Hilfe bei der PlatzsucheWie voll ist die Wiesn? Diese Zwillinge wollen es euch live verraten

Steffen und Christoph Löslein wollen euch den Wiesn-Besuch erleichtern.
Steffen und Christoph Löslein wollen euch den Wiesn-Besuch erleichtern.
Daniel Tkatsch

Die Idee entstand ausgerechnet vor einem überfüllten Freibad.
Kein Platz im Festzelt und das erfahrt ihr erst, wenn ihr schon davorsteht? Genau solche Situationen wollen Steffen und Christoph Löslein mit wievoll.com vermeiden. Im Gespräch mit RTL erklären die 34-jährigen Zwillinge, wie ihre Idee funktioniert – und warum ausgerechnet die Wiesn 2026 zum großen Test wird.

Ein überfülltes Freibad bringt sie auf die Idee

Man packt die Badesachen ein, fährt los, sucht ewig nach einem Parkplatz – und dann ist das Freibad brechend voll. Genau dieses Erlebnis bringt Steffen und Christoph Löslein auf eine Idee.

Die 34 Jahre alten Zwillinge arbeiten hauptberuflich in der IT und entwickeln in ihrer Freizeit die Plattform wievoll.com. Ganz neu ist das Tüfteln an großen digitalen Projekten für sie nicht. Während der Corona-Pandemie entwickelten sie nach eigenen Angaben bereits eine digitale Gästeregistrierung, die von rund 15 Millionen Menschen genutzt wurde.

Im Juni 2026 startet ihr neues Projekt. Was zunächst für Freibäder gedacht ist, soll schnell auch bei Festivals, Volksfesten, Freizeitparks und anderen Orten funktionieren. Erprobt wurde das System nach Angaben der beiden unter anderem beim Wacken Open Air, beim Hamburger Dom und beim Libori-Fest in Paderborn. Mehr als 100.000 Menschen hätten die Plattform seit dem Start bereits genutzt.

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So sollt ihr sehen, welches Wiesn-Zelt gerade voll ist

Zum Oktoberfest folgt nun ein besonderer Test. Auf Kameras, Sensoren oder automatische Zählsysteme setzen die Entwickler bewusst nicht.

Stattdessen funktioniert alles über die Besucher selbst. Wer auf der Wiesn unterwegs ist, kann per Smartphone kostenlos und ohne Anmeldung melden, wie voll ein Ort gerade ist. Dazu können Wartezeiten, Tipps oder Fotos hochgeladen werden. Das Ergebnis seht ihr dann über diesen Link live.

„Es soll sich anfühlen, als hätte man einen Freund vor Ort, der einem kurz Bescheid gibt, bevor man losfährt“, erklärt Steffen Löslein im Gespräch mit RTL.

Eine einzelne Meldung entscheidet dabei nicht sofort darüber, ob ein Ort als voll oder leer angezeigt wird. Mehrere Hinweise werden nach Angaben der Entwickler gewichtet, ältere Angaben verlieren mit der Zeit an Bedeutung. Je mehr Menschen mitmachen, desto belastbarer soll das aktuelle Bild werden.

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Bei der Wiesn muss sich das System erst beweisen

Genau hier liegt allerdings auch die entscheidende Einschränkung. Für wievoll.com ist das Oktoberfest 2026 eine Premiere. Eigene Daten aus vergangenen Wiesn-Jahren gibt es deshalb noch nicht.

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Die Lösleins rechnen mit den üblichen Spitzen wie dem Eröffnungswochenende, den Samstagen und dem Feiertag am 3. Oktober. Wie zuverlässig die Live-Anzeige bei Millionen Wiesn-Besuchern tatsächlich funktioniert, wird sich aber erst im laufenden Betrieb zeigen.

Das Prinzip lebt schließlich davon, dass genügend Menschen ihre Eindrücke melden. Die Entwickler selbst sagen, dass sich ihre Plattform noch in einer frühen Phase befindet und mit jeder Veranstaltung weiter optimiert wird.

Hinter dem Projekt steckt bislang kein großes Unternehmen

Und wer verdient daran? Aktuell nach Angaben der Lösleins niemand. Steffen und Christoph betreiben wievoll.com neben ihren eigentlichen Jobs in ihrer Freizeit.

Die beiden geben an, unabhängig von Festwirten, Veranstaltern, Locations und Kommunen zu arbeiten. Kooperationen oder bezahlte Platzierungen gebe es nicht. Auch könne die angezeigte Auslastung nicht gegen Geld beeinflusst werden. Die Nutzung sei sowohl für Besucher als auch für Betreiber kostenlos.

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Langfristig haben die Zwillinge trotzdem größere Pläne. Aus vielen Meldungen sollen mit der Zeit Muster entstehen, die beispielsweise zeigen, an welchen Tagen und Uhrzeiten ein Ort typischerweise besonders voll ist und welchen Einfluss Wetter oder Ferien haben.

Ob daraus irgendwann auch ein Geschäftsmodell wird, lassen Steffen und Christoph offen. Noch ist wievoll.com vor allem eines: ein Freizeitprojekt zweier IT-Experten, das sich auf der größten Bühne für Volksfeste jetzt erstmals beweisen muss.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche