Niemand kann die Ursache erklärenSchock in der Arktis: Dutzende Rentiere verenden qualvoll

Binnen kurzer Zeit werden auf Spitzbergen mehrere tote Rentiere gefunden. Das ruft die Behörden auf den Plan, denn die Todesfälle sind in mehrfacher Hinsicht eigenartig.
Auf der norwegischen Inselgruppe Spitzbergen haben die Behörden mehr als ein Dutzend ungeklärte Todesfälle bei Rentieren verzeichnet. Die hohe Zahl der verendeten Tiere auf dem Archipel in der Arktis sei für die Sommersaison „äußerst ungewöhnlich“, erklärte das Büro des regionalen Gouverneurs. Bei einer jährlichen Zählung seien bislang 13 kürzlich verstorbene Rentiere - elf Weibchen und zwei Männchen - in zwei Tälern gefunden worden, die rund 1000 Kilometer vom Nordpol entfernt liegen.
„Es ist sehr ungewöhnlich, dass Weibchen im fortpflanzungsfähigen Alter und erwachsene Männchen im Sommer sterben. Deshalb wollen wir diese Entwicklung genau beobachten“, hieß es in der Erklärung. Rentiere haben in freier Wildbahn normalerweise eine Lebenserwartung von 12 bis 15 Jahren.
Was den Tod der Tiere herbeigeführt haben könnte, ist bislang unklar. Das Norwegische Institut für Naturforschung (Nina) teilte mit, es gebe „keine eindeutigen Hinweise und auch keine konkrete Hypothese“, um die ungewöhnlichen Todesfälle im Sommer zu erklären. „Im Winter sterben vor allem die jüngsten und ältesten Tiere“, sagte der Forscher Vebjorn Veiberg. Die tot aufgefundenen Tiere seien jedoch in der „kräftigsten und fruchtbarsten Phase ihres Lebens“. Tierärzte suchen nun nach einer Erklärung für die Todesfälle. Doch auch eine Krankheit würde vermutlich nicht ausgerechnet die stärksten Tiere töten.
Die Behörden riefen die Öffentlichkeit dazu auf, weitere Funde von Tierkadavern zu melden. Spitzbergen hat etwa eine doppelt so große Fläche wie Belgien. Auf der Inselgruppe leben rund 22.000 Rentiere - das ist siebenmal so viel wie die Einwohnerzahl.
Verwendete Quellen: ino/AFP


