle bekannt. Die Mitarbeitenden des Notfallmanagements waren innerhalb der vorgegebenen Zeiten am Einsatzort und haben die Oberleitung umgehend geerdet.” Und: „Erst wenn zweifelsfrei keine Gefahr mehr von der Oberleitung und dem Zugbetrieb ausgeht, geben unsere Mitarbeitenden den Gleisbereich für die Rettungskräfte frei.”

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Feuerwehrsprecher schildert RTL.de, wie sehr der Einsatz belastet

Für die Rettungskräfte war die Situation kaum auszuhalten. „Es geht uns richtig an die Nieren, dass wir da stehen und warten müssen“, sagte ein Sprecher der Kölner Feuerwehr am Montag zu RTL.de.

Die dramatischen Minuten haben auch bei den Helfern Spuren hinterlassen. Wie der Feuerwehrsprecher RTL.de erklärt, habe man mit den beteiligten Einsatzkräften im Nachgang gesprochen, damit sie das Erlebte verarbeiten können.

Nach Angaben der Feuerwehr war außerdem ein Team zur psychosozialen Unterstützung vor Ort, um die Retter aufzufangen. Insgesamt waren rund 50 Kräfte von Berufsfeuerwehr, Freiwilliger Feuerwehr und Rettungsdienst im Einsatz.

Die Deutsche Bahn warnt eindringlich vor dem sogenannten Trainsurfing: „Das Betreten von Bahnanlagen und das Klettern auf Züge ist immer lebensgefährlich! Keine Mutprobe und kein Freundschaftsbeweis ist es wert, das eigene Leben zu riskieren! Jeder Unfall ist einer zu viel. Bahnfahren ist sicher, wenn man sich an Regeln hält.”

Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche/ Statement Deutsche Bahn