Grausame Schockanruf-MascheOhne Medikament soll ihre Tochter sterben! Seniorin zahlt 32.000 Euro an Betrüger

Mit sogenannten Schockanrufen setzen Betrüger ihre Opfer gezielt unter Druck. Eine Seniorin aus Werl verlor so Bargeld und Schmuck im Wert von rund 32.000 Euro. (Symbolbild)
Mit sogenannten Schockanrufen setzen Betrüger ihre Opfer gezielt unter Druck. Eine Seniorin aus Werl verlor so Bargeld und Schmuck im Wert von rund 32.000 Euro. (Symbolbild)
IMAGO / Manuel Stefan

Diese Betrüger spielen mit der größten Angst jeder Mutter
Am Telefon erfährt eine Seniorin aus Werl, ihre Tochter sei schwer krank und brauche dringend eine Operation. Während im Hintergrund eine Frau um Hilfe ruft, fordert ein angeblicher Arzt Geld für ein seltenes Medikament. Und die Seniorin? Aus Angst um ihre Tochter zahlt sie – ein fataler Fehler.

Tochter angeblich schwer krank! Nur 100.000 Euro können ihr das Leben retten

Es ist Dienstagvormittag, gegen 10.15 Uhr, als bei einer Seniorin in Werl-Hilbeck das Telefon klingelt. Das berichtet die Polizei. Ohne etwas Böses zu ahnen, geht sie ran – doch was sie am anderen Ende der Leitung hört, dürfte ihr das Blut in den Adern gefrieren lassen.

Wie die Kreispolizeibehörde Seost berichtet, meldet sich am Telefon eine angebliche Krankenschwester aus dem Krankenhaus in Lünen. Diese überbringt der Seniorin eine Nachricht, die kein Elternteil jemals hören möchte: Ihre Tochter müsse „aufgrund einer schweren Erkrankung dringend operiert werden”, so die Polizei.

Doch damit nicht genug: Plötzlich übernimmt ein angeblicher Arzt das Gespräch – und erklärt, „dass ihre Tochter die Operation nur überleben könne, wenn kurzfristig ein seltenes Medikament aus der Schweiz beschafft werde”.

Doch das Leben ihrer Tochter hat laut des angeblichen Mediziners einen hohen Preis: 100.000 Euro seien für dieses seltene Medikament nötig.

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Mit dem Leben ihrer Tochter erpresst! Seniorin übergibt Bargeld und Schmuck im Wert von 32.000 Euro

Damit der angebliche Arzt das rettende Medikament besorgen kann, fordert er die Seniorin auf, „Bargeld und Wertgegenstände” herauszugeben. Diese sollen von einem Mitarbeiter abgeholt werden – und zur Übergabe in die Schweiz gebracht werden, wie die Kreispolizeibehörde Seost berichtet.

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Die Seniorin, die grausamerweise im Hintergrund sogar Hilferufe einer Frau hört, folgt den Anweisungen: 22.000 Euro Bargeld und Schmuck im Wert von rund 10.000 Euro legt sie bereit. Wenig später, um 13 Uhr, steht tatsächlich ein fremder Mann vor ihrer Tür – und nimmt das Geld und die Wertgegenstände von insgesamt 32.000 Euro entgegen.

Doch dieses Geld wird niemals in der Schweiz ankommen.

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Lebensbedrohlicher Notfall entpuppt sich als grausamer Fake: Ihre Tochter war nie krank!

Vier Stunden lang lebt die Seniorin offenbar in Unwissenheit. Die Kreispolizeibehörde Seost erklärt: „Erst gegen 17 Uhr konnte die Seniorin ihre Tochter telefonisch erreichen.” Doch damit kommt auch die bittere Wahrheit ans Licht: Ihre Tochter ist überhaupt nicht krank. Sie braucht weder eine dringende Operation noch ein seltenes Medikament aus der Schweiz. Stattdessen ist die gesamte Geschichte erfunden – die Seniorin ist auf einen Schockanruf hereingefallen.

Doch da ist es bereits zu spät: Die Betrüger sind mit Bargeld und Schmuck im Wert von rund 32.000 Euro verschwunden.

Polizei sucht nach Zeugen – und warnt vor Schockanrufen, die „emotionalen Druck” aufbauen

Jetzt hofft die Polizei auf Zeugen: Der Mann, der Geld und Schmuck abgeholt hat, soll etwa 30 bis 35 Jahre alt sein, kurze schwarze Haare haben und Hochdeutsch ohne Akzent gesprochen haben. Sein Erscheinungsbild soll europäisch gewesen sein. Er trug laut Beschreibung eine schwarze kurze Hose, ein schwarzes T-Shirt und schwarze Sneaker. Nachdem er das Bargeld und den Schmuck von der Seniorin an sich genommen hatte, stieg er in einen schwarzen Wagen, vermutlich einen Kombi von Volkswagen oder BMW.

Zeugen, die am 29. September im Bereich Auf dem Tigge/Schöntalweg in Werl verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben, werden gebeten, sich unter 02921 91000 bei der Polizei zu melden.

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Die Beamten warnen außerdem eindringlich vor Schockanrufen, bei denen „Täter ihre Opfer gezielt unter emotionalen Druck” setzen. Weder Geld noch Wertgegenstände sollten jemals an unbekannte Personen übergeben werden. Wer am Telefon von einer angeblichen Notlage eines Angehörigen erfährt, sollte auflegen und die betreffende Person selbst unter einer bekannten Nummer anrufen.

Denn die Betrüger brauchen oft nur wenige Minuten – und die Angst ihrer Opfer.

Verwendete Quellen: Kreispolizeibehörde Soest