Ermittlungen wegen Gruppenvergewaltigung zuvor eingestelltHat der Beschuldigte jetzt wieder eine 14-Jährige vergewaltigt?
Ein mutmaßlicher Täter einer Gruppenvergewaltigung soll erneut eine 14-Jährige vergewaltigt haben.
Die Staatsanwaltschaft in Stade hatte die Ermittlungen gegen drei Täter im August eingestellt, weil nicht genug Beweise vorlagen. Nun wurde bekannt, dass einer der Täter eine weitere 14-Jährige vergewaltigt haben soll. Die Mutter des ersten Opfers erhebt schwere Vorwürfe.
Warum das Verfahren eingestellt wurde
Hat die Justiz eine Gefahr unterschätzt? Diese Frage steht nach neuen RTL-Recherchen im Raum. Im vergangenen Sommer soll eine damals 14-Jährige in einem Jugendzentrum in Gnarrenburg von drei Jugendlichen vergewaltigt worden sein. Doch die Staatsanwaltschaft Stade stellte das Verfahren ein. Nun ermittelt die Polizei im Landkreis Rotenburg erneut wegen eines Vergewaltigungsvorwurfs „zum Nachteil eines 14-jährigen Mädchens”.
Brisant ist eine mögliche Verbindung zwischen beiden Fällen. Laut Medienberichten soll einer der Beschuldigten aus Gnarrenburg auch bei dem neuen Vergewaltigungsvorwurf eine Rolle spielen. Die Polizei bestätigte RTL schriftlich die aktuellen Ermittlungen zu dem Fall. Ob tatsächlich derselbe Täter für beide Taten verantwortlich ist, steht nicht fest. Es gilt die Unschuldsvermutung.
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Mutter findet Video auf dem Handy ihrer Tochter
Der erste Fall wird bekannt, als die Mutter der 14-Jährigen Videos auf dem Handy ihrer Tochter entdeckt. Darauf sind laut dem bisherigen RTL-Bericht sexuelle Handlungen zwischen dem Mädchen und drei Jugendlichen zu sehen. Für ihre Mutter ist das Erlebte bis heute kaum in Worte zu fassen. „Ich glaube, man hat ihr einen Großteil ihres Lebens, ihrer Jugend genommen“, sagt sie im Interview mit RTL.
„Der Widerwille unserer Tochter war angeblich nicht deutlich genug“
Die Staatsanwaltschaft Stade stellt das Verfahren wegen des Verdachts der Vergewaltigung ein. Den Beschuldigten könne eine strafbare Handlung nicht mit der für eine Anklage nötigen Sicherheit nachgewiesen werden, teilte die Behörde mit. Es gebe keine belastbaren Hinweise darauf, dass das Mädchen seinen entgegenstehenden Willen geäußert habe beziehungsweise dieser für die Beschuldigten erkennbar gewesen sei.
Für die Mutter ist diese Begründung nur schwer auszuhalten. „Der Widerwille unserer Tochter war angeblich nicht deutlich genug zu erkennen“, sagt sie. Ihre Tochter habe Angst gehabt, nicht mitgemacht und die Situation über sich ergehen lassen.
Neuer Vergewaltigungsvorwurf
Nun meldet sich ein weiteres 14-jähriges Mädchen aus einem Nachbarort mit schweren Vorwürfen. Die Polizei im Landkreis Rotenburg bestätigt RTL, dass sie aktuell in einem Vergewaltigungsfall ermittelt.
Laut Medienberichten soll es eine Verbindung zum ersten Fall geben. Einer der damaligen Beschuldigten soll erneut unter Verdacht stehen. Genau das lässt die Mutter des ersten Mädchens mit einer bitteren Frage zurück. Hätte der neue Fall möglicherweise verhindert werden können?
Für sie steht fest: „Meiner Meinung nach hätte der zweite Fall in Zeven vermieden werden können. .“
Familie kämpft gegen Einstellung des Verfahrens
Der Fall in Gnarrenburg ist juristisch noch nicht vollständig abgeschlossen. Die Anwältin der 14-Jährigen hat Beschwerde gegen die Einstellung des Verfahrens eingelegt. Darüber muss nun die Generalstaatsanwaltschaft Celle entscheiden.
Die Mutter will weiter für ihre Tochter kämpfen. Durch die neuen Ermittlungen bekommt ihr Kampf noch einmal zusätzliche Brisanz.
Verwendete Quellen: Eigene RTL-Recherchen



