Windkraft bringt Millionen einRWE sahnt ab! Darum steigen jetzt eure Gas- und Strompreise

Baustelle des neuen Windpark Bedburg 3, auf rekultiviertem TagebaugelÃ_nde, 9 Windkraftwerke mit einer Leistung von 60 Megawatt werden neu gebaut, Montage des Turms des Windrads, betrieben von RWE und der Stadt Bedburg, NRW, Deutschland
RWE hat nach einem Viertel des Jahres schon ein Drittel des geplanten Ergebnisses eingefahren - und wird die Ziele wohl anpassen.
picture alliance / Jochen Tack

Der Nahost-Konflikt treibt Öl- und Gaspreise und am Ende auch die Strompreise. Und die werden nach Einschätzung des Versorgers RWE auch noch länger auf dem Niveau bleiben. Da sorgt beim Dax-Konzern wohl für eine Anpassung der Jahresprognose.

Der Versorger RWE hat zum Jahresauftakt deutliche Gewinnzuwächse eingefahren. „Ein wesentlicher Grund waren die gegenüber dem Vorjahr verbesserten Windverhältnisse in Europa“, teilte der Konzern mit, der sein Ökostrom-Geschäft ausbaut und dabei auch auf Windkraft setzt. RWE hat seit Ende März 2025 neue Windkraftanlagen, Solarparks und Batteriespeicher mit einer Gesamtkapazität von 2,3 Gigawatt in Betrieb genommen. Bei den Gas- und Strompreisen erwartet RWE infolge des Iran-Kriegs aktuell einen weiteren Anstieg. Bernstein-Analysten bescheinigten RWE einen guten Start ins Jahr.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte im ersten Quartal auf Jahressicht um mehr als ein Fünftel auf 1,6 Milliarden Euro und lag damit im Rahmen der Analystenschätzungen. Im Bereich Offshore-Windkraft legte das Ebitda sogar um die Hälfte auf 570 Millionen Euro zu. RWE profitierte von einer Entschädigung von 332 Millionen Euro aus den Niederlanden. RWE konnte dort in einem Kraftwerk weniger Strom produzieren, weil die Regierung die Verstromung des CO2-Treibers Kohle eingeschränkt hatte. Die EU-Kommission genehmigte die Zahlung. In den Jahreszielen 2026 sei diese noch nicht berücksichtigt, machte Finanzchef Michael Müller deutlich. Daher sei er nun optimistischer mit Blick auf die Prognose.

Allerdings sei bei RWE das erste Quartal üblicherweise nicht der Zeitpunkt, wo „wir unsere Guidance anpassen“, fügte Müller hinzu. Angesichts einer Situation, wo RWE schon ein Drittel des geplanten Ergebnisses eingefahren habe, sei er aber „natürlich deutlich zuversichtlicher, was die Guidance für dieses Jahres anbetrifft“, so Müller. Das werde er auch den Analysten klar sagen.

Der bereinigte Nettogewinn erreichte im Konzern rund 600 Millionen Euro. „Nach einem guten Start ins Jahr bekräftigen wir unsere Ergebnisprognose“, bilanzierte Müller. „Unser Portfolioausbau macht große Fortschritte, allen voran unsere großen Offshore-Wind-Projekte.“ Für 2026 peilt RWE ein Ebitda zwischen 5,2 Milliarden und 5,8 Milliarden Euro an. Der bereinigte Nettogewinn soll zwischen 1,55 Milliarden und 2,05 Milliarden Euro liegen. Der Konzern will unter anderem von der Inbetriebnahme neuer Wind- und Solarparks sowie Batteriespeichern profitieren.

Aber auch in Übersee plant RWE zu expandieren: Der Konzern will sein Geschäft in den USA mit milliardenschweren Investitionen erweitern. Vor allem der Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI) und der damit verbundene Bau und Betrieb von Rechenzentren erfordere riesige Mengen an Energie. RWE-Chef Markus Krebber hatte angekündigt, dass RWE von 2026 bis 2031 insgesamt 35 Milliarden Euro in den Ausbau seiner Stromerzeugung investiert - gut die Hälfte davon sollen in den USA fließen.

Die Ökostrombranche ist unter US-Präsident Donald Trump massiv unter Druck geraten. Trump findet Windräder hässlich und hat sich unter anderem gegen den Ausbau der Offshore-Windenergie ausgesprochen. RWE verzeichne in den USA aber weiter eine rege Nachfrage nach erneuerbaren Energien, unterstrich Müller.

Auswirkungen der US-Politik sieht Müller auch auf die bereits gestiegenen Gas- und Strompreise nach den Angriffen Israels und der Vereinigten Staaten auf Iran. „Gaspreise prägen maßgeblich den Strompreis“, betonte Müller. Egal, wie lange der Iran-Konflikt anhalte, eine Normalisierung der Lage an den Märkten werde sicher deutlich länger dauern. „Das wird natürlich tendenziell zu weiter steigenden Gaspreisen führen - und potenziell zu einem Ansteigen der Strompreise“, fügte er hinzu. Bei RWE könne dies über Umwege zu zusätzlichen Erlösen führen.

Verwendete Quellen: jwu/rts/DJ