Jetzt wird über kinderfreie Flüge diskutiertSchreiender Dreijähriger verzögert Flug um mehr als eine Stunde

Wenn Kinder ohne Genehmigung die Ferien verlängern, droht den Eltern in Hamburg ein Bußgeld. (Symbolbild)
Ein schreiender Dreijähriger sorgte auf einem Flug nach Schweden für eine mehr als einstündige Verspätung. Der Vorfall löste im Internet eine Debatte über kinderfreie Flüge aus. (Symbolbild)
Marcus Brandt/dpa
von Martina Lewinski

Ein schreiender Dreijähriger hat einen Flug in Schweden um mehr als eine Stunde aufgehalten.
Nachdem sich das Kind trotz aller Bemühungen weigerte, angeschnallt sitzen zu bleiben, musste die Familie das Flugzeug verlassen. Nun fordern viele Menschen im Netz Flüge ausschließlich für Erwachsene.

Flug musste zum Gate zurückkehren

Der Vorfall wurde durch den Bericht einer Passagierin auf Reddit bekannt. Demnach befand sich das Flugzeug bereits auf dem Weg zur Startbahn, als die Crew bemerkte, dass ein dreijähriger Junge nicht angeschnallt auf seinem Sitz saß.

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Weil sich das Kind trotz aller Versuche seiner Eltern weigerte, sitzen zu bleiben und laut schrie, griff das Bordpersonal ein. Die Familie erhielt laut der Schilderung rund zehn Minuten Zeit, den Jungen zu beruhigen. Als dies nicht gelang, entschied sich die Crew aus Sicherheitsgründen, zum Gate zurückzukehren.

Die Familie verließ anschließend das Flugzeug. Zudem musste ihr Gepäck ausgeladen werden, bevor die Maschine erneut für den Start vorbereitet werden konnte. Der Abflug verzögerte sich dadurch um mehr als eine Stunde.

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Passagierin sorgt mit Forderung für Diskussion

Die betroffene Passagierin machte ihrem Ärger anschließend auf der Online-Plattform Reddit Luft. Es sei Freitagabend gewesen, viele Menschen hätten nach einer langen Woche einfach nur nach Hause gewollt.

Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt jedoch eine Aussage aus ihrem Beitrag: Sie würde ohne zu zögern einen Aufpreis zahlen, wenn es Flüge ausschließlich für Erwachsene gäbe. Tausende Nutzer diskutierten daraufhin über die Idee – und darüber, wie viel Rücksicht Eltern und Mitreisende im Flugzeug nehmen müssen.

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Sicherheit oder Verständnis für die Eltern?

In den Kommentaren zeigten viele Verständnis für den Frust der wartenden Passagiere. Schließlich gelten an Bord strenge Sicherheitsvorschriften. Ein Flugzeug darf erst starten, wenn alle Passagiere ordnungsgemäß angeschnallt sind.

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Andere Nutzer stellten sich dagegen auf die Seite der Eltern. Ein Kleinkind könne in der ungewohnten Umgebung eines Flugzeugs schnell überfordert sein. Wutanfälle und Trotzreaktionen gehörten in diesem Alter zur normalen Entwicklung und ließen sich selbst mit viel Geduld nicht immer verhindern.

Gibt es bald mehr kinderfreie Bereiche im Flugzeug?

Der Vorfall hat die Diskussion über sogenannte Adults-Only-Angebote an Bord entfacht. Komplett kinderfreie Linienflüge bieten die meisten Airlines bislang nicht an. Einige Fluggesellschaften haben allerdings bereits Bereiche eingerichtet, in denen gegen einen Aufpreis keine kleinen Kinder sitzen.

Ob sich solche Angebote künftig stärker durchsetzen, dürfte davon abhängen, wie groß die Nachfrage tatsächlich ist. Der Vorfall aus Schweden zeigt jedenfalls, wie schnell ein einzelnes Erlebnis an Bord eine Grundsatzdebatte auslösen kann – zwischen dem Wunsch nach einer ruhigen Reise und dem Verständnis dafür, dass Kinder nicht immer planbar sind.

Verwendete Quelle: oe24