Fast alles steht stillMega-Sturm „Dolphin“: Chaos legt Shanghai lahm!

SHANGHAI, CHINA - AUGUST 09: A tourist takes photos with mobile phone while experiencing strong winds on the Bund on August 9, 2026 in Shanghai, China. The Shanghai Meteorological Observatory upgraded the rainstorm warning signal for the central urban area from orange to red at 10:30 a.m. due to the impact of Typhoon Dolphin. PUBLICATIONxNOTxINxCHN Copyright: xChinaxNewsxServicex 111658975464
"Dolphin" macht sich in Shanghai mit heftigem Regen und starken Windböen bemerkbar.
IMAGO/VCG

Der bisher stärkste Taifun des Jahres trifft auf China. In Shanghai sorgt „Dolphin“ als Tropensturm für überschwemmte Straßen - nun steuert er auf eine weitere Metropole der Volksrepublik zu.

Der Tropensturm „Dolphin“ hat mit heftigem Regen und starken Windböen den Alltag in der chinesischen Metropole Shanghai durcheinandergewirbelt. Der Verkehr auf vier U-Bahn-Linien wurde vollständig eingestellt, weitere verkehrten nur auf verkürzten Strecken, wie die städtischen Verkehrsbehörden mitteilten. Auch der Flugverkehr war beeinträchtigt, sämtliche innerstädtische Fähren und Ausflugsfahrten auf den Flüssen wurden ebenfalls gestoppt.

An den Flughäfen Pudong und Hongqiao sollten laut den Betreibern rund 950 Starts und Landungen gestrichen werden, wie das chinesische Nachrichtenportal The Paper berichtete. Das entspricht knapp 40 Prozent der geplanten Flüge. Die Behörden riefen die Bevölkerung der Millionenmetropole auf, von zu Hause zu arbeiten und möglichst nicht vor die Tür zu treten.

In Vororten von Shanghai standen zudem viele Straßen unter Wasser. Auf Videos in den sozialen Medien war zu sehen, wie Menschen durch kniehohes, trübes Wasser wateten. Die Aufnahmen konnten zunächst nicht verifiziert werden.

„Dolphin“ war am Sonntag zunächst als starker Taifun bei Yuhuan in der ostchinesischen Provinz Zhejiang an Land getroffen. Wenig später zog der Sturm bei Yueqing ein zweites Mal über die Küste. Er hinterließ sichtbare Spuren: Bäume stürzten um, Baustellen wurden beschädigt, Straßen überflutet. Bis Montagmorgen schwächte sich „Dolphin“ dann zu einem Tropensturm ab. Zwar erwartete der Wetterdienst, dass der Sturm weiter nach Nordwesten zieht. Für Shanghai und andere Gegenden Ostchinas wurden jedoch weitere heftige Regenfälle vorhergesagt.

Zum Schutz vor „Dolphin“ wurden zudem Hunderttausende Menschen evakuiert. Allein in Shanghai brachten die Behörden bis Sonntagabend rund 215.600 Menschen aus gefährdeten Gebieten in Sicherheit. In der Provinz Fujian waren es bis Montagmorgen weitere rund 168.000, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

In der Küstenstadt Wenling wird unterdessen weiter nach einem neunjährigen Jungen gesucht, der am Freitag im Ortsteil Shitang von einer Welle ins Meer gerissen worden war. Wie das chinesische Nachrichtenportal Jiemian berichtete, teilte das städtische Notfallkommando mit, der Junge sei bis Sonntag nicht gefunden worden und die Suche dauere an.

„Dolphin“ ist bisher der stärkste Taifun in China in diesem Jahr. Er wies laut Berichten eine dreimal längere Lebensdauer auf als gewöhnlich und brachte ein riesiges Wolkensystem mit sich. In den kommenden Tagen soll der Sturm weiter ins Landesinnere in die zentralen Provinzen Hubei und Henan ziehen.

Auch Peking könnte nun von „Dolphin“ getroffen werden - dort wird mit schweren Regenfällen gerechnet. Fünf Stadtbezirke warnten vor Erdrutschen und Überschwemmungen infolge starken Niederschlags. Die Behörden bereiten demnach Schutzmaßnahmen vor.

Wissenschaftlern zufolge führt der menschengemachte Klimawandel zu häufigeren, längeren und stärkeren Extremwetterereignissen. Vor zwei Wochen war Taifun „Noul“ mit starkem Wind und heftigen Regenfällen über einen Teil Südchinas hinweggezogen. Im Juli waren in China durch den Taifun „Maysak“ zahlreiche Menschen ums Leben gekommen.

Verwendete Quellen: nbr/dpa/AFP/rts