Drei Menschen sterben am Ostersonntag Der Todesbaum war zur Fällung markiert, aber nicht als Gefahr

BRD/Flensburg: Oster Drama - 5 Menschen von Baum getroffen - 2 Tote in Satrup - APRIL 26 - 2
Die Esche, die auf eine Gruppe stürzte, war farblich markiert.
Benjamin Nolte

Im Herbst sollte sie gefällt werden!
Doch die Esche in einem Waldstück bei Flensburg stürzt am stürmischen Osterwochenende um und klemmt vier Menschen unter sich ein. Drei von ihnen kommen dabei ums Leben. Jetzt steht fest: Der Baum war bereits markiert, aber nicht, weil er sehr stark geschädigt war.

Das ist am Ostersonntag in Satrupholm passiert

Etwa 50 Personen aus einer Wohneinrichtung in Satrupholm in der Gemeinde Mittelangeln in Schleswig-Holstein sind am Ostersonntag (5. April) gerade damit beschäftigt, Ostereier in einem nahegelegenen Waldstück zu suchen, als plötzlich ein rund 30 Meter hoher Baum auf die Gruppe umkippt. Eine 16-Jährige, eine 21-jährige Mutter und ihr zehn Monate altes Baby kommen dabei ums Leben.

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Bei einem Unglück in einem Waldstück südöstlich von Flensburg sind am Ostersonntag drei Menschen ums Leben gekommen, darunter eine Mutter und ihr Baby.
Bei einem Unglück in einem Waldstück südöstlich von Flensburg sind am Ostersonntag drei Menschen ums Leben gekommen.
Benjamin Nolte

Schock und Trauer sitzen tief in der Gemeinde Mittelangeln: „Mir haben auch zuerst die Worte gefehlt, es ist einfach schrecklich. An einem stürmischen Ostersonntag, so junge Menschen, die zu Tode kommen, das möchte keiner […] Ostern soll ja eigentlich eine Zeit der Freude und der Hoffnung sein und ich glaube, jetzt hier in der Gemeinde, ist das kurzfristig zu einer Zeit der Traurigkeit geworden”, erklärt die Bürgermeisterin, Britta Lang, im Gespräch mit RTL.

Im Video: Auch ein Baby stirbt durch den Baumsturz an Ostern

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Landesforsten gehen davon aus, dass der Sturm den Baum zu Fall gebracht hat

„Aktuell sind unsere Gedanken bei den Hinterbliebenen und Betroffenen des tragischen Unglücksfalls vom Ostersonntag”, erklärt auch Chris Freise, Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten, im Gespräch mit RTL. Den Landesforsten gehört das Waldstück in der Nähe von Flensburg, in dem sich das tragische Unglück ereignete. Noch am Unglückstag selbst untersuchen Forst-Mitarbeiter den umgekippten Baum, der eine Markierung hat: „Nach unserem derzeitigen Erkenntnisstand herrschten zum Unglückszeitpunkt im Norden Schleswig-Holsteins starke Windböen von in der Spitze bis zu 90 km/h. Der Unglücksbaum selbst wurde anscheinend durch massive äußere Kräfte zu Fall gebracht”, erklärt Freise. Dafür würden auch gebrochene und gerissene dicke Wurzeln sprechen, beschreibt er weiter.

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Baum sollte gefällt werden, aber nicht aus Sicherheitsgründen

Baum umgestürzt - Drei Tote bei Flensburg
Der Baum wurde komplett entwurzelt.
dan sab, Daniel Reinhardt/dpa, Daniel Reinhardt

Am Stammfuß des Baumes sei zudem Holzfäule sichtbar gewesen – doch inwieweit das das Umfallen begünstigt habe, könne laut Freise aktuell nur vermutet werden. Doch was hat es mit der Markierung auf sich? Der Unglücksbaum trug eine Entnahmemarkierung, sprich, er sollte gefällt werden, um die Waldentwicklung zu fördern. „Bei diesen regulären Durchforstungen geht es nicht darum, Sicherheit im Wald herzustellen”, erklärt der Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten. „Selbst bei einem spontanen Baumfall ohne äußere Einwirkung wäre der Unglücksbaum eine typische Waldgefahr gewesen”.

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Generell gilt: „Im Wald gehören Bäume und die von ihnen ausgehenden Gefahren zu den so genannten typischen Gefahren des Waldes, für die den Waldbesitzer keine Haftung trifft”, erklärt Freise. „Diese Gefahr und dieses leider im Wald immer vorhandene Restrisiko von umstürzenden Bäumen oder herabfallenden Ästen hat sich am Ostersonntag im Norderholz auf unglaublich tragische Weise realisiert. Dieses Unglück macht uns alle tief betroffen.”

Kirche in Mittelangeln öffnete Ostermontag die Türen zum Trauern

Betroffen sind auch die zahlreichen Einsatzkräfte des Oster-Unglücks. Für sie, für die Angehörigen organisiert die Kirchengemeinde am Ostermontag eine offene Kirche, schafft damit einen Ort zum Trauern: „Im Moment geht es erst mal darum, dass unsere Gedanken jetzt wirklich hier bei den Toten sind, bei allen Betroffenen und bei den Familien”, erzählt Britta Lang RTL.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Schleswig-Holsteinische Landesforsten