„Ich wollte sogar noch aus dem Fenster schauen“Schüsse auf Wohnhaus in Würzburg – Bewohnerin Marie (24) schildert die dramatischen Minuten

Der Schock sitzt tief!
Mehrere Schüsse fallen am Dienstagabend (14. Juli) auf ein Wohnhaus in Würzburg. Marie (24) lebt in dem Gebäude und erlebt die dramatischen Minuten hautnah. Im RTL-Interview schildert sie jetzt ihre Angst, die Panik ihrer Nachbarn – und verrät, warum sie ihre Wohnung vorerst nicht mehr betreten will.
Ab diesem Moment war Marie klar, „dass das schon echt gefährlich gerade war“
Als am Dienstagabend plötzlich Schüsse durch eine Wohngegend in Würzburg hallen, ahnt Marie (24) zunächst nicht, in welcher Gefahr sie sich befindet. Die junge Frau lebt in dem Haus, auf das nach Angaben der Polizei mehrfach geschossen wurde. Im RTL-Interview erzählt sie jetzt, wie sie die dramatischen Minuten erlebt hat.
Lese-Tipp: Schüsse in Würzburg! Polizei warnt vor bewaffnetem Täter
„Ich war gestern Abend zu Hause. Es war ungefähr 20.30 Uhr gewesen, wo ich die Schüsse gehört habe“, erinnert sich Marie. Erst sei ein Knall zu hören gewesen, kurze Zeit später ein weiterer. Zunächst habe sie an einen Böller gedacht. „Ich bin auch nicht davon ausgegangen, dass jetzt scharf ins Haus geschossen wurde”, erklärt sie weiter.
Doch dann erhält sie eine Nachricht von ihren Nachbarn aus der Wohnung unter ihr. Sie hätten geschrieben, dass bei ihnen reingeschossen wurde und ob sie hochkommen könnten. Kurz darauf stehen die beiden völlig aufgelöst vor Maries Tür und „da war mir klar, dass das schon echt gefährlich gerade war“, so Marie weiter.
„Ich wollte sogar noch aus dem Fenster schauen“
Rückblickend ist Marie froh, dass sie ihrem ersten Impuls nicht nachgegeben hat: „Ich wollte sogar noch aus dem Fenster schauen und schauen, was los ist auf der Straße. Gott sei Dank habe ich das nicht gemacht.“

Aus diesem Grund und weil die Badezimmerfenster zur Straße hin milchig seien, habe Marie auch nicht sehen können, wo der Täter stand und wie und wohin er letztlich geflohen ist. „Ich habe auch kein Auto schnell wegfahren gehört. Ich denke, er ist zu Fuß unterwegs gewesen, aber ich kann es auch nicht genau beurteilen.“
„Wir haben alle keine Feinde“
Nach ersten Erkenntnissen geht die Polizei inzwischen von einer Beziehungstat aus. Die Ermittlungen laufen weiter. Für Marie und ihre Nachbarn ist das kaum nachvollziehbar. „Wir haben alle keine Feinde. Wir wüssten nicht, in welcher Hinsicht das eine Beziehungstat gewesen sein sollte.“
Während sie auf die Polizei warten, versuchen die Bewohner am Abend, sich gegenseitig Halt zu geben. „Ich war dann froh, dass ich nicht mehr alleine in der Wohnung war, sondern dass die anderen beiden auf jeden Fall gleich hochgekommen sind. Sonst wäre ich durchgedreht.“ Man habe „einfach miteinander gesprochen. [...] Wir wussten gar nicht so richtig mit der Situation umzugehen“.
Marie will vorerst nicht zurück in ihre Wohnung
Obwohl in der Nacht niemand verletzt wurde, hat das Erlebnis bei der 24-Jährigen tiefe Spuren hinterlassen. „Ich konnte dann irgendwann schlafen”, aber es war „kein ruhiger Schlaf“. An eine Rückkehr in ihre Wohnung denkt sie im Moment nicht. „Ich denke, erst mal werde ich nicht in die Wohnung gehen, vor allem, solange der Täter nicht gefasst ist.“
Und selbst danach sei unklar, ob sie sich dort jemals wieder sicher fühlen könne. „Ich muss dann halt mal schauen, wenn ich wieder reingehen sollte, wie ich mich fühle ob ich mich auch in der Gegend sicher fühle. Oder zur Not muss ich mir halt eine neue Wohnung suchen.“
Die Polizei fahndet weiterhin nach dem mutmaßlichen Schützen. Gesucht wird ein Mann mit schwarzer Kapuzenjacke, weißer Hose und Sonnenbrille. Wer ihn sieht, soll ihn nicht ansprechen, sondern sofort die Polizei verständigen und Autofahrer werden gewarnt: Nehmt keine Anhalter mit!
Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche


