Über Jahre zur Prostitution gezwungenSchwede soll Ehefrau an mehr als 120 Sexkäufer verkauft haben

Die Sexarbeit in MV sei infolge gesunkener Kaufkraft von Kunden unter Druck geraten, berichtet das Justizministerium. (Symbolbild)
Der Angeklagte streitet alle Vorwürfe ab. (Symbolbild)
Sebastian Gollnow/dpa

Die Frau zeigt ihren Mann selbst an.
In Nordschweden steht ein Mann im Verdacht, seine Ehefrau über Jahre hinweg an mindestens 120 Männer für Sex verkauft zu haben. Die Frau geht selbst zur Polizei und bringt den Fall ins Rollen. Der Mann sitzt seit Oktober in Untersuchungshaft und bestreitet die Vorwürfe.

Über drei Jahre Ausbeutung in der Ehe

Der Verdächtige aus der Region Ångermanland soll seine Ehefrau über einen Zeitraum von mehr als drei Jahren anderen Männern zum Sex angeboten und dafür Geld kassiert haben. Laut der schwedischen Zeitung Aftonbladet umfassten die Taten sowohl persönliche Treffen als auch digitale sexuelle Dienstleistungen.

Lese-Tipp: Er ermordete wohl zahlreiche junge Frauen

Zwischen 70 und mehr als 120 Männer aus verschiedenen Landesteilen sollen Sex mit der Frau gekauft haben. „Die meisten Männer nahmen über Webseiten Kontakt auf, die der Mann und die Frau eingerichtet hatten“, erklärt die Staatsanwältin Ida Annerstedt Aftonbladet. Die Frau zeigt ihren Mann, laut Nachrichtendienst AP schließlich selbst an, woraufhin der etwa 60-Jährige im Oktober festgenommen wird und seitdem in Untersuchungshaft sitzt.

Ermittler kommen nicht hinterher

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen schweren Menschenhandels und Zuhälterei, berichtet die schwedische Zeitung Aftonbladet. Die Ermittler gehen davon aus, dass Zwang im Spiel war und der Mann gezielt Geld aus dem Verkauf von Sex mit seiner Frau gezogen hat. In Schweden sind der Kauf von Sex und das Vermitteln von sexuellen Diensten strafbar, aber nicht der Verkauf durch die Sexarbeitenden selbst, sie gelten als Opfer, schreibt AP.

Lese-Tipp: Jugendliche offenbar auf Dixi-Klo vergewaltigt

Streaming Tipp
RTL Nachtjournal
Jetzt auf RTL+ streamen

Die Staatsanwaltschaft geht zwar von mehr als 120 identifizierten Sexkäufern aus, kann laut dem schwedischen Sender SVT Nyheter aber aus Zeit- und Ressourcenmangel nicht gegen alle ermitteln. Rund 30 Männer sollen wegen des Kaufs sexueller Dienstleistungen angeklagt werden, zwei Verdächtige sind bereits angeklagt. Wird der Mann verurteilt, drohen ihm nach Angaben des Nachrichtendienstes AP zwischen zwei und zehn Jahren Haft. Sexkäufer müssen mit bis zu einem Jahr Gefängnis rechnen.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Paar lebt in Scheidung

Der Angeklagte soll laut SVT Nyheter bereits wegen anderer Straftaten im Gefängnis gesessen haben. In einem früheren Verfahren wurde der etwa 60-Jährige bereits wegen Körperverletzung an seiner Ehefrau untersucht, das damals eingestellte Verfahren ist nun wieder aufgenommen worden und das Paar befindet sich im Scheidungsverfahren, schreibt der schwedische Sender SVT Nyheter.

Die Anklage gegen den Mann soll laut Staatsanwaltschaft am 13. März erhoben werden, der Prozess vor dem Amtsgericht in Ångermanland könnte bereits in der darauffolgenden Woche beginnen, so SVT Nyheter. Der Verdächtige bestreitet sämtliche Vorwürfe. (vhö)

Verwendete Quellen: SVT Nyheter, Aftonbladet, AP News