Alle Infos in unserem Hitze-TickerIn Österreich geht das Futter aus! Bauern müssen Tiere wegen Hitze notschlachten 

Deutlich mehr Rinder sind im vergangenen Jahr in Thüringen als im Jahr davor. (Illustration)
Wegen anhaltender Dürre durch die Hitze müssen viele Bauern ihre Rinder vorzeitig schlachten lassen. (Archivbild)
Jens Büttner/dpa
von Rouven Schroth, Philipp Petersdorff, Sebastian Fuhrmann, Anke Jonschker, Johanna Kroke, Thorsten Berger, Camilla Koziol, Fabian Klein, Martina Lewinski, Svenja Hoffmann, Roger Saha, Jana Kerzmann und Jan Luhrenberg

Deutschland schwitzt weiter!
Die Hitzewelle hat das Land fest im Griff. Wo es besonders heiß wird, welche Unwetter drohen und was jetzt im In- und Ausland wichtig ist, lest ihr in unserem Liveticker auf RTL.de.

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Wichtige Updates
Rouven Schroth

In Österreich geht das Futter aus! Bauern müssen Tiere wegen Hitze notschlachten 

Die Weiden sind braun, das Gras bleibt aus, die Futtervorräte für den Winter schrumpfen schon im Hochsommer. Besonders Rinderhalter stehen unter Druck: Damit sie die verbliebenen Tiere weiter ernähren können, verkaufen sie vor allem Schlachtkühe früher als geplant. Laut Branchenorganisation ARGE Rind kamen zuletzt rund dreimal so viele Schlachtkühe zur Vermarktung wie üblich – viele Tiere werden dabei bis zu ein Viertel billiger gehandelt.

Für die Schlachtbetriebe bedeutet das Ausnahmezustand. Die Kapazitäten beim Schlachten und Zerlegen stoßen laut ARGE Rind an Grenzen; Fleischwerke berichten ebenfalls von einem erhöhten Aufkommen durch Futter‑ und Wassermangel auf den Höfen. Das Fleisch lässt sich im Sommer nicht einfach frisch absetzen, muss gekühlt oder eingefroren werden – und jeder zusätzliche Tag im Lager kostet Energie, Platz und Geld.

Es ist nicht nur das Gras, das fehlt. Auch die Felder leiden massiv: Die Agrarmarkt Austria rechnet bei Getreide ohne Mais nur noch mit rund 2,5 Millionen Tonnen Ernte – 19 Prozent weniger als im Vorjahr und 14,4 Prozent unter dem Schnitt der vergangenen fünf Jahre. Der erste Teil des Jahres war im Land extrem trocken; in manchen Regionen fällt bis zur Hälfte der Heuernte aus, viele Betriebe greifen bereits auf ihr Winterfutter zurück.

Die Bauern fordern deshalb schnelle, gezielte Hilfe – etwa über den Katastrophenfonds, Unterstützung beim Futterzukauf oder Liquiditätshilfen. Gleichzeitig appelliert ARGE Rind an Händler und Schlachthöfe, Importe von Schlachtrindern vorübergehend auszusetzen: Die knappen Kapazitäten sollen zunächst den heimischen Höfen helfen. Die große Hitze‑Bilanz: Tiere werden zu früh verkauft, Bauern verlieren Einnahmen – und eine Dürre, die auf den ersten Blick nur nach verbrannter Erde aussieht, frisst sich längst durch die ganze Lebensmittelkette.

Anja Blanuscha

Explosive Gefahr: Weltkriegsmunition behindert Kampf gegen Großbrand in den Niederlanden

Der verheerende Großbrand im niederländischen Naturschutzgebiet De Rosmolen nahe Oostrum hält die Einsatzkräfte weiter in Atem. Rund 100 Hektar Fläche sind bereits von den Flammen betroffen. Die Löscharbeiten gestalten sich extrem schwierig: Neben Trockenheit und Wind sorgt im Boden vermutete Weltkriegsmunition für erhebliche Gefahr. Aus Sicherheitsgründen dürfen die rund 250 Einsatzkräfte und Löschhubschrauber der Armee den Brand nur von befestigten Wegen aus bekämpfen, was das Vordringen in tiefere Waldgebiete massiv erschwert. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, wurden bereits Brandschneisen geschlagen.

Die Auswirkungen des Feuers sind auch auf deutscher Seite deutlich spürbar: Im gesamten Kreis Kleve (Nordrhein-Westfalen) klagen Anwohner über starken Brandgeruch. Die Feuerwehr gab über die Warn-App NINA eine Vorsorge-Meldung heraus und riet dazu, Fenster und Türen geschlossen zu halten, betont jedoch, dass keine unmittelbare Gefahr bestehe. Der Flughafen Weeze arbeitet normal. Auf niederländischer Seite führten die Flammen bereits zu Evakuierungen: Ein Campingplatz mit rund 300 Gästen sowie ein Tierheim in der Provinz Limburg mussten geräumt werden. Zudem wurde der Zugverkehr zwischen Boxmeer und Venray vorübergehend eingestellt. Die deutschen Feuerwehren beobachten die Situation genau und stehen für Unterstützung bereit, wurden von den niederländischen Behörden bisher aber noch nicht angefordert. 
Anja Blanuscha

Feuer in niederländischem Naturschutzgebiet breitet sich weiter aus – Campingplatz geräumt

Ein Waldbrand hat sich in einem niederländischen Naturschutzgebiet nahe der deutschen Grenze über ein Gebiet von rund hundert Hektar ausgebreitet. Hunderte Feuerwehrleute kämpften am Dienstag unterstützt von Löschhubschraubern gegen die Flammen im Naturschutzgebiet Boschhuizerbergen nahe Oostrum im Südosten der Niederlande. Bis zum frühen Nachmittag war der Brand weiterhin außer Kontrolle, dichte Rauchwolken hingen über dem Gebiet in der Provinz Limburg.
Ein nahegelegener Campingplatz wurde geräumt, mehrere Straßen waren gesperrt. Den Löschmannschaften stünden "angespannte" Stunden bevor, zitierte die Nachrichtenagentur ANP einen Sprecher der Verwaltung von Limburg. Wegen wechselnder Windböen müssten sie ihren Einsatz "ständig anpassen".
ANP zufolge breiteten sich die Rauchwolken mit dem Wind Richtung Norden bis in die Nachbarprovinzen Gelderland, Overijssel und Friesland aus, auch Deutschland könne betroffen sein. Ausgebrochen war das Feuer am Montagnachmittag aus zunächst ungeklärter Ursache. 
Einsatzkräfte versuchen den Waldbrand im Naturschutzgebiet Bos bei Venlo unter Kontrolle zu bekommen.
Einsatzkräfte versuchen den Waldbrand im Naturschutzgebiet Bos bei Venlo unter Kontrolle zu bekommen. . IMAGO/Funke Foto Service
Anja Blanuscha

Wie in den Tropen: Weshalb Schwüle so unangenehm ist

Derzeit leiden besonders viele Menschen unter dem Wetter. Denn es ist häufig nicht nur heiß, sondern auch schwül. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagt für Dienstag und Mittwoch ein teils sehr starkes "Schwüleempfinden"voraus, also die höchste Stufe. 

Um dieses Empfinden zu berechnen, schaut sich der DWD an, wie hoch die sogenannte Enthalpie ist, also das Verdunstungspotenzial an der Körperoberfläche. Es geht darum, wie gut der Schweiß verdunsten, also vom flüssigen in den gasförmigen Zustand übergehen kann. Denn beim Verdunsten auf der Haut wird dem Körper Energie entzogen – und so gekühlt.

Ist nun, wie gerade häufig der Fall, sowohl die Temperatur als auch die Luftfeuchtigkeit relativ hoch, dann möchte der Körper Wärme abgeben und produziert deswegen Schweiß – aber der Schweiß verdunstet nicht schnell genug. Funktioniert die körpereigene Kühlung schlecht, führt das laut DWD zu einem Wärmestau, der im Extremfall in einem lebensbedrohlichen Hitzschlag enden kann. 

Wer viel herumreist, kennt den Effekt auch aus anderen Ländern. Ist es an einem Ort, wie etwa in der Wüste, extrem trocken, fühlen sich 30 Grad möglicherweise gar nicht so schlimm an. Menschen schwitzen dann auch weniger. In den Tropen hingegen können 30 Grad sehr belastend sein. Der ganze Körper ist dann permanent von einer Schweißschicht bedeckt, die kaum verdunsten kann.

Eine hohe Luftfeuchtigkeit sorgt im Übrigen auch für gute Bedingungen für Gewitter, die an solchen Tagen häufig zu beobachten sind. Tatsächlich sagt der DWD derzeit teils heftige Gewitter mit Unwettergefahr vorher. 

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Der Sommer 2026 hat es wirklich in sich: Starke Hitzewellen bringen uns alle ordentlich ins Schwitzen und überziehen weite Teile Deutschlands mit Rekordtemperaturen. Die extreme Hitze fordert ihren Tribut: Mensch und Natur leiden unter der Trockenheit, die Landwirtschaft kämpft, und das Thema Wasserknappheit ist präsenter denn je. Dazu kommen immer wieder heftige lokale Gewitter und Starkregen, die das Bild eines sehr unbeständigen, aber vor allem extrem heißen Sommers abrunden.