Gewaltspirale statt WM-Euphorie in MexikoEr fuhr in eine Jubelmenge: Autofahrer stirbt nach brutaler Prügelattacke

Feiernde Fans rütteln an der Limousine – kurz darauf beschleunigt der Fahrer und fährt in die Menschenmenge.
Feiernde Fans rütteln an der Limousine – kurz darauf beschleunigt der Fahrer und fährt in die Menschenmenge.
x/LadyAstsay

Eine WM-Party endet tödlich.
Eine Woche nachdem ein Autofahrer im mexikanischen Urlaubsort Cabo San Lucas in eine feiernde Menschenmenge gefahren ist, stirbt der Mann an den Folgen einer brutalen Prügelattacke. Noch immer ist unklar, ob der Fahrer absichtlich gehandelt hat oder in Panik die Kontrolle verlor. Die Ermittler stehen vor vielen offenen Fragen.

Auto rast durch feiernde Fans – dann schlägt die Menge zurück

Der Vorfall ereignet sich nach dem 3:0-Sieg Mexikos gegen Tschechien bei der Fußball-WM. Im beliebten Ferienort Cabo San Lucas feiern Hunderte Fans auf den Straßen. Videos in sozialen Netzwerken zeigen, wie Menschen Autos anhalten, an ihnen rütteln, auf Motorhauben klettern und Fahrzeuge mit Bier übergießen. Auch eine schwarze Limousine gerät in die Menschenmenge. Plötzlich beschleunigt der Wagen, durchbricht die feiernden Fans und kommt erst rund 30 Meter später an einem Poller zum Stehen. Insgesamt werden 17 Menschen verletzt, eine Person schwebt weiterhin in Lebensgefahr.

Doch die Gewalt endet dort nicht: Augenzeugen zufolge zerren mehrere Menschen den Fahrer aus dem Fahrzeug und schlagen brutal auf ihn ein. Erst als Polizei und Rettungskräfte eintreffen, endet die Attacke. Der Mann wird schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht und zunächst festgenommen.

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Fahrer stirbt im Krankenhaus

Jetzt bestätigt Alberto Rentería, Generalsekretär der Bezirksverwaltung Los Cabos, auf Facebook den Tod des Fahrers. Nach Informationen der Zeitung Reforma und weiterer mexikanischer Medien erlag der Mann schweren Schädelverletzungen sowie massiven inneren Verletzungen, die ihm bei der Prügelattacke zugefügt worden sein sollen.

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Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt inzwischen in zwei Richtungen: Sowohl die Fahrt durch die Menschenmenge als auch die tödliche Attacke auf den Fahrer werden untersucht. Bis heute ist ungeklärt, ob der Mann absichtlich in die Menschen fuhr oder aus Angst vor der aggressiven Menge die Kontrolle verlor. Die Behörden bitten deshalb weiter um Fotos und Videos von dem Vorfall. Sie sollen helfen, den genauen Ablauf zu rekonstruieren und die Beteiligten an der tödlichen Prügelattacke zu identifizieren.

WM-Feiern werden von weiteren Todesfällen überschattet

Die Tragödie von Cabo San Lucas ist nicht der einzige schwere Zwischenfall rund um die Fußball-WM in Mexiko. Nach dem 2:0-Sieg gegen Ecuador sterben nach Angaben der Gesundheitsbehörde von Mexiko-Stadt drei Menschen nahe des Wahrzeichens Ángel de la Independencia.

Ein 44-jähriger Mann und eine 19-jährige Frau ersticken noch am Ort des Geschehens. Eine 48-jährige Frau wird bewusstlos gefunden und stirbt später im Krankenhaus ebenfalls an den Folgen des Erstickens. Die Behörden gehen davon aus, dass die Opfer in der dichten Menschenmenge erdrückt wurden. (nha)

Verwendete Quellen: dpa, Facebook, Reforma