Nicht schon wiederNächster Buckelwal kämpft in der Flensburger Förde ums Überleben

Da kommen direkt Erinnerungen hoch!
Erneut kämpft ein Buckelwal in der Ostsee ums Überleben. Nach „Timmy“ ist nun „Hartwin“ in der Flensburger Förde unterwegs – geschwächt, mit Hautproblemen, ohne echte Chance auf Rettung, sagen Experten.
Buckelwal „Hartwin“ erreicht Flensburger Förde – Experten: „Er hat keine Überlebenschance“
Zum ersten Mal wurde der auf „Hartwin“ getaufte Buckelwal am 18. Juni im Kattegat in der Ostsee gesichtet. Seitdem treibt er immer weiter Richtung deutsche Küste, zuletzt mehrfach in der Flensburger Förde – zunächst auf dänischer Seite, inzwischen auch in deutschen Gewässern nahe der Halbinsel Holnis. Die Wal-Hilfsorganisation „Stranded No More“ verfolgt seine Route genau und meldet inzwischen eine bestätigte Sichtung südlich des dänischen Ortes Egernsund.
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Für die Tierschützer ist klar: Das ist kein harmloser Besuch eines Meeressäugers, sondern der Beginn einer Tragödie. Sie erinnern daran, wie schon Buckelwal „Timmy“ wochenlang ziellos durch die Ostsee irrte, strandete und trotz großangelegtem Rettungsversuch schließlich starb.
Experten: „Er wird sterben“
Auch Fachleute schlagen Alarm. Walexperte Heiko Buch‑Illing bewertet Hartwins Zustand als äußerst kritisch: Der Buckelwal bewege sich auffällig langsam, wirke stark geschwächt, die helle, veränderte Haut deute auf gesundheitliche Probleme hin. Seine Einschätzung ist brutal deutlich: „Da gibt es keine Chance. Er wird sterben“, sagt er zu Newstime.

Buch‑Illing erklärt, dass Buckelwale, die so tief in die Ostsee vordringen, aus eigener Kraft praktisch nie wieder lebend hinausfinden. Hartwin scheint seichtes Wasser zu suchen, in dem er weniger Kraft aufbringen muss, um zum Atmen an die Oberfläche zu kommen – ein Zeichen dafür, dass das Tier offenbar nach einem Ort sucht, an dem es in Ruhe sterben kann.
Warum Wale in der Ostsee kaum Überlebenschancen haben
Für Hochsee-Wale wie Buckelwale ist die Ostsee ein gefährlicher Irrweg:
Sie ist flach, vergleichsweise nährstoffarm und kein natürlicher Lebensraum dieser Tiere.
Orientierung und Nahrungssuche sind erschwert, die Tiere finden oft nicht genug Futter und nehmen weiter ab.
Je tiefer sie in das Meer eindringen, desto weiter entfernen sie sich von ihrem eigentlichen Lebensraum – der offenen Nordsee und dem Atlantik.
Schon bei „Timmy“ zeigte sich, wie dramatisch das enden kann: Mehrfach wurde der Wal von Freiwilligen und Walschützern unter enormem Aufwand aus Strandungen befreit, zuletzt in einer nicht hochseetauglichen Stahlbarge transportiert und vor Dänemark wieder freigelassen. Am Ende strandete er erneut und verendete nach einer langen, quälenden Odyssee.
Was Urlauber und Ausflügler jetzt beachten sollten
Abstand halten: Wer Hartwin sieht, sollte keinesfalls näher heranfahren oder ihn „locken“. Boote, Jetskis und laute Motoren können ihn zusätzlich stressen.
Kein Rettungsversuch auf eigene Faust: So gut die Absicht auch ist – unkoordiniertes Eingreifen kann für den Wal und Menschen gefährlich werden, und frühere Aktionen haben gezeigt, dass sich das Schicksal solcher Tiere meist nicht wenden lässt.
Sichtungen melden: Fotos, Videos und genaue Ortsangaben am besten an zuständige Behörden oder bekannte Meeresschutz-Organisationen schicken. So behalten Experten den Überblick.
Kinder vorbereiten: Wer mit der Familie in der Region unterwegs ist, sollte Kindern erklären, dass der Wal krank ist und Ruhe braucht – und dass man ihn deshalb nur aus der Distanz bestaunen darf.
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Hartwin ist ein imposanter Besucher – und gleichzeitig Symbol für eine extrem traurige Realität: Manche Tiere finden aus ihren Irrwegen nicht mehr heraus. Dass nun schon der nächste Buckelwal in der Flensburger Förde ums Überleben kämpft, macht viele Menschen fassungslos – und wirft die schwere Frage auf, ob wir manchmal akzeptieren müssen, dass die Natur ihren eigenen, grausamen Weg geht.
Verwendete Quellen: RTL, Newstime, Strandnomore


