Bayerns Ministerpräsident mischt mitSöder möchte Aigner als Bundespräsidentin

Wer folgt 2027 auf Frank-Walter Steinmeier im höchsten Staatsamt? Zuletzt stehen die Zeichen recht deutlich darauf, dass es erstmals eine Frau wird. Nach Markus Söders Worten wäre seine Parteikollegin Ilse Aigner eine gute Wahl. Sie selbst schweigt bisher allerdings.
Bayerns Ministerpräsident und CSU-Parteichef Markus Söder will Landtagspräsidentin Ilse Aigner unterstützen, sollte diese das Amt der Bundespräsidentin anstreben. Das sagte Söder in einem Interview der Zeitungen „Münchner Merkur“ und „tz“. „Die Union wird nach dem Sommer einen Vorschlag machen. Wenn Ilse Aigner möchte, hat sie meine volle Sympathie und Unterstützung“, sagte Söder.
Aigner wird unionsintern immer wieder für das höchste Amt im Staat ins Spiel gebracht - auch, weil viel für die erstmalige Besetzung des Amtes mit einer Frau spricht. Offiziell hat Aigner ihren Hut jedoch bisher nicht in den Ring geworfen. Die CSU-Politikerin ist seit 2018 Präsidentin des Bayerischen Landtags.
Unterstützung erhält Aigner auch vom Koalitionspartner im Bund, der SPD. „Ich kenne und schätze Ilse Aigner seit vielen Jahren. Sie ist eine kluge und verantwortungsbewusste Demokratin und wäre mit Sicherheit eine geeignete Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin“, sagte etwa der SPD-Bundestagsabgeordnete Hubertus Heil dem „Tagesspiegel“.
Sein Parteikollege und bayerischer Landtagsvizepräsident Markus Rinderspacher sagte dem „Tagesspiegel“: „Ilse Aigner gelingt es, Brücken zwischen politischen Lagern und gesellschaftlichen Gruppen zu bauen und so den Zusammenhalt zu stärken. Sie verfügt über Regierungserfahrung auf Landes- und Bundesebene und vereint zugleich die verbindenden Tugenden einer hochrespektierten Parlamentspräsidentin.“
Das nächste deutsche Staatsoberhaupt wird am 30. Januar kommenden Jahres von der Bundesversammlung gewählt. Frank-Walter Steinmeier darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten, nach zehn Jahren endet seine Zeit als Bundespräsident im März 2027. Schon länger gibt es Spekulationen über mögliche Kandidatinnen für seine Nachfolge - genannt wurden neben Aigner etwa Bundesbildungsministerin Karin Prien und Bundestagspräsidentin Julia Klöckner - beide von der CDU - gehandelt.
Die Bundesversammlung setzt sich zusammen aus den 630 Abgeordneten des Bundestags sowie einer gleich großen Zahl von Vertreterinnen und Vertretern, die von den Landtagen der 16 Bundesländer gewählt werden. Dies sind in der Regel Landtagsabgeordnete und Mitglieder der Landesregierungen. Die Länder entsenden aber immer wieder auch Prominente wie Schauspieler, Sänger oder Sportler.
Verwendete Quellen: als/dpa


