Deutsche überlebt Aarau-AmokErst als Alexa (24) das viele Blut sah, verstand sie, dass sie angeschossen wurde

Alexa S. in Aarau durch Schüsse verletzt
Die deutsche Alexa S., die in Aarau durch Schüsse verletzt wurde, ist inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen.
Privat
von Yannick Seeber und Johanna Grewer

Alexa feiert ausgelassen, als plötzlich Schüsse fallen.
Die 24-jährige Deutsche wird beim Amoklauf nach einem Rave im Schweizer Kanton Aargau angeschossen. In einer Nachricht an RTL schildert sie jetzt die dramatischen Minuten.

Alexa wird beim Amoklauf in Aarau von zwei Schüssen getroffen

Die 24-Jährige ist am Samstag mit ihren Eltern und einem Freund der Familie zu der Techno-Veranstaltung auf dem Gelände des Aargauischen Rennvereins gegangen. „Die Stimmung war echt toll“, erinnert sie sich im Gespräch mit RTL. Für sie sei es bis dahin einer der besten und entspanntesten Raves gewesen, die sie je besucht habe.

Gegen 23 Uhr fahren ihre Begleiter nach Hause, Alexa bleibt. Erst gegen 2.30 Uhr will auch sie das Gelände verlassen. Da fallen plötzlich Schüsse. Jemand ruft den verbliebenen Besuchern zu, sie sollten sich auf den Boden legen. Alexa sucht sofort Deckung – und merkt zunächst überhaupt nicht, dass sie selbst getroffen wurde.

„Durch das ganze Adrenalin checkt man sowas einfach nicht“, erzählt die 24-Jährige RTL. Erst kurz darauf sieht sie das Blut an ihrer Hand. „Da habe ich realisiert, dass ich getroffen worden bin.“

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Zwei Männer helfen der verletzten Alexa nach den Schüssen

In diesem Moment sind zwei Männer für die verletzte Deutsche da. Einer legt ihr einen Druckverband an und bringt ihr Wasser. Ein weiterer spricht mit ihr und versucht, sie wachzuhalten. „Ich bin ihnen sehr dankbar und kann mich nicht oft genug dafür bedanken, dass sie mir so geholfen haben“, sagt Alexa. Gegen 4.20 Uhr kommt sie schließlich ins Krankenhaus.

Lese-Tipp: Nach tödlichen Rave-Schüssen in der Schweiz: Alle Entwicklungen im Live-Ticker

Dort stellen die Ärzte zwei Streifschüsse an ihrer linken Hüfte fest. Alexa wird operiert und kann bereits am Montagnachmittag wieder nach Hause. Für die weitere Versorgung ihrer Wunden bekommt sie nun täglich Besuch von einem ambulanten Pflegedienst.

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22-Jährige stirbt nach Amoklauf im Kanton Aargau

Für eine andere junge Frau endet die Nacht tödlich. Die 22-jährige Italienerin Maria S. wird erschossen. Fünf weitere Menschen zwischen 24 und 31 Jahren werden nach ersten Angaben der Polizei durch Schüsse verletzt. Später meldet sich noch eine weitere Person mit einer Verletzung durch einen Abpraller. Alle Opfer wohnen in der Schweiz.

Die Schweizer Polizei spricht inzwischen von einem Amoklauf und geht von einem Einzeltäter aus. Knapp 24 Stunden nach den Schüssen stellt sich ein 43 Jahre alter Schweizer bei der Polizei im Kanton Jura und gibt an, der Täter von Aarau zu sein. Er wird unter dringendem Tatverdacht festgenommen.

Alexa denkt an die getötete Maria

Was in dieser Nacht passiert ist, hat Alexa selbst noch nicht vollständig verarbeitet. Ihre Gedanken sind auch bei der getöteten Maria. Persönlich gekannt habe sie die 22-Jährige nicht. „Aber man macht sich natürlich trotzdem Gedanken.“

Alexa weiß gleichzeitig, wie knapp sie selbst davongekommen ist. „Ich selber habe, glaube ich, noch gar nicht so richtig realisiert, was da passiert ist“, sagt sie RTL. „Ich hatte einfach brutales Glück im Unglück. Das hätte auch viel schlimmer ausgehen können.“

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, dpa