„Wir töten dich, Rahmsdorf!”Privatermittler im Fall Fabian (†8) wird seit Monaten bedroht

Der Privatermittler hilft bei der Suche nach dem vermissten Fabian. Seitdem werden er und inzwischen auch seine Familie bedroht.
Der Privatermittler hilft bei der Suche nach dem vermissten Fabian. Seitdem werden er und inzwischen auch seine Familie bedroht. 
privat

Scherzanrufe, Falschmeldungen, Feuer und Todesdrohungen!
Als Privatermittler steigt Markus Rahmsdorf im November in die Suche nach dem vermissten Fabian (†8) ein. Mit seinem „Verein für Vermisstensuche und Detektivarbeit” will er die Eltern des Jungen unterstützen. Dabei wird er selbst zur Zielscheibe. Inzwischen richten sich die Drohungen auch gegen seine Kinder.

Scherze entpuppen sich als böse Drohungen

Während in Rostock der Prozess im Fall Fabian läuft, kann auch seine eigene Familie kaum zur Ruhe kommen. Wie Markus Rahmsdorf im Interview mit RTL erklärt, seien die Drohungen und Einschüchterungsversuche immer schlimmer geworden. Begonnen habe alles mit Scherzanrufen. Jemand habe Pizza an seine Adresse geschickt.

Lese-Tipp: Die Chronologie im Fall Fabian (†8) aus Güstrow

Dabei bleibt es aber nicht. An seiner Tür wird ein Drohzettel hinterlassen mit den Worten „Wir töten dich, Rahmsdorf”. Dreimal habe ein Bestatter bei ihm geklingelt, der für ihn beauftragt worden sei. Und die Vorfälle werden immer gefährlicher. Vor Rahmsdorfs Wohnungstür werden erst die Fußmatte, dann Schuhe und schließlich sogar ein Kinderwagen in Brand gesetzt. „Hätten wir das nicht mitbekommen, wären wir garantiert an einer Rauchvergiftung gestorben”, sagt er. Das sei nicht nur eine Gefahr für sein Leben gewesen, sondern habe auch die Nachbarn in dem Mehrparteienhaus gefährdet.

Im Video: Beste Freundin der Angeklagten spricht

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Will jemand seine Aussage vor Gericht verhindern?

Der Privatermittler zeigt die Brandstiftung an. Wer hinter den Drohungen steckt, ist unklar. Doch sie scheinen mit dem Fall Fabian zu tun zu haben, an dem Rahmsdorf als Privatermittler beteiligt ist. Mit seinem Verein hilft er bei der Suche nach Vermissten und ist mit seinem Team an verschiedenen Fällen beteiligt, sagt er. Als der Verein im November 2025 auf den Fall des damals vermissten Fabian aus Güstrow stößt, habe Rahmsdorf sich bei dessen Vater gemeldet, erklärt er.

Lese-Tipp: Hat Gina H. eine „Borderlineerkrankung”? Polizist erinnert sich an Tag des Leichenfunds

Zwei Tage nach dem Verschwinden des Jungen sei Rahmsdorf dann selbst vor Ort gewesen. Neben Fabians Eltern habe auch die Polizei zugestimmt, dass der Privatermittler bei der Suche nach dem Achtjährigen unterstützen könne, erklärt der 34-Jährige. In dem Rahmen soll Rahmsdorf auch im Prozess aussagen, sagt er. Rahmsdorf vermutet, dass die Einschüchterungsversuche damit zusammenhängen, dass er bei seinen Nachforschungen einige Ungereimtheiten aufgedeckt habe.

Privatermittler wolle sich nicht einschüchtern lassen

Inzwischen dauert die Bedrohung seit Monaten an und eskaliert immer weiter. Mehrfach sei auch die Polizei bei ihm gewesen – aber nicht um gegen die Drohungen zu helfen. Die Beamten wollen seine Wohnung durchsuchen, weil jemand Schusswaffen und Sprengstoff in Rahmsdorfs Keller gemeldet habe. Ein anderes Mal werden die Ermittler alarmiert, weil der 34-Jährige angeblich in seiner Wohnung schieße.

Lese-Tipp: Mordprozess im Fall Fabian (†8) – jetzt steht der Fundort-Zeuge im Fokus

„Die Beziehung leidet darunter“, erklärt der Familienvater. Auch familiär sei es schwierig, denn inzwischen seien auch seine Kinder bedroht worden. Ihre Schule habe Strafanzeige erstattet, nachdem dort Drohmails angekommen seien. Bis heute bekomme der Privatermittler alle paar Tage Drohanrufe. „Da spricht dann eine Flüsterstimme“, so der 34-Jährige.

Trotz der massiven Bedrohungslage macht Markus Rahmsdorf weiter und wolle als Zeuge zur Verfügung stehen. Mit seiner Arbeit als Privatermittler wolle er zu einem fairen Prozess beitragen, meint er. Es gehe dabei schließlich um den Tod eines Kindes.

Quelle: eigene RTL-Recherche