Liveticker zur Sonnenfinsternis am 12. August 2026So spektakulär war das Himmelsschauspiel 

von Svenja Hoffmann, Johanna Grewer und Martina Lewinski

Was für ein Himmelsspektakel!
Am 12. August 2026 konnten Millionen Menschen in Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis beobachten. Je nach Standort wurden dabei rund 84 bis 90 Prozent der Sonne verdeckt. Vollkommen dunkel wurde es zwar nicht – spektakuläre Bilder gab es trotzdem. In unserem Liveticker könnt ihr das außergewöhnliche Ereignis noch einmal nachlesen – mit den schönsten Momenten, Bildern und allen wichtigen Infos zur Sonnenfinsternis.

Martina Lewinski

So spektakulär war die Sonnenfinsternis über Deutschland 

Bei zumeist klarem Himmel haben Millionen Menschen in Deutschland am Abend eine partielle Sonnenfinsternis beobachtet. Im Maximum sollte die Sonne hier zu rund 85 bis 90 Prozent durch den Mond verdeckt werden. Das Interesse an dem Himmelsspektakel war groß.
Das Wetter spielte zum Start des Schauspiels weitgehend mit, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte. Es gab demnach lediglich von Nordbayern über Thüringen bis in den Norden einzelne dünne hohe Schleierwolken, die sich langsam in den Nordosten verlagerten. Sie waren aber nur dünn und verdeckten die Sicht nicht komplett. In Bayern, Baden-Württemberg und im Westen war es wolkenlos.
Martina Lewinski

Mit Bollerwagen und Brille: Sonnenfinsternis in der Eifel

Auf Picknickdecken und Campingstühlen haben die Menschen in Rheinland-Pfalz die Sonnenfinsternis beobachtet. Am Observatorium Hoher List bei Schalkenmehren in der Eifel kamen einige von ihnen zusammen. Laut Veranstalter war die Veranstaltung mit 180 Teilnehmern ausverkauft, dazu musste bereits rund 200 Leuten abgesagt werden. 

Am Abend lagen einige im Gras, andere warteten auf Stühlen auf das Naturereignis. Familien hatten Bollerwagen dabei und machten es sich im Schatten bequem. Die Polizei sprach von keinen größeren Verkehrseinschränkungen. Die Sonne wurde auch in Rheinland-Pfalz zu einem Teil durch den Mond verdeckt - in Deutschland liegt der verdeckte Anteil bei rund 85 bis 90 Prozent.
Martina Lewinski

Ein Abend zum Staunen 

Auch in Lörrach war die partielle Sonnenfinsternis 2026 zu beobachten.
Auch in Lörrach war die partielle Sonnenfinsternis 2026 zu beobachten. IMAGO/STEINSIEK.CH
Auf dem Tempelhofer Feld in Berlin beobachteten zahlreiche Menschen die Sonnenfinsternis gemeinsam.
Auf dem Tempelhofer Feld in Berlin beobachteten zahlreiche Menschen die Sonnenfinsternis gemeinsam. IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Sonnenfinsternis in Augsburg.
Sonnenfinsternis in Augsburg. IMAGO/kolbert-press
Himmelsspektakel über Ludwigshafen: Über dem Michaelsberg wurde die Sonne zur schmalen Sichel.
Himmelsspektakel über Ludwigshafen: Über dem Michaelsberg wurde die Sonne zur schmalen Sichel. IMAGO/Herrmann Agenturfotografie
Martina Lewinski

Jubel, Applaus und Verkehrschaos: Sonnenfinsternis begeistert Millionen in Spanien

Millionen Menschen haben die erste totale Sonnenfinsternis über dem spanischen Festland seit mehr als einem Jahrhundert verfolgt - und das seltene Himmelsschauspiel begeistert gefeiert. Viele applaudierten und schrien, andere lachten oder sprangen vor Begeisterung in die Höhe, als der Mond bei überwiegend klarem Himmel die Sonne vollständig verdeckte, wie TV-Livebilder aus ganz Spanien zeigten. Auch der Moderator des TV-Senders RTVE war sichtlich bewegt: „Das ist magisch, ein unvergesslicher Moment für uns alle“, sagte er.

Den Auftakt machte A Coruña im Nordwesten Spaniens. Dort verschwand die Sonne um 20.27 Uhr und 41 Sekunden erstmals in Spanien seit 1905 vollständig hinter dem Mond. Für eine Minute und 18 Sekunden wurde der Tag zur Nacht. Der Mondschatten zog innerhalb weniger Minuten etwa über Kastilien, León, Aragonien und Valencia bis zu den Balearen.

Je nach Standort dauerte die vollständige Verdunkelung in dieser knapp 300 Kilometer breiten sogenannten Totalitätszone zwischen rund 30 Sekunden und knapp zwei Minuten. Einige Beobachter hatten Teleskope aufgebaut, andere hielten den historischen Moment mit ihren Handys fest.

Großer Andrang bis nach Mallorca
Größere Zwischenfälle wurden zunächst nicht bekannt. Vielerorts kam es aber auf den Straßen zu Staus und Verkehrsbehinderungen. Die Behörden hatten mit bis zu 1,5 Millionen zusätzlichen Autofahrten in die Totalitätszone gerechnet. Auf Mallorca zum Beispiel sorgte der Andrang laut Medien bereits am Morgen für erste Behinderungen, vor allem an der Westküste rund um Sóller.

Beim Gebirge Serra de Tramuntana waren mehrere Parkplätze schon Stunden vor Beginn der Sonnenfinsternis vollständig belegt, einzelne Zufahrtsstraßen wurden gesperrt. Viele Besucher der Urlaubsinsel mussten ihre Beobachtungsorte zu Fuß erreichen und dabei teils weite Strecken zurücklegen.

Das Naturereignis lockte Hunderttausende Besucher aus dem In- und Ausland an. Hotels entlang der Totalitätszone waren vielerorts seit langem ausgebucht, einige Privatleute vermieteten Balkone und Dachterrassen mit freier Sicht auf den Horizont für mehrere Hundert Euro.

Der TV-Sender RTVE zeigte unter anderem in Soria rund 200 Kilometer nordöstlich von Madrid eine 80-köpfige Gruppe finnischer Hobbyastronomen. „Für uns alle ist es die erste totale Sonnenfinsternis“, sagte Teilnehmer Ari. Ebenfalls nach Soria war eine dänische Gruppe von 140 Menschen gereist. Sie hatte bereits vor zwei Jahren gebucht.

Verwendete Quellen: afp, dpa, , Kölnische Rundschau, timeanddate.de, American Astronomical Society, X/Ministère de la Santé