Alle Entwicklungen im Liveticker „Der Himmel weint mit uns“: Trauermarsch in Stade für die sechs Todesopfer

von Lena Sofie Schenk, Festim Beqiri, Hauke Kutz , Nils Fischer-Stahl, Nele Hasselbusch, Roger Saha, Johanna Grewer, Camilla Koziol, Sebastian Fuhrmann, Martina Lewinski und Jan Luhrenberg

Eine Stadt steht unter Schock!
Bei Schüssen in einem Mutter-Kind-Heim im niedersächsischen Stade sind sechs Erwachsene getötet worden. Immer mehr Details zum mutmaßlichen Täter und zum Tatablauf werden bekannt. In unserem Live-Ticker informieren wir über alle Entwicklungen und Hintergründe.

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Camilla Koziol

Trauermarsch in Stade, Gedenkfeier in Garbsen

Bei  Gedenkveranstaltungen in Stade und Garbsen gedachten viele Menschen der sechs Todesopfer des Schützen (45) aus Garbsen. 

In Stade schlossen sich viele Leute am Samstagnachmittag einem stillen Trauermarsch an. Im Anschluss gab es ein Konzert mit Sängerin Inga Wehnert, dessen Erlöse an die Jugendhilfeeinrichtung und die Hinterbliebenen gespendet werden sollen, wie die Organisatoren, darunter der Verein Abend fürs Leben, mitteilten.  „Der Himmel weint mit uns“, sagte Stefan Wiegner, Organisator des Trauermarschs in Stade auf der Bühne. Rund 300 Menschen nahmen im Regen an dem stillen Marsch teil.

Die Stadt Garbsen und die Region luden bereits am Vormittag zu einer interreligiösen Gedenkfeier in der Aula eines Schulzentrums ein. Die Andacht solle Menschen ermöglichen, zu trauern, eine Kerze anzuzünden und sich in ein Kondolenzbuch einzutragen, hieß es.
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RTL-Reporter Dylan Brandes berichtet aus Stade.
RTL-Reporter Dylan Brandes berichtet aus Stade. RTL
Camilla Koziol

Olaf Lies spricht bei Trauerfeier in Garbsen

Niedersachsens Ministerpräsident erinnerte in einer Rede an die drei Mitarbeiter des Jugendamtes, die sich auf den Weg nach Stade zu dem Gespräch in die Jugendhilfeeinrichtung gemacht hatten, um ihre Aufgabe zu erfüllen – und dann getötet wurden. "Es ist unerträglich, und es schmerzt uns alle", sagte Lies laut Redemanuskript. "Wir sind im ganzen Land vereint», sagte der SPD-Politiker. "In unserer Trauer, in unserer Fassungslosigkeit – und auch in der Wut darüber, dass ein solches Verbrechen geschehen kann."

Lies sagte, man denke heute auch an Kollegen der Getöteten – etwa in Einrichtungen der Jugendhilfe, in Jugendämtern und in sozialen Diensten. "Viele von ihnen gehen in diesen Tagen mit einem anderen Gefühl zur Arbeit. Mit großer Verunsicherung? Mit Angst? Viele fragen sich, ob sie sicher sind. Dieser Sorgen müssen wir uns annehmen", sagte der Ministerpräsident. "Es ist jetzt unser aller Aufgabe, dafür zu sorgen, dass diejenigen, die für andere Menschen da sind, mit dieser Verunsicherung nicht allein gelassen werden." 

Jan Luhrenberg

Wende nach Stade-Bluttat! Jetzt auch Mordermittlungen gegen die Mutter und die Patentante?

Nach den Schüssen in einer Mutter-Kind-Einrichtung in Stade mit sechs Toten wird jetzt auch gegen die Mutter des drei Monate alten Babys und die Patentante ermittelt. Das teilte die Staatsanwaltschaft Stade der Bild mit. Gegen den mutmaßlichen Täter, einen 45-Jährigen mit türkischer Staatsangehörigkeit, wurde bereits Haftbefehl erlassen. Er sitzt in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm sechsfachen Mord vor. Hintergrund der Tat soll ein Sorgerechtsstreites um seine kleine Tochter gewesen sein.

„Das Ermittlungsverfahren wird gegen alle drei Tatverdächtigen wegen des Tatvorwurfs des Mordes geführt. Ob und welcher Tatvorwurf angeklagt wird, kann erst nach Abschluss der Ermittlungen entschieden werden. Die Tatbeteiligung der beiden Frauen sowie die konkreten Abläufe und Hintergründe sind u.a. Gegenstand der laufenden Ermittlungen“, erklärte die Staatsanwaltschaft Stade der Bild.

Am Mittwoch hatte die Staatsanwaltschaft noch zu RTL gesagt: „Die beiden ebenfalls in Gewahrsam befindlichen Frauen wurden im Laufe des Nachmittags freigelassen. Gegen sie ist kein Haftbefehl beantragt worden. Im Übrigen dauern die Ermittlungen auch hinsichtlich der Tatbeteiligung der beiden Frauen an. Insoweit konnte zum jetzigen Zeitpunkt kein dringender Tatverdacht fest angenommen werden." 
Jan Luhrenberg

Wollte sich der Stade-Killer eigentlich auch selbst richten?

Er erschoss sechs Menschen in einer Mutter-Kind-Einrichtung – und sitzt nun in Untersuchungshaft. Doch ginge es nach dem 45-Jährigen mit türkischer Staatsangehörigkeit, dann hätte er sich ein anderes Ende der schrecklichen Tat gewünscht. Das berichtet nun der Spiegel. Demnach habe er bei der Polizei angegeben, er habe sich mit seiner Schusswaffe nach der Tat das Leben nehmen wollen. Dafür habe er aber keine Munition mehr gehabt.

Der Mann soll im Kontext eines Sorgerechtsstreites um seine kleine Tochter plötzlich eine Waffe gezogen und geschossen haben, vier Frauen und zwei Männer wurden brutal aus dem Leben gerissen. Seine eigene Frau soll er zuvor aus dem Besprechungsraum geschickt haben, so die Erkenntnis der Polizei laut Spiegel. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm sechsfachen Mord vor.

Wie das Magazin weiter erfuhr, geht die Polizei zurzeit davon aus, dass der mutmaßliche Killer das Magazin seiner Waffe zunächst leer schoss. Dann soll er es aus der Waffe genommen und mit neuen Patronen bestückt haben, um weiterzuschießen. Die Patronen soll er lose in seiner Tasche gehabt haben.

Hier findet ihr Hilfe in schwierigen Situationen
Solltet ihr selbst von Suizidgedanken betroffen sein, sucht euch bitte umgehend Hilfe. Versucht, mit anderen Menschen darüber zu sprechen! Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch die Möglichkeit, anonym mit anderen Menschen über Ihre Gedanken zu sprechen. Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich. Wenn ihr schnell Hilfe braucht, dann findet ihr unter der kostenlosen Telefon-Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 Menschen, die euch Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.