Sondereinheit für politische TatenAnschlag auf Zug? Betonplatten auf Gleisen, Staatsschutz ermittelt

In Nordrhein-Westfalen ist in der Nacht ein Regionalexpress mit mehr als 300 Reisenden unterwegs, als der Zugführer plötzlich Gegenstände auf den Gleisen entdeckt. Er bremst schnell, aber kann den Zusammenstoß nicht verhindern. Der Vorfall endet glimpflich.
Ein Regionalexpress ist im Ruhrgebiet mit auf den Gleisen abgelegten Betonplatten kollidiert. Verletzte gab es bei dem Zusammenstoß in der Nacht zum Samstag keine. Die Polizei schließt einen politischen Hintergrund der gefährlichen Aktion nicht aus. Der Staatsschutz wurde eingeschaltet und ermittelt nun.
Der Zug war Polizeiangaben zufolge gegen Mitternacht auf dem Weg von Aachen nach Hamm (Westfalen). Zwischen Kamen-Methler und dem Bahnhof Kamen habe der Lokführer plötzlich Gegenstände auf den Gleisen entdeckt. Der Mann leitete eine Notbremsung ein, konnte einen Zusammenstoß aber nicht mehr verhindern. Nach der Kollision war der Regionalexpress der Linie 1 nicht mehr fahrbereit. Die insgesamt 309 Passagiere konnten mit einem Ersatzzug ihre Reise fortsetzen.
Die Polizei geht nach ersten Ermittlungen davon aus, dass ein oder mehrere Täter mutwillig mehrere Betonplatten und eine Metallstange auf die Gleise gelegt hatten. Die Platten seien zuvor von einem Kabelschacht neben der Bahnstrecke entfernt worden. Der Tatort befinde sich in der Nähe einer Unterführung.
Die Polizei leitete ein Strafverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ein. Sie sucht nach Zeugen, die etwa verdächtige Personen an der Bahnstrecke gesehen haben könnten. Wer verdächtige Beobachtungen gemacht hat, soll sich telefonisch unter der Rufnummer 0231/1327441 bei den Ermittlern der Kriminalwache melden. In den vergangenen Monaten hat es immer wieder Anschläge auf Bahnstrecken gegeben.
Verwendete Quellen: mpa/dpa


